3 Tipps zur Auswahl der optimalen Internetgeschwindigkeit für Zuhause

Möglichst schnell sollte der Internetanschluss sein. 16, 50 oder 100 Mbit/s stehen den meisten Haushalten zur Verfügung. Je nach Technologie gibt es sogar 500 Mbit/s oder 1 Gbit/s. Überdimensioniert braucht der Internetzugang aber auch nicht sein. Daher zeigen wir Ihnen 3 Tipps, damit Sie einen Internetanschluss mit optimaler DSL-Geschwindigkeit wählen. [...]

So wählen Sie die optimale Internet Geschwindigkeit (c) Pixabay
So wählen Sie die optimale Internet Geschwindigkeit (c) Pixabay

Wie schnell sollte der DSL-Anschluss Zuhause sein? Die Frage ist nicht ganz einfach zu beantworten. Die benötigte Bandbreite hängt davon ab, was Sie mit der Leitung machen möchten. Reicht es Ihnen gelegentlich E-Mails abzurufen und Bilder auf Facebook zu posten? Oder wollen Sie eher HD-Videos streamen, Online-Games spielen und große Datenmenge in Ihre Cloud laden?

Nachfolgend finden Sie 3 Tipps, die Ihnen die Auswahl eines passenden Tarifs erleichtern. Auf DSL Regional finden Sie einen Ratgeber bei dem Sie die für Ihre Zwecke ideale Internetgeschwindigkeit feststellen können.

  1. Internetgeschwindigkeit nach Nutzertyp wählen

Der Normalnutzer

  • Der Alltags-Surfer ist auf Facebook unterwegs.
  • Als Normalnutzer verschicken Sie E-Mails.
  • Normalnutzer schauen Videos auf Youtube und versenden kleine Fotos.
  • Als Normalnutzer spielen Sie gelegentlich Online-Games.
Empfohlene Surfgeschwindigkeit: mindestens 16 Mbit/s.

Der Multimedia-Nutzer

  • Sie möchten IPTV in HD empfangen?
  • Als Multimedia-Fan laden Sie große Datenmengen aus dem Web herunter.
  • Sie nutzen Video-Streaming intensiv? Speziell junge Leute lieben Streaming-Dienste wie Netflix, Amazon Prime oder Maxdome. Damit solche Streaming-Dienste in HD flüssig laufen, sollte der Internetanschluss schnell genug sein. Sonst kommt es zu Rucklern und Unterbrechungen.
Empfohlene Surfgeschwindigkeit: mindestens 50 Mbit/s

Der Gamer

  • Als Gamer laden Sie die neusten Spiele herunter. Solche Downloads sind nicht selten mehr als 100 GB groß – so zum Beispiel das Game „Red Dead Redemption 2“. Damit das nicht mehrere Stunden dauert, muss die Leitung blitzschnell sein.
  • Mit einem einmaligen Update ist noch nicht Schluss. Gamer müssen ihre Spiele aktualisieren. Solche Updates sind ebenfalls groß und umfassen häufig mehrere Gigabytes.
  • Gamer legen außerdem viel Wert auf einen niedrigen Ping [1].
Empfohlene Surfgeschwindigkeit: mindestens 100 Mbit/s
Pixabay.com / JESHOOTS-com
  1. Internetgeschwindigkeit nach Personenanzahl und Geräte wählen

Die richtige Internetgeschwindigkeit hängt auch stark von der Nutzeranzahl ab. Greifen mehrere Personen zur gleichen Zeit auf das Internet zu, kann die Leitung schnell überlastet sein. Wenn Papa und Mama gerade gemütlich einen Filmabend machen, während der Sohn sich ein neues Game zieht und die Tochter auf Youtube in HD den neusten Clip ihres Lieblings-Youtubers schaut, dann ist die Bandbreite schnell erschöpft.

Folgende Geschwindigkeit sollte ein Haushalt sortiert nach Nutzeranzahl wählen:

  • Single-Haushalte kommen mit einer 16.000er Leitung zurecht, wenn sie nicht gerade Gamer sind oder Multimedia-Fans.
  • Ab zwei Personen empfehlen wir mindestens eine 50.000er Leitung, damit gleichzeitig Full-HD-Streaming und größere Downloads ohne Ruckler funktionieren.
  • Familien mit Kindern sollten vorausschauend einen Tarif mit 100.000er Leitung wählen. Dann können die Kinder im Internet surfen, Videos und Netflix schauen und die Eltern recherchieren ohne, dass die Leitung glüht.
  • Sobald ein Unternehmen mit mehreren Mitarbeitern im Spiel ist, macht ein Internetanschluss mit 200 Mbit/s Sinn. Hier ist übrigens auch der Upload wichtig. Beruflich werden häufig auch größere Datenmengen in die Cloud geladen. Daher sollte auch die Upstream-Geschwindigkeit [2] hoch sein.
  1. Optimale Internetgeschwindigkeit nach Technologie

Leider ist der Breitbandzugang nicht flächendeckend in Deutschland verfügbar. Selbst im Jahr 2019 gibt es Gemeinden auf dem Land bei denen Haushalte nur 16 Mbit/s oder noch langsamere Internetanschlüsse erhalten. Das zeigen Statistiken zur Breitbandverfügbarkeit auf dem Breitband-Atlas des BMVI (Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur).

Trotz einem hohen Bandbreitenbedarfs kann dann nur ein langsamer Internetzugang gewählt werden. Deutschland hinkt bezüglich der verfügbaren Geschwindigkeiten weltweit hinterher.

