Anstieg bei Public-Key-Infrastrukturen und digitalen Zertifikaten

Jährliche Studie von nCipher Security zu aktuellen Trends im Bereich PKI und IoT konstatiert weltweit eine starke Zunahme von Public-Key-Infrastrukturen, angetrieben durch das Internet of Things und Cloud-Dienste. [...]

Die Verschlüsselung von IoT-Geräten, -Plattformen und -Datenspeichern nimmt zwar zu, liegt aber insgesamt nur bei 33 Prozent. (c) zapp2photo - Fotolia
Die Verschlüsselung von IoT-Geräten, -Plattformen und -Datenspeichern nimmt zwar zu, liegt aber insgesamt nur bei 33 Prozent. (c) zapp2photo - Fotolia

Weltweit vergrößern Unternehmen rapide den Umfang und das Ausmaß ihrer Datenschutzinfrastruktur, was sich laut Untersuchungen von Entrust in einer erheblichen Zunahme von Public-Key-Infrastrukturen (PKI) widerspiegelt. PKIs gewährleisten die Sicherheit wichtiger digitaler Initiativen wie zum Beispiel die Nutzung der Cloud, der Einsatz mobiler Geräte und digitaler Identitäten sowie das Internet of Things (IoT).
 
Die jährlich vom Ponemon Institut im Auftrag von nCipher Security, einem Unternehmen von Entrust, durchgeführte Studie zu globalen PKI- und IoT-Trends basiert auf den Antworten von über 1.900 IT-Security Experten aus 17 Ländern.

IoT, Authentifizierung und Cloud sind die wichtigsten Triebkräfte für PKIs
Unternehmen werden immer abhängiger von digitalen Informationen und sind mit immer raffinierteren Cyberangriffen konfrontiert. Hier schaffen PKIs Abhilfe, mit denen sich der Zugriff auf Daten kontrollieren und die Identität von Personen, Systemen und Geräten ermitteln lässt.

Den größten Zuwachs bei PKI-Anwendungen verzeichnet die aktuelle Studie im Bereich Internet of Things: 47 Prozent der Befragten gaben diesen Trend als Hauptgrund für das Wachstum ihrer PKI-Infrastruktur an (ein Anstieg von 26 Prozent innerhalb der letzten fünf Jahre). Die Nutzung Cloud-basierter Dienste steht mit 44 Prozent der Befragten an zweiter Stelle.

TLS/SSL-Zertifikate für öffentlich zugängliche Websites und Dienste sind der am häufigsten zitierte Anwendungsfall für PKI-Credentials (84 Prozent der Befragten). Public Cloud-basierte Anwendungsfälle verzeichneten im Jahresvergleich das schnellste Wachstum (82 Prozent, plus 27 Prozent gegenüber 2019), gefolgt von der Benutzerauthentifizierung in Unternehmen (70 Prozent der Befragten, ein Anstieg von 19 Prozent gegenüber 2019). Die Ergebnisse der Studie unterstreichen den entscheidenden Bedarf an PKI zur Absicherung zentraler Unternehmensanwendungen.

Rasanter Anstieg bei zu verwaltenden Zertifikaten

Die durchschnittliche Anzahl an Zertifikaten, die ein Unternehmen verwalten muss, stieg in 2020 um 43 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, von 39.197 auf 56.192 Zertifikate. Dies unterstreicht die massiven Anforderungen an die Verwaltung von Unternehmenszertifikaten. Der enorme Anstieg in diesem Jahr lässt sich nach Meinung der Experten von Entrust auf den branchenweiten Übergang hin zu kürzeren Gültigkeitszeiträumen bei Zertifikaten und das starke Wachstum bei Anwendungen in den Bereichen Cloud und Benutzerauthentifizierung zurückführen.

Herausforderungen und Unsicherheit

Die aktuelle Studie zeigte auch neue Herausforderungen für IT-Sicherheitsexperten bei der Realisierung von PKI-Anwendungen. Mehr als die Hälfte der Befragten (52 Prozent) nannte dabei die mangelnde Sichtbarkeit der Sicherheitsfunktionen einer bestehenden PKI als größtes Problem (ein Anstieg von 16 Prozent gegenüber 2019). Dies unterstreicht den Mangel an Fachkenntnissen im Bereich Cybersicherheit und den Bedarf an PKI-Spezialisten, die auf der Grundlage bewährter Sicherheits- und Betriebspraktiken maßgeschneiderte unternehmensweite Roadmaps erstellen können. Problematisch erweist sich zudem das Ändern von Legacy-Anwendungen und die Adaption bestehender PKIs an neue Anwendungen (jeweils 51 Prozent).
 
Wenn es um die Einführung und die Verwaltung einer PKI geht, sind IT-Sicherheitsexperten vor allem durch organisatorische Probleme wie fehlende klare Zuständigkeiten, unzureichende Kenntnisse und mangelnde Ressourcen herausgefordert. Die Zahlen der Studie zur PKI-Bereitstellung deuten eindeutig auf einen Trend zu diversifizierteren Ansätzen hin, in einigen Ländern sind As-a-Service-Varianten sogar weiter verbreitet als On-Premise Modelle.
 
Die beiden größten Bereiche, die beim Thema PKI für Unsicherheit sorgen, sind das IoT (52 Prozent der Befragten) und externe Standards und Richtlinien (49 Prozent). Letztere treiben den Einsatz von PKI-Anwendungen ebenfalls zunehmend voran, was von 24 Prozent der Befragten bestätigt wurde.

IoT: Sicherheit hinkt Wachstum hinterher

Die Verschlüsselung von IoT-Geräten, -Plattformen und -Datenspeichern nimmt zwar zu, liegt aber insgesamt nur bei 33 Prozent – ein Risiko für sensible Daten. Die Befragten sehen verschiedene Gefahren für die Sicherheit ihrer IoT-Geräte, darunter Funktionsstörungen durch Malware oder andere Angriffe (68 Prozent) und die Fernsteuerung eines Geräts durch einen nicht autorisierten Benutzer (54 Prozent). Allerdings rangieren Kontrollmechanismen zum Schutz vor Malware – wie die sichere Bereitstellung von Patches und Updates für IoT-Geräte – nur auf Platz 5 der wichtigsten PKI-Funktionen im Zusammenhang mit dem IoT.

Fazit

„Wir beobachten eine zunehmende Abhängigkeit von PKIs und damit größere Herausforderungen für interne IT-Abteilungen, ihre Infrastrukturen an neue Bedürfnisse anzupassen – was wiederum Änderungen bei traditionellen PKI-Bereitstellungsmodellen und -methoden vorantreibt“, so John Grimm, Vice President Strategy for Digital Solutions bei Entrust. „In neueren Bereichen wie dem Internet of Things versäumen es Unternehmen größtenteils, Sicherheitsmechanismen wie das digitale Signieren von Firmware zu priorisieren – diese würden aber den dringendsten Bedrohungen wie zum Beispiel Malware entgegenwirken. Eine weitere Erkenntnis der Studie ist die massive Zunahme ausgestellter und zu verwaltender Zertifikate. Damit nimmt die Bedeutung einer automatisierten Zertifikatsverwaltung und flexibler PKI-Bereitstellungsmodelle rasant zu – aber auch die Notwendigkeit starker Sicherheitsmechanismen zur Schlüsselverwaltung, einschließlich der Nutzung von Hardware-Sicherheitsmodulen.“


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