Browser Bento soll Websuche auf Mobilgeräten erleichtern

Forscher der Carnegie Mellon University (CMU) haben mit "Bento" einen Webbrowser entwickelt, der vor allem komplexere Websuchen auf mobilen Endgeräten deutlich leichter und übersichtlicher gestalten soll. [...]

Der Browser organisiert Suchanfragen als Projekte und verzichtet auf Tabs. (c) iotabrowser.com
Der Browser organisiert Suchanfragen als Projekte und verzichtet auf Tabs. (c) iotabrowser.com

Der Browser – benannt nach der traditionellen japanischen Bento-Box, bei der mehrere Speisen in separate Kästchen getrennt werden – gruppiert einzelne Suchanfragen in Form von Projekten, in denen die wichtigsten gefundenen Informationen und relevantesten Webseiten zusammengefasst werden. Die Suchprojekte lassen sich mit anderen Nutzern teilen, die dann eigene nützliche Ergänzungen vornehmen können.

Keine Tabs mehr

„Wir haben uns von der japanischen Bento-Box inspirieren lassen und einen Browser entwickelt, der das Organisieren, Aufzeichnen und Teilen von Online-Aktivitäten in einem einzigen, kompletten Paket ermöglicht“, heißt es auf der Website des Herstellers. Im Gegensatz zu Browsern wie Firefox oder Chrome entfalle dabei das oft eher lästige und unübersichtliche Management von Tabs, das gerade auf kleineren Bildschirmen mobiler Geräte Probleme bereitet. „Das ermöglicht eine völlig neue Art zu browsen und eliminiert die Überladung mit Tabs, die die Brauchbarkeit konventioneller Browser deutlich einschränkt“, zitiert „EurekAlert!“ Aniket Kittur vom Human-Computer Interaction Institute (HCII) der CMU.

„Mit Bento lassen sich alle Web-Aktivitäten in Form von Projekten strukturieren. Diese können für eine spätere Weiterarbeit gespeichert, an andere Personen geschickt oder zu anderen Geräten weitergeleitet werden“, fasst der Forscher einige zentrale Funktionen zusammen. Dieser grundlegend andere Ansatz der Organisation bringe nicht nur wesentliche Vorteile mit sich, sondern entspreche auch eher der Art und Weise, wie der menschliche Geist arbeitet, weiß der Wissenschaftler.

Vergleichstest mit Safari

Um zu zeigen, wie Bento funktioniert, bringt Kittur ein konkretes Beispiel, bei dem jemand eine Reise nach Alaska planen will: „Ein herkömmlicher Browser würde unzählige Tabs für jeden Ort oder jede interessante Information wie etwa zu Hotels, Restaurants oder Freizeitaktivitäten erstellen. Mit Bento können User Webseiten festlegen, die sie als besonders wichtig erachten, unbrauchbare Seiten löschen und nachvollziehen, was sie auf jeder Seite gelesen haben. Wichtige Webseiten zu unterschiedlichen Bereichen wie Unterkünften, Ausflügen oder Transportmöglichkeiten lassen sich zu Task-Karten bündeln“, so der HCII-Experte.

In ersten praktischen User-Tests konnte Bento dem Forscher zufolge im Vergleich zum Safari-Browser sehr gut abschneiden. „Wenn Nutzer vorhatten, eine Websuche zu einem späteren Zeitpunkt wieder genau dort aufzugreifen, wo sie vorher aufgehört haben, wurde klar Bento präferiert“, schildert Kittur. Außerdem hätte der Großteil sofort bestätigt, dass der neue Browser eine bessere Organisation von Websuchen ermöglicht.

Wer ein iPhone besitzt, kann Bento bereits als App herunterladen und testen. „Von den besseren Möglichkeiten der Organisation könnten nicht nur Nutzer von mobilen Geräten profitieren, sondern auch User von Desktop-Computern„, ist Kittur überzeugt. Deshalb arbeite er mit seinem Team bereits an einem entsprechenden Plug-in für den Chrome–Browser.

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