Datenvisualisierung wird fester Teil des Internets

Die digitale Visualisierung von Daten nimmt beim Verstehen von komplexen Sachverhalten eine immer größere Bedeutung ein und dient vor allem im Online-Journalismus als anschauliches Behelfsmittel für die Vermittlung von mehrdimensionalen Inhalten. [...]

Visualisierung: New York mal anders (c) twitter.com - damspleet
Visualisierung: New York mal anders

Ein eindrucksvolles Beispiel dafür haben jüngst Studenten der Columbia Journalism School im Rahmen einer Projektarbeit geliefert. Sie haben sämtliche im Jahr 2012 durchgeführten Anhaltungen von Personen durch die New Yorker Polizei auf einer Karte visualisiert und farblich nach der ethnischen Herkunft der Betroffenen unterteilt.

Entstanden ist die Visualisierung mithilfe der Software von RStudio und den von der NGO New York Civil Liberties Union bereitgestellten Daten. Die ethnische Zugehörigkeit der angehaltenen Personen spricht eine eindeutige Sprache. So wurden beispielsweise im Norden des Stadtteils Brooklyn fast nur Afroamerikaner von der Polizei überprüft (blau markiert). Ähnliches gilt für die Bronx, Harlem in Nord-Manhattan und den Südosten von Queens.

Die rote Markierung steht für die weiße Bevölkerung. Sie macht insbesondere im Süden Brooklyns und auf Staten Island mit den Gesetzeshütern Bekanntschaft. Ferner werden Latinos (gelb) und Asiaten (grün) in der Darstellung berücksichtigt. Insgesamt sind 532.911 Amtshandlungen eingezeichnet.

Den Bedeutungszuwachs von Datenvisualisierungen unterstreicht auch die unlängst abgeschlossene Akquise des darauf spezialisierten Startups Lucky Sort durch den Microblogging-Dienst Twitter. Diese Übernahme ist jedoch weitaus weniger kontrovers als die Anhaltungen in New York City. In den USA bezeichnet man diese Methode als „stop and frisk“, zu deutsch „anhalten und durchsuchen“.

Im Namen der Verbrechensbekämpfung können New Yorker Polizeibeamte Menschen auf der Straße willkürlich anhalten und durchsuchen. Ein US-Bundesgericht hat sich vor rund einer Woche deutlich gegen diese Praxis ausgesprochen. Es sei eine „Form der Rassenfahndung“, so die zuständige Richterin. Sie hat einen unabhängigen Beobachter eingesetzt, der das Vorgehen prüfen soll. (pte)

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