Bewegungserfassung: System zieht User aus

Ein internationales Forscher-Team hat mit "DoubleFusion" ein System zur Bewegungserfassung entwickelt, das den Nutzer gleichzeitig auch virtuell auszieht. [...]

Das System "DoubleFusion" digitalisiert die Körperform anstatt der Kleidung. (c) liuyebin.com
Das System "DoubleFusion" digitalisiert die Körperform anstatt der Kleidung. (c) liuyebin.com

Der Sinn dahinter ist, unabhängig von der getragenen Kleidung wirklich nur die menschlichen Körperformen zu digitalisieren. Das könnte dem Team zufolge diverse Anwendungen in den Bereichen AR und VR, Gaming, Unterhaltung oder auch für virtuelles Klamotten-Shoppen haben.

Echte Formen statt Kleidung

Für professionelle Motion-Capture-Verfahren in der Unterhaltungsindustrie müssen Darsteller hautenge, dünne Anzüge tragen. Denn andere Kleidung wie Jeans, schlabbrige Shirts oder gar Röcke würden zu Unsicherheiten bei der Erfassung der eigentlichen Körperform führen. Das anlässlich der diesjährigen Conference on Computer Vision and Pattern Recognition vorgestellte System dient nun dazu, bei der Bewegungserfassung trotz Alltagskleidung nur den tatsächlichen Körper zu erfassen. „Mit DoubleFusion können sich User erstmals leicht selbst digitalisieren“, meint daher das Team in seinem Paper für die Fachkonferenz.

Das System baut darauf auf, dass Kameras, die Tiefeninformationen erfassen, immer größere Verbreitung finden. Bisherige Ansätze, eben damit Körper zu digitalisieren, hatten aber noch Probleme mit schnellen Bewegungen und Kleidung. DoubleFusion setzt nun darauf, anhand der Tiefendaten und mithilfe der Verfolgung von Gelenken ein plausibles Skelett abzuschätzen und dann ein passendes Körpermodell darum aufzubauen. Dabei bereitet relativ dicke Kleidung noch Probleme, da das System diese eher als mehr Körpermasse interpretiert – also zu breite Körperformen erstellt.

Weitere Verfeinerungen als Ziel

In der aktuellen Form kann DoubleFusion gehaltene Gegenstände, wie beispielsweise einen Joystick, nicht erkennen und würde daraus seltsame Körperfortsätze machen. Doch will das Team unter Leitung der Tsinghua University sich in Zukunft damit beschäftigen, wie die Interaktion von Personen mit Gegenständen aufgelöst werden kann. Denn die Forscher sind vom Potenzial der Entwicklung überzeugt. Das scheint auch plausibel. Bei einer virtuellen 3D-Ankleide für den Online-Einkauf beispielsweise wäre es ganz praktisch, weder einen Spezialanzug zu benötigen noch tatsächlich Nacktaufnahmen über das Internet übertragen zu müssen.

Werbung

Mehr Artikel

Unnötige Unterbrechungen durch zunehmenden E-Mail-Verkehr schädigen die Führungskompetenz. (c) pixabay
News

Mails verringern Produktivität von Managern

Der Versuch, dem E-Mail-Verkehr Herr zu werden, lenkt Führungskräfte zu sehr von wichtigen Tätigkeiten ab, reduziert ihre Produktivität und hat negative Folgen auf ihre Führungskompetenz. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher der Michigan State University (MSU). Demnach brauchen Manager pro Arbeitstag rund 90 Minuten, um sich von E-Mail-Unterbrechungen zu erholen. […]

Laboranlage zur Herstellung von Natriumpulver an der Pudue University. (c) Purdue University
News

Forscher kommen Natrium-Batterie näher

Wissenschaftler der Pudue University haben auf dem Weg vom Lithium-Ionen- hin zum Natrium-Ionen-Akku einen Meilenstein erreicht und alte Probleme gelöst. Denn beim Laden gingen bisher Ionen verloren, sodass der Wirkungsgrad sank. Zudem reduzierte sich die Kapazität durch Selbstentladung. […]

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.