Datendieb kommt durch die Smartwatch

Knapp 71 Prozent der Mitarbeiter in Deutschland nutzen private Endgeräte für die Arbeit, aber nur in 35 Prozent der Unternehmen gibt es dedizierte Richtlinien zu BYOD. Das sind ein paar der wichtigsten Ergebnisse einer neuen Umfrage von Kroll Ontrack unter 220 deutschen IT-Verantwortlichen. Dabei bestätigt die Umfrage, dass Bring your own Device (BYOD) – immer häufiger auch in Form von Wearables, wie etwa Smartwatches – bereits in deutschen Unternehmen angekommen ist. Allerdings fehlt bei vielen Verantwortlichen noch das Bewusstsein für die potenziellen Gefahren. [...]

Wearables sind oft kein Teil der ohnehin noch immer nicht überall vorhandenen BYOD-Strategien. (c) Oleksiy Mark - Fotolia.com
Wearables sind oft kein Teil der ohnehin noch immer nicht überall vorhandenen BYOD-Strategien.

„Mittlerweile hat nahezu jeder der großen Elektronikkonzerne Wearables im Portfolio – egal ob Apple Watch, Samsung Gear S oder Motorola 360, um nur einmal bei den Smartwatches zu bleiben. Und eine aktuelle Studie des Marktforschungsunternehmens Harris Poll im Auftrag von MobileIron zeigt, dass die Mehrzahl der Beschäftigten (95 Prozent) tatsächlich auch bereit dazu ist, solche Wearables beruflich zu nutzen“, erklärt Peter Böhret, Managing Director http://www.krollontrack.de/ - external-link>Kroll Ontack GmbH. „Doch unsere vor Kurzem durchgeführte Umfrage beweist, dass in der Mehrzahl der Unternehmen noch nicht einmal für ‚reguläres‘ BYOD entsprechende Richtlinien existieren – geschweige denn für Wearables. Dabei laufen die Verantwortlichen Gefahr, durch diese Nichtregulierung Datenverluste zu riskieren.“

Die Umfrage von Kroll Ontrack zeigt klar, dass BYOD in vielen Unternehmen an der Tagesordnung ist. So nutzen knapp 71 Prozent der Befragten private Endgeräte für ihre Arbeit. Allerdings besitzt knapp die Hälfte keine entsprechenden Richtlinien zur Nutzung solcher Geräte. Dies ist besonders vor dem Aspekt kritisch, dass in 65 Prozent der Fälle die privaten Endgeräte der Mitarbeiter uneingeschränkten Zugriff auf das Firmen-WLAN haben. Dazu zählen auch im Unternehmenseinsatz bisher untypische Geräte wie Wearables oder E-Reader. Dies stellt für die IT-Abteilungen ein unkalkulierbares Risiko dar, da diese Geräte ein offenes Tor für Cyber-Angriffe und Malware sind.

Ein weiteres Risiko sind die in vielen Fällen automatisierten Backups der mobilen Endgeräte, die alle Daten vollautomatisch in die Cloud laden. Denn auf diesem Weg könnten leicht vertrauliche Firmendaten das Unternehmensnetzwerk verlassen – unbemerkt von Mitarbeitern und Verantwortlichen. Ein Datenleck ist quasi vorprogrammiert – vor allem, da sich bislang mehr als 30 Prozent der Befragten noch nicht mit dem Thema befasst haben.

Mit jedem Tag, an dem sie die Nutzung privater Endgeräte nicht regeln und die Mitarbeiter entsprechend sensibilisieren, riskieren Unternehmen also einen kapitalen Datenverlust oder Schlimmeres. „Doch es ist nicht damit getan, einmalig Richtlinien festzulegen. Die Verantwortlichen in den IT-Abteilungen und Geschäftsführungen müssen diese auf neue technologische Entwicklungen, wie beispielsweise Wearables anpassen und die Mitarbeiter regelmäßig für Gefahren sensibilisieren“, erklärt Böhret abschließend. (pi)

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