Work-Life-Balance: Man muss das Neinsagen lernen

Ständige Erreichbarkeit macht krank. Doch das Verhältnis zwischen Arbeits- und Privatleben mit Gesetzen regeln zu wollen, wird nicht funktionieren. [...]

(c) Robert Kneschke - Fotolia.com

Abschalten liegt gerade im Trend: Bei Daimler können ab diesem Sommer alle Mitarbeiter ihre während des Urlaubs automatisch löschen lassen. Eine Abwesenheitsnotiz verweist dann auf den zuständigen Vertreter. Und darauf, dass die just versandte Mail gelöscht wurde.
Zurück aus den Ferien, sollen die Mitarbeiter "mit einem sauberen Schreibtisch" starten können, begründet Daimler-Personalvorstand Wilfried Porth die Initiative. Es gehe dabei auch um "emotionale Entlastung".
Bei der Deutschen Telekom haben sich Abteilungsleiter verpflichtet, ihren Leuten nach Feierabend, am Wochenende und im Urlaub keine Mails zu schicken. Und der Autozulieferer Continental hat zum Thema einen "Leitfaden mit Ratgeber-Charakter" entwickelt.
NUR EINZELFÄLLE
Also alles fein? Gehen die Zeiten des Erreichbarkeits-Terrors zu Ende? Wohl kaum. Denn so gut sich die genannten Beispiele auch zur menschenfreundlichen Selbstdarstellung eignen: Es bleiben Einzelfälle. Die Normalität in deutschen Unternehmen ist eine andere.
Wie der Hightech-Branchenverband Bitkom in einer breit angelegten Erhebung herausfand, sind 77 Prozent aller Berufstätigen hierzulande auch außerhalb ihrer regulären Arbeitszeit für die Firma per Handy oder E-Mail erreichbar. Und 30 Prozent stehen sogar rund um die Uhr (!) zur Verfügung. In 62 P...

Um diese Inhalte abzurufen, registrieren Sie sich bitte für den kostenlosen Business Account.


Mehr Artikel