Das Acer Chromebook Spin 713 (CP713-2W-51EJ) im Test

Das Convertible punktet mit 360-Grad-Gelenk, VertiView-Display im 3:2-Format, robustem Metallgehäuse und Touchscreen aus Gorilla-Glas. Ob Chrome OS sowie die Akkulaufzeit im (Home-Office-)Alltag überzeugen konnten, lesen Sie hier. [...]

Chromebook Spin 713 von Acer (c) Acer

Das Chromebook Spin 713 von Acer wurde (wie das Chromebook Enterprise Spin 713) speziell für Business-User entwickelt. Lanciert hat es Acer im Juli 2020 (PCtipp berichtete). Dank 360-Grad-Gelenk kann es vielfältig eingesetzt werden.

Das Convertible verfügt über ein robustes und doch elegantes Metallgehäuse. Das Chassis erfüllt nach Angaben des Herstellers die Standards der US-Militärnorm MIL-STD 810G2. Neben dem Touchscreen (CineCrystal-Multi-Touch-QHD-IPS-Display) ist auch das Multi-Gesture-Touchpad des Gerätes aus Corning-Gorilla-Glass gefertigt. Anschlüsse: Es gibt zwei USB-3.1-Typ-C-Ports sowie einen weiteren USB-3.0-Typ-A-Port. Des Weiteren einen HDMI- und ein Kopfhörer-Klinken-Anschluss. Die Ein-Aus-Taste findet sich rechts, ebenso die Lautstärkenregelung. Es gibt keinen VGA- oder Thunderbolt-Anschluss.

Audio: Der Sound überzeugte im Alltag, sowohl bei den hohen als auch den tiefen Tönen. Der Bass könnte besser sein, dieser klang leicht blechern.

Hinweis: Leider ist das Modell mit dem schnellen Intel-Core-i7-Prozessor (10. Gen) in der Schweiz nicht verfügbar, sondern nur solche mit i5-Prozessor (10210U).

Display und Convertible-Funktion

Das 33,8-Zentimeter-Display (13,5 Zoll) bietet laut Spezifikationen-Blatt (s. Ende des Artikels) eine Auflösung von 2256 × 1504 Pixeln. Standardmäßig ist eine Auflösung von 1410 × 940 Pixeln eingestellt. Texte sind im Test gut lesbar und scharf gezeichnet. Hersteller Acer wirbt damit, dass man dank des VertiView-Displays im 3:2-Format über 18 Prozent mehr vertikale Bildschirmfläche zum Arbeiten hat. Ob beim Arbeiten oder Filmeschauen: Dass man selten oder gar nicht scrollen muss, ist sehr angenehm. Ebenfalls das Touchdisplay aus Corning-Gorilla-Glas. Ein Touchpen ist nicht im Lieferumfang dabei.

360-Grad drehbares Display für mehr Flexibilität (c) Acer

Dank 360-Grad-Convertible kann man unkompliziert Kollegen etwas zeigen oder eine Präsentation halten, auch ohne viel Platz im Home Office arbeiten oder einfach auf dem Sofa fläzen und Mails checken oder abends Filme schauen.

Als allerdings ein externer Monitor angehängt wurde, fror Teams mehrfach ein und wurde dann geschlossen. Die Suche in Microsoft Outlook war zwar existent, funktionierte aber nicht zuverlässig. Mehrere Begriffe gaben schlechte oder keine Resultate, während dies auf einem Windows-10-Gerät kein Problem war. 

Dank 360-Modus wird der Laptop rasch zum großen Tablet (c) Acer

Ergonomie

Unseren Auf- und Zuklapptest bestand das Convertible ohne Probleme. Das Display schwingt beim plötzlichen Stoppen allerdings ein wenig nach. Die zwei Scharniere wirken robust genug und springen nirgends raus.

Tastatur

Im Test wurde während eines Großteils des Tages mit der Tastatur getippt. Die Tasten sind groß genug und gut verbaut, nichts wackelt oder bleibt an den Finger kleben. Längeres Tippen, darunter diesen Test, war angenehm.

Tastatur und Touchpad von oben (c) Acer

Touchpad

Ich verwende lieber die Maus, darum habe ich das Touchpad nur minimal verwendet. Es tat, was es soll. Es fühlte sich allerdings angenehmer an als andere Touchpads. Das liegt wohl daran, dass nicht nur der Touchscreen, sondern auch das Touchpad aus Corning-Gorilla-Glass gefertigt wurde. So ist es auch vor Kratzern und Feuchtigkeit geschützt. 

