Das bringt Android P und diese Geräte erhalten es

Die ersten Vorschauversionen für Android 9.0 sind seit März erschienen. Und diesmal sollen weit mehr Geräte versorgt werden. [...]

Das offizielle Google-Logo zu Android P. (c) Google

Googles nächstes mobiles Betriebssystem-Update «Android P» wird voraussichtlich noch in diesem Jahr verteilt. Möglich macht das eine engere Kooperation mit führenden Herstellern der Hardware-Plattformen, die diesmal schon viel früher in den Entwicklungsprozess eingebunden werden sollen. An der Google I/O hat Google bereits vorausgeschickt, dass sich dadurch die Auslieferung um bis zu zwölf Wochen verkürzen wird. Im Wesentlichen geht es darum, dass sowohl die Chip-Hersteller als auch Anbieter wie Samsung mit Zusatz-Software viel früher Einblick in die gemeinsamen Prozesse erhalten sollen. Qualcomm hat schon bekannt gegeben, die Kunden mit Snapdragon 636, 660 und 845 versorgen zu können. Auffällig ist auch, dass bereits jetzt sieben Handys im Beta-Programm vertreten sind.

Das bringt Android P

Bei Android P respektive Android 9.0 will Google mit einer Reihe smarter Funktionen nachbessern. Dazu zählen auch die automatischen Helligkeits- und Akku-Optimierungen, die sich stärker den gewöhnlichen Nutzerbedürfnissen anpassen. Darüber hinaus will Google die Benutzung des Smartphones weiterhin vereinfachen. So verschwindet beispielsweise der Multitasking-Button, während die Zurück-Taste nur noch in den Apps zu sehen sein wird. Der Home-Button bleibt dagegen bestehen und funktioniert anders als bisher. Tippt man ihn an, gelangt man zum Startbildschirm zurück. Nach oben ziehen lässt sich damit auch die App-Schublade, welche die kürzlich geöffneten Apps nebeneinander anzeigt. Diese lassen sich jetzt wie beim iPhone X auch mit Wischgesten durchstöbern. Bei einem zweimaligen Wisch nach oben gelangt man zur Übersicht mit den installierten Apps.

Google soll sich ausserdem im neuen Android mehr um Ihr Wohlergehen sorgen und analysieren, welche App Sie häufig verwenden. Auf Wunsch kann man so seinem eigenen App-Suchtverhalten einen Riegel vorschieben, damit sich bestimmte Apps für einen gewissen Zeitraum nicht nutzen lassen. Die beiden neuen Funktionen Slices und App Actions sollen zudem das Verhalten bei häufigen App-Interaktionen beschleunigen. Ob das «P» im neuen Android dann zum finalen Release für «Peppermint», «Pancake» oder «Petit Four» stehen wird, ist noch völlig unklar. Ebenso der ungefähre Erscheinungstermin bei den Google-nahen Android-Belieferern.

Welche Geräte bekommen Android P?

Zur Gretchenfrage, welche Smartphone-Hersteller das nächste Update nachliefern, gibt es doch schon einige konkrete Hinweise und Hersteller, die sich zur Update-Situation geäussert haben. Anders als im letzten Jahr, stehen nun beispielsweise auch erste Beta-Abbilder der Entwicklerversion nicht nur auf den Google-Geräten über das Over-The-Air-Update-Programm zum Ausprobieren bereit, sondern auch für eine Reihe anderer Geräte wie dem Sony Xperia XZ2, Xiaomi Mi Mix 2S oder Nokia 7 Plus. Daher weiss man jetzt schon, dass nebst den Google-Pixel–Smartphones folgende sieben Smartphones Android P erhalten werden.

Gesicherte Kandidaten:

Nokia 7 Plus
Xiaomi Mi Mix 2S
Sony Xperia XZ2
Oppo R15 Pro
Essential Phone
Vivo X21
Oneplus 6

Ein klarer Fall für Google

Bei Google muss man gar keine Milchbüechlirechnung machen. Es sind die übrigen Smartphones, die auch im Beta-Programm aufgeführt werden. Weiterhin mit von der Partie sind die ersten Pixel–Smartphones des Google-Konzerns. Mit der Nexus-Reihe ist aber nun offenbar definitiv Schluss. Ausser Google erweitert sein Programm noch um einige Systemabbilder, was zurzeit schwer vorstellbar ist, haben das Nexus 6P und das Nexus 5X inzwischen schon gut drei Jahre auf dem Buckel. Die Liste ist daher klein, aber fein.

