Datenschutzmaßnahmen: Klaffende Lücke zwischen Eigenanspruch und konkreten Verhaltensweisen

Malwarebytes veröffentlichte heute die Ergebnisse einer Umfrage im Bereich persönlicher Datenschutzmaßnahmen. [...]

Nur 32 Prozent der Befragten lesen AGB bzw. Endbenutzer-Lizenzvereinbarungen. (c) Light Impression - Fotolia
Nur 32 Prozent der Befragten lesen AGB bzw. Endbenutzer-Lizenzvereinbarungen. (c) Light Impression - Fotolia

Zwischen 14. Januar und 15. Februar 2019 führte Malwarebytes eine Umfrage unter fast 4.000 Teilnehmern durch, um das Vertrauen der Befragten in ihre eigenen Datenschutz- und Sicherheitspraktiken sowie das Vertrauen in die Wahrung der Privatsphäre durch Unternehmen zu messen. Datenschutz war dabei allgemein ein zentrales Anliegen, auch im Hinblick auf den fahrlässigen Umgang von Unternehmen mit persönlichen Daten. Aber auch Nutzer selbst setzen die Grundlagen der Cybersicherheit häufig nicht um.

Praktiken zum Schutz der Daten werden tendenziell immer schwieriger und komplexer, was dazu führt, dass Nutzer weniger sorgfältig mit ihren Daten umgehen. Wenn jedoch der Datenschutz für eine derart große Anzahl von Befragten so wichtig und zugleich das Vertrauen in andere Unternehmen so gering ist, warum entziehen sich die Nutzer dann der Verantwortung? Nach der Analyse der Antworten von Teilnehmern der Generation Z bis hin zu den Babyboomern zeigen die Ergebnisse von Malwarebytes, dass das Vertrauen der Nutzer in die Datenschutzpraktiken von Unternehmen doch höher ist als es scheint.

Die Ergebnisse

Die meisten der Befragten praktizieren gute Sicherheitsmaßnahmen. Eine überwiegende Mehrheit (96 Prozent) der Befragten in allen Altersschichten achtet auf ihre Privatsphäre, und 93 Prozent nutzen Sicherheitssoftware. Während sich die Nutzer jedoch stark auf offensichtliche Sicherheitspraktiken konzentrieren, ignorieren sie häufig Schritte, die vor vielen gängigen Angriffsmöglichkeiten schützen.

Die Antworten auf die Frage „Wie wichtig ist der Schutz der Online-Daten?“ zeigen, dass Unser definitiv in den Schutz ihrer Privatsphäre interessiert sind. Eine überwältigende Mehrheit (mehr als 93 Prozent) der Millennials hält es für wichtig, ihre Privatsphäre online zu schützen. Als Malwarebytes die Nutzer fragte, ob sie Maßnahmen zum Schutz der Privatsphäre ergreifen, gab eine überwältigende Mehrheit eine positive Antwort und nur kleiner Teil gab zu, überhaupt keine Maßnahmen zu ergreifen.

Dies deutet darauf hin, dass Nutzer ihrer Privatsphäre nicht nur besondere Bedeutung beimessen, sondern dass sie auch davon ausgehen, richtige Maßnahmen zu ihrem Schutz zu ergreifen. Die Frage nach konkreten Schritten zum Schutz ihrer Privatsphäre lässt jedoch erkennen, wie weit Eigenanspruch und konkrete Verhaltensweisen auseinanderklaffen.

Die häufigsten Antworten bezgl. der Maßnahmen waren der Einsatz von Sicherheitssoftware und die Zurückhaltung bei der Auswahl der Informationen, die online veröffentlicht werden. Zu beachten ist allerdings, dass nur 32 Prozent AGB bzw. Endbenutzer-Lizenzvereinbarungen lesen, 47 Prozent wissen, welche Berechtigungen ihre Apps haben, und nur etwas mehr als 53 Prozent verwenden Passwortmanager. Selbst mit dem Einsatz von Sicherheitssoftware gibt es noch Raum, die allgemeinen Sicherheits- und Datenschutzpraktiken zu verbessern. Um diesen Verdacht zu bestätigen, fragte Malwarebytes, welche Sicherheitspraktiken die Befragten nicht befolgen.

66 Prozent der Nutzer geben an, dass sie Endbenutzer-Lizenzvereinbarungen oder andere Einwilligungserklärungen einfach durchblättern oder gar nicht lesen. AGB sind in der Regel unglaublich lang und voller technischer und juristischer Fachbegriffe. Hier verstecken die Entwickler von potenziell unerwünschten Programmen (und völlig unerwünschten Programmen) Vereinbarungen, User-Daten an Dritte zu verkaufen oder zusätzliche Software ohne ihr Wissen zu installieren.

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