Deutschland ist Weltmeister – auch beim Spam-Aufkommen

Mehr als 16 Prozent aller Spam-Mails weltweit landeten im Juni in Deutschland. [...]

Deutschland ist nicht nur in Sachen Fußball Weltspitze. (c) Archiv
Deutschland ist nicht nur in Sachen Fußball Weltspitze.

Im Juni 2014 landeten so viele Spam-Mails wie niemals zuvor in der siebzehnjährigen Geschichte von Kaspersky Lab bei den deutschen Nutzern des Kaspersky Security Networks (KSN). Insgesamt wurden 16,41 Prozent aller von Kaspersky Lab gemessenen Spam-Mails weltweit in Deutschland ermittelt. Dies entspricht einer Verdoppelung im Vergleich zum Vormonat (8,24 Prozent). Der Nachbar ist somit im Juni in der Rangfolge der Spam-empfangenen Länder mit großem Abstand „Weltmeister“ – vor den in der Regel führenden Ländern USA (9,54 Prozent) und Großbritannien (7,00 Prozent). Dies geht aus dem Spam-Report für Juni von Kaspersky Lab hervor.

Betrachtet man die Nationen, aus denen der meiste Spam versendet wird, führten im Vormonat die USA (13,24 Prozent) vor Russland (6,93 Prozent) und China (5,55 Prozent).

Neben der Fußball-WM setzten die Spammer im Juni vor allem auf das Thema Urlaub. So identifizierte Kaspersky Lab zahlreiche betrügerische E-Mails, in denen Hotel- oder Flugbuchungsbestätigungen versendet wurden. Der in der Spam-Mail enthaltene Anhang enthielt allerdings keine Rechnung wie vorgegaukelt, sondern den Spyware-Trojaner „Ursnif“. Dieser stiehlt vertrauliche Daten und sendet diese anschließend an einen Server der Cyberkriminellen. Der Trojaner kann zudem den Netzverkehr mitlesen, weitere Schadprogramme laden und starten sowie einige Systemanwendungen wie beispielsweise die Firewall deaktivieren. Nach wie vor setzen Cyberkriminelle aber am häufigsten den Trojaner „Trojan-Spy.HTML.Fraud.gen“ ein. Diese E-Mail-Malware tarnt sich als wichtige Nachricht von Banken, Online-Stores oder Software-Entwicklern.

Auch der Video-Spiele-Hersteller Electronic Arts (EA) stand im Juni bei den cyberkriminellen Spam-Themen im Brennpunkt. Dabei wurden gefälschte E-Mails mit Nachrichten über den EA-Online-Store Origin versendet.
Inhaltlich wurde hier ein klassischer Phishing-Trick eingesetzt. Die Nutzer sollten zur Verbesserung der Sicherheit die eigenen Account-Zugangsdaten verifizieren.

Phishing: Nutzer von E-Mail, Social Media und Banken im Visier
Sensible Daten wie Login-Informationen sind bei Cyberkriminellen immer beliebt. Denn mit Zugangsdaten von Accounts lässt sich meist Kasse machen – entweder direkt, indem Geld von einem gehackten Konto gestohlen wird; oder indirekt, indem die Account-Daten im Cyberuntergrund verkauft werden. Die Daten werden via Phishing illegal eingesammelt. Die größten Ziele von Phishing-Attacken waren im Juni 2014 Kunden von E-Mail- und Suchmaschinen-Anbietern (32,1 Prozent), Sozialen Netzwerken (27,7 Prozent), Finanzinstituten, Banken und Bezahldiensten (11,6 Prozent) sowie Online-Shops (10,6 Prozent).


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