Citigroup testet Bankomaten mit Iris-Scanner

Der Selbstbedienungsgeräte-Spezialist Diebold hat mit "Irving" ein Geldautomaten-Konzept vorgestellt, das ohne Karte, Bildschirm oder Tastatur auskommt. Denn der Nutzer interagiert via eigenem Smartphone mit dem Gerät. Zur Identifikation von Bankkunden kann dabei ein Netzhautscan oder ein PIN dienen. Die Citigroup testet dieses neue Konzept bereits, berichtet das "Wall Street Journal". Demnach könnte es allerdings noch Jahre dauern, ehe die Technologie wirklich breit genutzt wird. [...]

Ist die Zeit der Bank-Karten abgelaufen? (c) CC0 Public Domain - pixabay.com
Ist die Zeit der Bank-Karten abgelaufen?

Diebold zufolge ist das Design von Irving darauf ausgelegt, Kunden schnellen, sicheren Zugang zu Bargeld zu verschaffen. Um das zu ermöglichen, setzt man auf Smartphones. Der Nutzer meldet per App eine Transaktion schon vorab an. Nähert er sich dem Geldautomaten, erkennt dieser das per NFC. Um die Identität des Kunden zu bestätigen, wird es laut Diebold verschiedene Möglichkeiten geben. Eine davon, die beim Citigroup-Test zum Einsatz kommt, ist ein Netzhautscan. Das ist offenbar auch der Weg, mit dem man Risiken durch Smartphone-Verlust oder -Diebstahl vorbeugen will.

Im Gegensatz zu bisherigen Geldautomaten kommen die neuen Geräte ohne Karte aus. Damit sind sie gefeit vor der Gangster-Masche, mit manipulierten Geräten Kartennummern und passende PIN-Codes zu stehlen. Gleichzeitig verspricht sich Diebold davon viel schnellere Transaktionen. Ein Bankkunde soll dem Gerätehersteller nach letztlich weniger als zehn Sekunden vor dem Gerät verbringen. Das wäre noch ein Drittel weniger, als beispielsweise die BMO Harris Bank mit ihrer aktuellen kartenlosen Behebungsoption bietet.

Der Trend geht zu kartenlosen Behebungsmöglichkeiten bei Selbstbedienungsgeräten. So haben auch J.P. Morgan und Bank of America entsprechende Ideen vorgestellt oder getestet. Dennoch könnte es noch dauern, ehe derartige Lösungen wirklich weite Verbreitung finden. „Große Unternehmen warten manchmal lieber an der Seitenlinie, um zu sehen, ob ein Produkt etwas für sich hat, ehe sie darin investieren“, erklärt Daniel Van Dyke, Analyst bei Javelin Strategy & Research. (pte)


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