Apps via Gesten steuern

Forscher des Georgia Institute of Technology (Georgia Tech) haben mit "FingerPing" ein System aus Wearable-Geräten entwickelt, das die Steuerung von textbasierten Programmen und Handy-Apps mittels einfacher Gesten ermöglicht. [...]

"FingerPing" erkennt 22 Kommandos sowie Teile von Zeichensprache. (c) gatech.edu
"FingerPing" erkennt 22 Kommandos sowie Teile von Zeichensprache. (c) gatech.edu

Die Lösung funktioniert über einen Ring, der auf dem Daumen getragen wird und akustische Signale durch die Hand an ein dazu passendes Armband oder eine Smartwatch schickt. So werden 22 verschiedene Gesten-Kommandos und Teile der American Sign Language (ASL) erkannt.

Diskrete Interaktion

„In manchen Situationen ist es aus sozialen Gesichtspunkten heraus einfach nicht angebracht, auf seinem Smartphone oder seiner Smartwatch herumzudrücken“, meint Cheng Zhang, Projektleiter und PhD-Student an der School of Interactive Computing des Georgia Tech. Die Lösung dieses Problems liege in smarter Wearable-Technik. „Ein Wearable-Gerät kann man immer bei sich tragen und es bietet einem die Möglichkeit, jederzeit auf angemessene und diskrete Weise mit verschiedenen Services zu interagieren. Wenn wir beispielsweise gerade miteinander reden, kann ich ganz einfach nebenbei eine App steuern, ohne unser Gespräch zu stören“, erklärt der Forscher.

Das FingerPing-System sei zwar im Moment noch eine reine Machbarkeitsstudie. „Diese Technologie könnte aber in Zukunft noch deutlich verbessert und weiter ausgebaut werden“, ist Zhang überzeugt. So würde der Ansatz etwa auch speziell im Bereich der Kommunikation mittels Zeichensprache gravierende Vorteile mit sich bringen. „Unser System könnte künftig als ASL-Übersetzer dienen und heute gängige Konzepte ablösen, die noch eine Kamera brauchen, um Zeichensprache zu erfassen. Wenn das auch ein Wearable-Gerät übernehmen kann, ist das viel praktischer“, so der Experte.

Akustisches Signal

Was die Handhabung betrifft, ist FingerPing einfacher und effektiver nutzbar als andere Konzepte, die in eine ähnliche Richtung gehen. Nutzer müssen etwa keinen ganzen Handschuh mehr überziehen, sondern brauchen nur einen Ring am Daumen und ein Armband oder eine passende Smartwatch. Der Ring generiert akustische Signale, die durch die Hand des Trägers wandern und von einem Receiver an der Uhr aufgefangen werden. Durch verschiedene Handstellungen verändert sich das Klangbild des Signals, was verschiedene Steuerkommandos ermöglicht.

Insgesamt 22 dieser verschiedenen Kommandos lassen sich auf diese Weise umsetzen. Dazu gehören kleine, unscheinbare Gesten wie etwa das Aufeinandertippen zweier Fingerspitzen oder das klassische Anzeigen von Zahlen mittels einem, zwei oder drei ausgestreckten Fingern. „Der Receiver kann jede noch so geringe Veränderung in der Handstellung registrieren. Immer, wenn sich diese ändert, ändert sich auch das Klangsignal, das vom Daumen zum Armband geleitet wird und es entsteht ein einzigartiges Kommando“, erläutert Zhang.

 


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