CES: IBM zeigt erste integrierte Quanten-Computer für den kommerziellen Einsatz

KI-gestützte Wettervorhersagemodelle, neue Komponenten für IBM Project Debater oder der neue Quanten-Computer: IBM zeigt auf der CES zahlreiche Innovationen. [...]

Das Quantencomputer-System One von IBM. (c) IBM

An Innovationskraft scheint es IBM nicht zu mangeln: IBM hat 2018 rund 9.100 US-Patente zugesprochen bekommen und führt damit seit Jahren die Patentliste der USA an. An über 600 dieser Patente waren auch IBM-Experten aus Deutschland und der Schweiz beteiligt. Alleine 1.600 Innovationen kamen aus dem Bereich Künstliche Intelligenz und auch in den Bereichen Cloud Computing, Security, Quanten Computing und Blockchain lieferte IBM viele Innovationen. Zu den patentierten Technologien zählen: Das KI-Projekt Debater, das in der Lage ist, mit Menschen über komplexe Themen zu diskutieren; eine IoT- und Analyse-Plattform in der IBM Cloud, die helfen soll, die Seen und Wasserstraßen der Erde zu schützen; und eine Security-Lösung, die vor dem so genannten Vishing, dem unerwünschten Stimmen-Klau über eine VoIP-Anlage, schützt. 

„Project Debater – Speech by Crowd“ feiert Premiere

IBM Project Debater hat bereits im letzten Jahr Aufmerksamkeit erregt (COMPUTERWELT online berichtete): als erstes System, das mit Menschen über komplexe Sachverhalte diskutieren kann. Auf der CES 2019 in Las Vegas wird nun eine neue Komponente dieser Technologie vorgestellt: Project Debater – Speech by Crowd. Hierbei handelt es sich um eine cloudbasierte KI–Plattform, die die Meinungen von zahlreichen Menschen Personen zu einem kontroversen Thema auswertet, um eine kollektive Pro- und Contra-Haltung zu bilden. Hierzu nutzt die Technologie die Kern-KI hinter Project Debater. Aus diesen Argumenten konstruiert Project Debater – Speech by Crowd dann automatisch Standpunkte, um das Thema entweder zu unterstützen oder zu hinterfragen.

Mit Fingernagelsensor Parkinson-Erkrankungen frühzeitig erkennen

Die Stärke des menschlichen Griffs sagt viel über die Gesundheit eines Menschen aus – etwa, ob eine neurodegenerative Krankheit oder eine Herzerkrankung vorliegt. Ein neues tragbares System von IBM macht sich diese Erkenntnis jetzt bei Parkinson-Erkrankungen zunutze: Ein winziger Fingernagelsensor misst kontinuierlich, wie sich der Fingernagel einer Person biegt und bewegt – ein Schlüsselindikator für die Griffstärke eines Menschen, bei Parkinson-Patienten ist diese geschwächt ist. Das System besteht aus Dehnungsmessstreifen, die am Fingernagel befestigt sind, und einem kleinen Computer. Dieser erfasst die Dehnungswerte des Fingernagels, sammelt die Daten des Beschleunigungssensors und übermittelt die Informationen an eine intelligente Uhr. Über maschinelle Lernmethoden konnte man in Tests erkennen, ob bei Handbewegungen eines Patienten erste kleine Parkinson-Anzeichen erkennbar sind. Damit trägt das Gerät maßgeblich zum frühzeitigen Erkennen der Erkrankung aufgrund der mikroskopisch kleinen Bewegungen des Fingernagels bei.

Ein winziger Fingernagelsensor misst kontinuierlich die Griffstärke eines Menschen. Da diese bei Parkinson-Patienten ist geschwächt ist, können hier Rückschlüsse auf Parkinson-Erkrankungen gezogen werden.
Ein winziger Fingernagelsensor misst kontinuierlich die Griffstärke eines Menschen. Da diese bei Parkinson-Patienten ist geschwächt ist, können hier Rückschlüsse auf Parkinson-Erkrankungen gezogen werden. (c) IBM

Quanten-Computing kommerziell nutzen

Bisher waren Quantencomputer vor allem für Forschungsabteilungen interessant. Mit IBM Q Systems One ändert sich das jetzt. Gemeinsam mit Partnern aus den unterschiedlichsten Bereichen hat IBM ein integriertes System entwickelt, das außerhalb von Forschungslaboren eingesetzt werden kann und eine der größten Herausforderungen im Quanten-Computing löst – die empfindlichen Quantenzustände der Qubits. Sie lassen sich nun so lange aufrechterhalten, stabil verarbeiten, so dass auch eine kommerzielle Nutzung der Technologie möglich wird. Analog zu herkömmlichen Computern setzt sich das erste modulare, cloudbasierte System aus tausenden, perfekt aufeinander abgestimmten Hard- und Software-Komponenten wie Kühlung, sicherere Schnittstellen und entsprechende Firmware zusammen. Mitglieder des IBM Q Networks sollen noch in 2019 Zugang zum geplanten IBM Quanten-Computing-Zentrum in Poughkeepsie, New York, erhalten. Dort finden sie alles, was sie für ihre erste Schritte im Quanten-Computing benötigen: technisches Knowhow, Hochleistungsrechner, ein Hochverfügbarkeitsrechenzentrum und natürlich IBM Q Systems One.

ExxonMobil und CERN schließen sich Quanten-Computing-Initiative an

Das IBM Q Network, ein Zusammenschluss aus Fortune 500 Unternehmen, Start-ups und Forschungseinrichtungen, ist um einige namhafte Mitglieder gewachsen: Nicht nur das Energieunternehmen ExxonMobil hat sich dem Netzwerk angeschlossen, auch die Europäische Organisation für Kernforschung CERN, die US-Einrichtungen Argonne, Fermilab und das Lawrence Berkeley National Laboratory sind nun Teil der Initiative. Die Mitglieder arbeiten direkt mit Wissenschaftlern, Ingenieuren und Beratern von IBM zusammen, um die Nutzung von Quantencomputern in einer Vielzahl von Industriezweigen und auf unterschiedlichen Anwendungsgebieten zu erforschen. Sie erhalten dafür einen Cloud-Zugriff auf IBM Q-Systeme, um ihre Projekte voranzutreiben, die mit einem Quantencomputer schneller gelöst werden können als mit einem herkömmlichen Computer.

The Weather App: Präzise Wettervorhersage für Kansas, Kenia und Kitzingen

Das neue Modell mit dem Namen IBM Global High-Resolution Atmospheric Forecasting System – kurz: GRAF – soll weltweit äußerst genaue Vorhersagen liefern. Dafür bedient es sich der IBM Supercomputing-Technologie und nutzt als erstes Wetter-Modell IoT-Daten in großem Umfang. Mit Hilfe von Crowdsourcing-Technologie, bei dem Millionen bisher ungenutzter Datenquellen – wie Luftdruckwerte aus Smartphones oder Sensordaten aus Flugzeugen – erschlossen werden, sollen sich Vorhersagen noch genauer und lokaler treffen lassen. Viele Regionen der Welt müssen sich mit Modellen begnügen, die nur alle sechs Stunden aktualisiert werden und die nur bis auf einen Bereich von zehn bis 15 km genau sind. Mit GRAF wollen IBM und The Weather Company das ändern: Das neue Modell aktualisiert die Vorhersage für den kommenden Tag im Durchschnitt jede Stunde und bis auf drei Kilometer genau – und zwar auf der gesamten bewohnten Erde.

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