Amazon macht Fotos von Zustellung

Der Versandhändler zeigt Nutzern jetzt durch Fotos, wo die Bestellung zu finden ist. Einbruch in Privatsphäre oder sinnvolles Service? [...]

Unauffindbare Pakete sollen der Vergangenheit angehören (c) Pixabay
Unauffindbare Pakete sollen der Vergangenheit angehören (c) Pixabay

Wer kennt das nicht: Ein lang ersehntes Amazon Paket ist angeblich zugestellt – aber trotzdem nirgends aufzufinden. US-Kunden von Amazon bekommen nun eine Lösung angeboten. Zusteller machen nun vermehrt digitale Fotos von ihrem Grundstück und dem Platz der dort zugestellten Ware.

Die Aufnahme ist dann in der Lieferanzeige enthalten, entweder in einer E-Mail oder im Amazon-Konto, damit Kunden wissen, wann sie ihre Bestellung bekommen haben und wo sie danach suchen müssen.

Amazon will mit dem erweiterten Angebot den Kunden entgegenkommen, die ihre Lieferung nicht persönlich annehmen können. Immer wieder haben Zusteller in der Vergangenheit Päckchen so gut in Blumenkübeln oder Hecken versteckt, dass erst eine persönliche Nachfrage zum Auffinden einer vermissten Lieferung führen konnte. Das Anfertigen von Fotos habe laut Amazon auch den Vorteil, dass die Fahrer so beweisen können, das Paket tatsächlich an die Adresse des jeweiligen Kundens gebracht zu haben.

Sinnvolles Service oder Verletzung der Privatsphäre?

Das sogenannte „Photo-on-Delivery-Programm“ existiert seit mindestens sechs Monaten. Kürzlich hat Amazon jedoch das Gerät und die App aktualisiert, die das Lieferpersonal in seinem Amazon-Logistics-Liefersystem verwendet, damit alle Fahrer künftig ein Foto machen können. Dies hat das Programm für eine größere geografische Breite von Amazon–Kunden im ganzen Land sichtbar gemacht. Die Lieferungen mit Foto sind derzeit schon in den Großstädten Seattle, San Francisco und auch im Ballungsraum Northern Virginia verfügbar.

Laut dem Online-Einzelhändler laden die Fahrer Fotos auf die Amazon-Server und haben anschließend keinen Zugriff darauf. Zudem würden die Fotos nicht für andere Zwecke verwendet. Sie wären ausschließlich dafür hinterlegt, dass Kunden sie nutzen und möglicherweise dem Kundenservice senden, um Probleme bei einer Lieferung zu lösen.

Bestellungen, die an eine Adresse geschickt werden, die als vertraulich gekennzeichnet ist, sind nicht in das Programm mit den Lieferfotos integriert – zum Schutz der Privatsphäre der Empfänger. Über ihren Account können US–Kunden bereits festlegen, ob sie Fotos erhalten möchten oder nicht. Wann und ob der Service auch in Europa angeboten wird, ist noch unklar.

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