Algorithmus-Maschine hilft beim Poesie-Schreiben

Sogar Shakespeare oder Goethe sind wohl nicht mehr lange vor elektronischer Konkurrenz sicher, denn ein Forscher des MIT Media Labs hat eine Algorithmus-Maschine erstellt, die allen poesieaffinen Menschen helfen soll, Gedichte zu schreiben. [...]

Poesie-Interface (c) Flickr.com - natematias
Poesie-Interface

Die App „Swift-Speare“ kann mithilfe menschlicher Co-Autoren Dichtkunst im Stile eines x-beliebigen Künstlers von Shakespeare bis Justin Bieber verfassen. Der Ursprung der Idee kam durch die Entwicklung der Android-Applikation „SwiftKey“, die als gewöhnliche Schreibhilfe den speziellen Schreibstil des Benutzers analysiert, um ihm dann später als Hilfe beim Texten zu dienen. Das britische Startup drillte bei der Entwicklung seine App auf die Sonette von William Shakespeare.

Natan Matias, ursprünglich Mitarbeiter dieses Startups und Forscher am MIT Media Lab, war einer der ersten Menschen, die in der Applikation mehr Potenzial gesehen haben als eine einfache Schreibhilfe. So entstand die Idee, dass diese Anwendung auch für Poesie genutzt werden kann. Er begann ein Sonett zu schreiben, indem er Wörter aus einem Pool wählte, die der Algorithmus vorschlug.

„Um gute Poesie zu schreiben, musste ich aber weiter antizipieren als bis zum nächsten Wort“, erklärt Matias gegenüber dem Fachmagazin TechCrunch. „Welche Voraussagen können getroffen werden, wenn ich dieses statt einem anderen Wort wähle? Dazu entwickelte ich das Touchscreen-Interface, um zukünftige Voraussagen für poetisches Schreiben zu treffen.“ Swift-Speare soll jedoch mehr ein kreatives Schreibwerkzeug sein, als ein künstlicher Poet.

Die Technologie ist nicht ohne Präzedenz. So gibt es bereits Konzepte wie zum Beispiel Pentametron, was jambische Pentameter in Tweets aufspürt. „Algorithmen, die nach Poesie suchen, sind genau das Gegenteil meiner Arbeit“, meint Matias. „Diese suchen unerwartete Poesie in gewöhnlichen Texten. Meine Arbeit mit Swift-Speare sucht jedoch unter bereits existierender Poesie nach der Möglichkeit neuer Dichtung, die noch nicht geschrieben wurde.“ (pte)

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