Gesicherte Kandidaten:

Pixel 2
Pixel 2 XL
Pixel
Pixel XL

In der Regel lassen sich die Google-Smartphones auch manuell jeweils schneller direkt mit den neusten Systemabbildern bespielen, was Bastler und Tester oft gerne tun, aber selbst erfahrene Anwender wegen möglicher Ruckler der frühen Version (noch) nicht unbedingt auf einem Produktivgerät aufspielen sollten.

Samsung: Neues für neue Geräte

Bei Samsung kann man sich ungefähr zusammenrechnen, welche Smartphones den Zenit des Update-Versorgungszyklus erreicht haben. Das Galaxy S8 und auch das Galaxy A8 sind noch keine zwei Jahre alt, das Galaxy S7 hat dagegen schon drei Jahre auf dem Buckel. Bereits mit Android Oreo kam das erst wenige Monate alte Galaxy S9. Beim Galaxy S8 dauerte es wegen der Samsung-Zusatzfunktionen und einigen Bugs etwas länger, aber auch das S8 wurde erst kürzlich versorgt. Zudem ist Google bemüht, mit den wichtigsten Partnern öfter zusammenzusitzen. Daher kann Samsung seine Updates eigentlich nur noch zügiger beliefern, aber wohl nur für die wichtigsten Geräte.

Annahmen:
Samsung Galaxy S9
Samsung Galaxy S9 Plus
Samsung Galaxy S8
Samsung Galaxy S8 Plus
Samsung Galaxy Note 8
Samsung Galaxy A8
Samsung Galaxy A6

Nokia: ein P-Update für alle

Nokia-Lizenznehmer HMD Global hat sich schon vor seiner Gründung ein Team aus vielen ehemaligen Managern verschiedener grosser Handy-Hersteller ins Boot geholt. Das noch junge Unternehmen, bei dem viele ehemalige Nokia-Mitarbeiter vertreten sind, betont praktisch an jedem Presse-Meeting, wie wichtig die engen Partnerschaften mit Google und Foxconn sind. Ganz nach dem Motto «Pure Android» versprach HMD schon im Herbst letzten Jahres, dass praktisch alle Nokia–Smartphones, also auch die Einsteigergeräte, Android P erhalten werden. Die Liste an unterstützten Geräten wäre demnach schon ziemlich lang.

Gesicherte Kandidaten:
Nokia 3
Nokia 5
Nokia 6
Nokia 6 (2018)
Nokia 7 Plus
Nokia 8
Nokia 8 Sirocco

Sony: bereits im Beta-Programm

Sony hat sich bei neuen Android-Updates in den letzten Jahren immer sehr vorbildlich verhalten. Obwohl das Smartphone-Business beim Elektronikkonzern schon länger nicht mehr als Eckpfeiler angesehen werden kann, was Sony selber schon betont hat, versorgt man meistens die ganze Xperia-Familie der letzten und vorletzten Generation. Und das Xperia XZ2 befindet sich bereits im Beta-Programm. Demnach erhalten mit Sicherheit die letztjährigen Modelle ein Update.

Annahmen:
Xperia XZ Premium (nicht bestätigt)
Xperia XZs (nicht bestätigt)
Xperia XZ2 (bereits als Beta verfügbar)
Xperia XZ2 Compact (nicht bestätigt)

HTC: schnelle Update-Runden

Auch HTC dürfte es beim Smartphone-Geschäft ähnlich gehen wie Sony. Die Taiwanesen haben aber die Spitzengeräte in den letzten Jahren meistens zeitnahe beliefert, was auch für eine gute Partnerschaft mit Google sprechen könnte. Auch hier ist vorstellbar, dass sicherlich die P-Modelle das Update erhalten werden.

Annahmen:
HTC U11
HTC U11 Plus
HTC U12+
HTC Desire 12 Plus

Und wie sieht es aus bei Huawei, LG und Motorola?

Bei den übrigen Herstellern ist die Situation noch etwas unübersichtlich. LG äussert sich in aller Regel nie zu neuen Updates. Im europäischen Markt vertreten sind vor allem das LG V30 und das LG G6. Somit werden es wohl sicher diese beiden Leistungsbringer sein, die ein Update erhalten. Auch bei Huawei ist die Update-Situation wie jedes Jahr ein wenig unklar. Mit höchster Wahrscheinlichkeit werden das Mate 10 Pro und das P20 (Pro) das P-Update zuerst bekommen. Wie das mit den zahlreichen weiteren Mittelklasse- und Einsteigergeräten der Honor-Serie aussehen wird, bleibt vorerst einmal abzuwarten. Bei dem Android-Puristen Motorola geht es in den letzten Jahren zügiger. Das hiesse, dass auch die jüngsten Einstiegsgeräte und alle 2017er-Modelle aktualisiert würden. Bestätigt hat die Lenovo-Tochter dies aber bisher nur bei der neuen Moto-G(6)-Serie.

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