Wer heutzutage einen Anschluss bestellt, muss sich daher zwangsweise mit der Frage beschäftigen, welche Technologie zum Einsatz kommt. Während in den Anfangszeiten des Internets jeder Haushalt auf ADSL beschränkt war, gibt es heute andere Möglichkeiten für Breitband.

DSL

DSL ist der Klassiker. Der Vorteil ist die hohe Verfügbarkeit, da DSL lediglich einen Telefon-Festnetzanschluss voraussetzt. Leider ist die verfügbare Brandbreite von der Leitungslänge abhängig. Wer auf dem Land wohnt, kann daher oft nur 16 Mbit/s oder sogar weniger nutzen. In Städten ist die DSL-Verfügbarkeit allerdings hoch. 50 Mbit/s bekommen etwa 2/3 aller deutschen Haushalte. Die maximale Übertragungsrate ist auf 250 Mbit/s begrenzt (SuperVectoring) [3].

Pixabay.com / TBIT

Kabel-Internet

Internetanschlüsse über Koaxialkabel eines Kabelanschlusses sind die zweithäufigste Möglichkeit in Deutschland einen Breitbandanschluss zu erhalten. Etwa 70 % aller Haushalte verfügen über einen Kabelanschluss. Der große Vorteil gegenüber DSL ist, dass bei dem Standard (DOCSIS) selbst bei langen Distanzen noch hohe Übertragungsgeschwindigkeiten realisieren lassen. Je nach Kabelanbieter erhalten Privatkunden derzeit 400 bzw. 500 Mbit/s Bandbreite. In Metropolen konnten die Kabelanbieter das Netz soweit modernisieren, dass 1.000 Mbit/s verfügbar sind.

Glasfaser

Der Glasfaser gehört die Zukunft. Sowohl die bekannten und großen Provider (Telekom, Vodafone) als auch regionale Anbieter sind dabei immer mehr Gebäude in Deutschland per Glasfaser anzubinden (Bezeichnung: FTTH – Fiber to the home). Da die Baumaßnahmen recht teuer sind, verläuft der Ausbau noch sehr langsam. Die Verfügbarkeit liegt daher derzeit bei nur ca. 2,1 Millionen Haushalten. Aber da wo Glasfaser-Internet verfügbar ist, erhalten Privathaushalte die derzeit schnellsten Anschlüsse mit 1.000 Mbit/s.

Pixabay.com / PawinG

LTE Zuhause

LTE (Long Term Evolution) bezeichnet die vierte Generation (4G) des Mobilfunkstandards. Die Technologie lässt sich auch gut Zuhause nutzen. Die Anbieter Vodafone, Telekom, o2 und Congstar haben entsprechende LTE-Router, die sich per SIM-Karte mit dem Mobilfunknetz verbinden. Leider haben die Tarife eine Datenvolumenbegrenzung wie wir sie vom Smartphone kennen. Dennoch ist LTE überall da eine gute Alternative, wo über DSL die verfügbare Bandbreite bei nur 16 Mbit/s oder weniger liegt und andere Technologien nicht verfügbar sind. LTE erreicht Datenraten von bis zu 300 Mbit/s.

Weitere Technologien: Satelliten-Internet und Richtfunk

Neben den oben aufgeführten Zugangstechniken seien an dieser Stelle Richtfunk und Satelliten-Internet aufgeführt. Beide sind aber vergleichsweise teuer bei niedriger Internetgeschwindigkeit von meist nur 16 Mbit/s bis hin zu maximal 50 Mbit/s. Aufgrund hoher Latenzen sind diese Technologien in Zeiten von Online-Gaming, Video-Streaming und Clouds nicht empfehlenswert.


[1] Was ist der Ping?

Die Antwortzeig einer Internetverbindung wird als Ping bezeichnet. Sie ist die Messgröße in Millisekunden, die angibt wie lange ein Datenpaket vom Sender zum Empfänger braucht – und die Antwort darauf. Je niedriger der Ping, desto schnelle ist die Verbindung.

[2] Was ist der Upstream?

Typischerweise werden heutzutage DSL-Flatrates und Kabel-Internetanschlüsse mit asynchronen Internetgeschwindigkeiten (bei Internet über Telefon-Festnetz heißt es daher ADSL) angeboten. Beispiel: Der Download ist bei einer Flatrate 50 Mbit/s schnell. Nutzer laden Filme oder Software mit dieser Geschwindigkeit von einem Server. Der Upload ist bei solchen Tarifen oftmals nur 1/5 so schnell (10 Mbit/s). Der Upload bezeichnet die Geschwindigkeit mit der Daten zu einem Server geschickt werden. Das kann zum Beispiel das Fotoalbum sein, welches der Nutzer in der Cloud sichert.

[3] Was ist SuperVectoring?

Für die Verfügbarkeit von SuperVectoring muss der Internetanbieter (Telekom) die Technik in den Verteilerkästen modernisieren. Durch die Netzmodernisierung verringert der Anbieter die Störungen bei der Übertragung von Daten über Kupferkabel. Kritisiert wird SuperVectoring, da es den Ausbau von Glasfaser verzögert.

*Konstantin Matern ist Fachinformatiker und Betreiber der Webseite DSLregional.de. Er setzt sich seit Jahren für den Breitbandausbau auf dem Land ein, um Versorgungslücken aufzudecken und Verbrauchern zu einem Internetanschluss zu verhelfen, der eine Geschwindigkeit von mindestens 50 Mbit/s erreicht.

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