Software

Wer bisher immer mit einem Windows-Laptop gearbeitet hat, für den mag Chrome OS ein Hindernis darstellen. Der Vorteil des schlanken Google-Betriebssystems ist, dass es schlicht und günstig sein soll, damit es beispielsweise an Schulen verwendet werden kann.

Chrome OS hat allerdings bezüglich Microsoft-Kompatibilität Fortschritte gemacht. Unter anderem sind zudem dank Play Store Android-Apps verfügbar. Man muss sich halt zu Beginn etwas Zeit nehmen, um diese zu installieren und einzurichten.

Ich konnte ohne größere Probleme mit Microsoft-365-Office-Apps wie Outlook oder Teams arbeiten. Zugegeben, Teams sieht zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig aus. Was allerdings unschön war: Die Teilnahme an einer Teams-Videositzung war nicht möglich, da beim Klicken auf «Teilnehmen» die App mehrfach geschlossen wurde. Ärgerlich. Aber ansonsten hielt sich die Umstellung bei Windows-Apps noch in Grenzen.

Grundsätzlich wäre auch Linux verfügbar, aber da es sich dabei noch um eine Beta-Version handelt, wurde dies nicht im Test berücksichtigt.

Akkulaufzeit und Performance

Akkulaufzeit: naja

Der Hersteller verspricht eine Akkulaufzeit von zehn Stunden. Im privaten Rahmen mit Musikhören und Filmestreamen kam das gefühlt auch hin. Als ich dann einen Arbeitstag mit dem Chromebook bewältigen wollte, machte der Akku nach unter fünf Stunden schlapp! Im Test waren ein externer Monitor und eine kabellose Maus angeschlossen und das Convertible war im Dauergebrauch, mit verschiedenen (Microsoft-)Programmen sowie Browsern. Ohne extern angeschlossene Peripherie hielt das Convertible am zweiten Testtag knapp acht Stunden durch. Dieser Wert ist ohne Musik- oder Filmstreaming. In einem Wort, oder Laut, zusammengefasst ist die Akkulaufzeit: «Meh :-(».Immerhin war das Chromebook Spin 713 in knapp 1 Stunde und 10 Minuten mit dem mitgelieferten Netzteil wieder aufgeladen.

Performance: Google-Dienste prima, Windows-Dienste ok

Die Performance ist im Test durchzogen. Einerseits startet das Gerät schnell; aus dem abgemeldeten Zustand ist das Gerät tatsächlich wie vom Hersteller versprochen innert einer Sekunde bereit. Wer Google-Dienste wie Chrome, Google Drive oder Google Docs nutzt, der wird wohl zufrieden sein. Bei Microsoft-Diensten gibt es leider noch immer Verzögerungen. Diese sind nicht tragisch, aber bemerkbar. Als ein externer Monitor angeschlossen wurde, wurde Microsoft Teams bei der Verwendung mehrfach «eingefroren» und danach geschlossen, was im (Homeoffice-)Büroalltag natürlich ärgerlich ist. 

Fazit

Da Chrome OS zwar mittlerweile besser mit Android-Apps funktioniert, aber bei Microsoft-Apps die Performance noch immer nicht einwandfrei leisten kann, fällt mir eine Empfehlung fürs Chromebook Spin 713 von Acer nicht leicht.

Schade ist, dass das Modell mit i7-Prozessor in der Schweiz nicht erhältlich ist (sondern i5). Außerdem hat mich die Akkulaufzeit nicht überzeugt. Transparenterweise sei es gesagt: Ich bin kein großer Fan von Chrome OS. Wäre ich Studentin und müsste aufs Budget schauen, würde ich das Chromebook Spin 713 vermutlich nicht kaufen, es wäre mir mit den vorhandenen Specs zu teuer.

Wer Chrome OS gewohnt ist und ständig im Google-Dienste-Universum unterwegs ist, dem sei das Gerät empfohlen. Es wäre beispielsweise für Schüler und Studierende geeignet. Das klare Plus sind das um 360-Grad umklappbare Display sowie das VertiView-Display im 3:2-Format, die das Gerät sowohl fürs Arbeiten, Filmeschauen und Präsentieren nützlich und angenehm macht.

Wer bisher ein Windows-10-Gerät verwendet und beruflich mehrheitlich Microsoft-Apps verwendet, sollte sich bewusst sein, dass die Umstellung etwas Zeit und manchmal Geduld braucht. Mit externem Monitor und kabelloser Maus hielt das Gerät in meinem Berufsalltag lediglich fünf Stunden durch, bis es ans Netzkabel musste. Schlussendlich gibt es aus den erwähnten Gründen lediglich 3,5 Sterne (Bewertung: ordentlich).


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