Ballmers Abschiedsbrief an die Aktionäre

Microsoft-CEO Steve Ballmer hat sich ein letztes Mal an die Aktionäre gewandt. Sein Brief strotzt vor Optimismus, angereichert mit etwas Selbstlob. Die besten Tage für Microsoft werde es aber ohne ihn geben, schreibt Ballmer. [...]

Microsoft-CEO Steve Ballmer hat sich ein letztes Mal an die Aktionäre gewandt. (c) Microsoft
Microsoft-CEO Steve Ballmer hat sich ein letztes Mal an die Aktionäre gewandt.

Es gibt momentan viele „zum letzten Mal“-Situationen im  Leben von Steve Ballmer. Zwar weiss er nicht, wie lange er noch Microsoft-Boss sein wird, nächsten Herbst wird er es aber nicht mehr sein. Das hat er klargemacht. Nachdem er darum vor kurzem an seinem letzten Mitarbeiterevent gesprochen hatte, wurde nun sein letzter Brief an die Aktionäre veröffentlicht. Ballmer war darin lange nicht so emotional wie am Mitarbeiteranlass, wo er in Tränen ausbrach. Und der Brief hat auch nicht den gleichen Newsgehalt wie der letztjährige, in welchem er bestätigte, dass Microsoft Hardwarehersteller wird. Beides war aber auch schwer zu toppen.

Im diesjährigen Brief begnügte er sich damit, den Anlegern zu versichern, dass sie das Geld ins richtige Unternehmen investieren. 77,8 Milliarden Umsatz (+6 Prozent) und 12,3 Milliarden (+15 Prozent) Rückzahlungen an Aktionäre im abgelaufenen Geschäftsjahr sind gute Argumente dafür. Und die Aussichten sollen noch besser sein. „Wir befinden uns nach wie vor in den Anfangstagen unserer Transformation“, schreibt Ballmer. „Trotzdem haben wir bereits grosse Fortschritte gemacht, indem wir Produkte und Dienste lancierten, welche die Leute lieben und die Unternehmen brauchen.“ Das Ziel für die Zukunft sollen „hochwertige Aktivitäten“ sein, in Ballmers Worten Geräte und Dienste, die es Menschen ermöglichen, zuhause oder bei der Arbeit den Tätigkeiten nachzugehen, die ihnen am meisten wert sind. Dafür soll der im Juli angekündigte Unternehmensumbau mit dem Namen „One Microsoft“ sorgen.

Um diese Strategie umzusetzen, hätte Microsoft im vergangenen Jahr einige mutige Schritte unternommen, schreibt Ballmer. Der Wechsel von Produkt- auf Funktionsgruppen, der Kauf der Nokia-Handysparte und ein neues Segment-Reporting-Framework gehören dazu. Darum sei er „extrem optimistisch“, was die Produktionsleistung von Microsoft in der Zukunft angeht.

Am Ende lobte Ballmer dann auch noch sich selber: „Mit den Entscheidungen die wir dieses Jahr trafen, mit der neuen Strategie, der neuen Organisation, all dem Talent das wir haben und unseren Geräten und Dienstleistungen, sind wir gut positioniert, um in Zukunft weltverändernde Technologie auszuliefern.“ Zudem hätten Microsoft in der vergangenen Dekade (Ballmer ist seit 2000 Microsoft CEO) „unglaubliche Resultate vorzuweisen gehabt“, mit über 200 Milliarden an operativem Gewinn.

Ballmer betonte, dass er nicht nur als CEO, sondern auch als Investor optimistisch sei und schrieb, dass „die Arbeit bei Microsoft eine aufregende Erfahrung war“. Zusammen hätte man die Welt verändert und rekordbrechende Erfolge gefeiert. „Und ich weiss“, schloss der scheidende Chef, „dass die besten Tage noch vor uns liegen“.

* Fabian Vogt ist Redakteur der Schweizer PCtipp.


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