Cloud verlängert Akku-Power um 60 Prozent

Wissenschaftler der britischen Aston University haben die Akku-Lebensdauer von mobilen Endgeräten wie Smartphones und Tablets um bis zu 60 Prozent verlängert. Möglich wird das durch eine ausgeklügelte Kombination von mobilem und Cloud Computing. [...]

Forscher lagern die energiehungrigsten App-Teile der Geräte in virtuellen Speicher aus, um Strom zu sparen. (c) pixabay
Forscher lagern die energiehungrigsten App-Teile der Geräte in virtuellen Speicher aus, um Strom zu sparen. (c) pixabay

Dabei wird eine Technik namens „Code-Offloading“ eingesetzt, bei der die energiehungrigsten Teile von mobilen Applikationen automatisch identifiziert und gewissermaßen in die Cloud ausgelagert werden, um den Akku zu schonen.

„Funktioniert bei jeder App“

„Wir können bei mobilen Apps spezielle Optimierungs-Algorithmen einsetzen, um die effizientesten App-Konfigurationen zu finden. Außerdem haben wir Tools entwickelt, die jeweils alljene Programmteile aufspüren, die am meisten Energie verbrauchen, und diese dann einfach in die Cloud verschieben“, erklärt Peter Lewis, Senior Lecturer an der School of Engineering and Applied Science der Aston University. Auf diese Weise lasse sich der Energieverbrauch drastisch reduzieren. „Und da unser Ansatz sehr allgemein ist, funktioniert er bei jeder mobilen App„, betont der Forscher.

Bislang habe man allerdings lediglich Experimente mit zwei Android–Apps durchgeführt: einem noch in der Entwicklung befindlichen Programm namens „ImageEffects“, das ein wenig an Instagram erinnert, und der Open-Source-App „Mather“, die über Github verfügbar ist. „Bei einer davon konnten wir zeigen, dass sich der Batterieverbrauch tatsächlich um bis zu 60 Prozent reduzieren lässt – und das bei einer Netzwerknutzung von nur knapp mehr als einem Megabyte. Bei der zweiten App erreichten wir eine Reduktion um 35 Prozent bei weniger als vier Kilobyte an zusätzlicher Datennutzung“, schildert Entwickler Aamir Akbar.

Cloud übernimmt die Arbeit

Obwohl mobiles Cloud Computing kein ganz neuer Ansatz ist, sind Lewis und Akbar eigenen Angaben zufolge die Ersten, die diese Methode in einer sehr allgemeinen und flexibel einsetzbaren Form praktisch nutzbar machen. Das von ihnen vorgestellte System, das im Moment noch ausschließlich auf Android-Geräten funktioniert, setzt dabei auf eine intelligente Verteilung von Rechenaufgaben zwischen Endgerät und Cloud.

Beim „Code-Offloading“ werden zunächst die energiehungrigsten Teile der Applikationen identifiziert und anschließend in die Cloud ausgelagert, um sie dort und eben nicht am Endgerät selbst abarbeiten zu lassen. Währenddessen kommt es zu keinerlei Belastung der Komponenten des eigenen Handys oder Tablets, was den Energieverbrauch insgesamt deutlich sinken und die Akkulaufzeit nach oben klettern lässt.

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