Die 10 mächtigsten Unternehmen im Enterprise Networking 2020

Hier ist unser Überblick darüber, was diese 10 Anbieter von Netzwerktechnik zu den größten Machtakteuren auf dem Markt macht. [...]

Unsere Liste ist mithilfe von Branchenbeobachtern geordnet, um die Unternehmen widerzugeben, die die größten Power-Moves und den größten Einfluss auf die Netzwerkindustrie ausüben (c) pixabay.com

Zwischen Pandemie und dem folgenden wirtschaftlichen Umbruch sind dies für uns alle schwere Zeiten. Aber die Netzwerkindustrie hat einige Faktoren auf ihrer Seite. Technologien wie Wi-Fi, VPNs, SD-WAN, Videokonferenzen und Kollaboration spielen eine wesentliche Rolle bei der Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs und werden in der Wiedereröffnungs- und Erholungsphase eine noch größere Rolle spielen.

Gleichzeitig ist es offensichtlich geworden, dass mit der fortschreitenden Migration von Anwendungen in die Cloud in Unternehmen die Vernetzung von Rechenzentren nicht länger eine wachstumsstarke Branche sein wird. Was also tun die großen Networking-Unternehmen nun? Sie diversifizieren, expandieren in neue Produktbereiche und steigen über die reine Konnektivität hinaus in Bereiche wie das Hybrid-Cloud-Management und die Automatisierung von Netzwerkprozessen auf.

Die diesjährige Liste der zehn mächtigsten Unternehmen im Bereich des Enterprise Networking umfasst traditionelle Powerhouses im Networking, wobei der Schwerpunkt darauf liegt, inwieweit sie sich diese neuen Ansätze zu Eigen gemacht haben, sowie reine Marktführer in Bereichen wie drahtlose Netzwerke und hyperkonvergente Infrastruktur. (Anmerkung des Herausgebers: Macht ist eine subjektive Qualität, und diese Liste ist keine Rangliste, die auf einfachen, quantifizierbaren Metriken basiert. Unsere Liste ist mithilfe von Branchenbeobachtern geordnet, um die Unternehmen widerzugeben, die die größten Power-Moves und den größten Einfluss auf die Netzwerkindustrie ausüben).

1. Cisco versucht, die Hardware-Dominanz auf Netzwerküberwachung, Automatisierung und Sicherheit auszudehnen

Warum sie hier sind: Cisco behauptet weiterhin seine Führungsposition in nahezu jeder Kategorie von Netzwerk-Hardware. Cisco hat einen Marktanteil von 51 % am Umsatz mit Ethernet-Switches und ist mit 37 % führend bei den kombinierten Umsätzen von Service Providern und Unternehmensroutern. Cisco dominiert den WLAN-Markt mit einem Marktanteil von 44,6 % (Aruba-HPE liegt laut IDC mit 13,9 % mit Abstand an zweiter Stelle). Auch bei SD-WAN-Ausrüstung steht Cisco mit einem Marktanteil von 16 % an der Spitze. Als die Pandemie zuschlug und die Arbeitnehmer zu ihren Heimnetzwerken wechselten, stand Cisco gut da. Das Unternehmen verfügt nicht nur über das dominierende VPN, sondern ist auch der einzige Netzwerkakteur, der seine eigene Videokonferenz-/Kollaborationsplattform – WebEx – in den Startlöchern hatte.

Power-Moves: Kaufte ThousandEyes, einen führenden Anbieter von intelligenter Netzwerk- und App-Performance-Management für hybride Cloud-Umgebungen. ThousandEyes wird voraussichtlich AppDynamics ergänzen, ebenfalls ein Unternehmen für App-Performance-Management, das Cisco 2017 übernahm.

Den Zahlen nach: 1 Milliarde Dollar. Das ist der geschätzte Betrag, den Cisco für ThousandEyes bezahlt hat. (Das entspricht 1 Million Dollar pro Nase.)

Ausblick: Cisco steht vor einer doppelten Herausforderung. Der Ethernet-Switching- und Routing-Markt ist kein wachstumsstarker Bereich mehr. Laut IDC wuchs der Switch-Markt im Gesamtjahr 2019 nur noch um 2,3%, während der Router-Markt im Vergleich zu 2018 stagnierte. Und der Marktanteil von Cisco erodiert weiter, da Konkurrenten wie Arista und Huawei abspringen. Als Reaktion darauf hat Cisco den Übergang zu einer Einnahmequelle eingeleitet, die Software, Abonnements und Sicherheit umfasst. Cisco muss diese Strategie weiter verfolgen.

2. Arista diversifiziert mit der Übernahme von Big Switch

Warum sie hier sind: Mit seinem Laserfokus auf die Bereitstellung der leistungsfähigsten Switches für Unternehmensrechenzentren und hyperskalierte Cloud-Anbieter hat Arista gegenüber Cisco weiter Marktanteile gewonnen. Aber Arista weiß auch, dass die Diversifizierung von entscheidender Bedeutung ist. Das Unternehmen bietet jetzt Netzwerküberwachung, -automatisierung und -analyse in Hybrid-Cloud-Umgebungen an. Arista ist auch ein Befürworter von offenen Netzwerken. Sein eigenes Netzwerkbetriebssystem (EOS) basiert auf einem Linux-Kernel. Und Arista kündigte kürzlich an, dass auf seinen Switches das Betriebssystem SONiC (Software for Open Networking in the Cloud) von Microsoft laufen wird.

Power-Moves: Übernahme von Big Switch, einem führenden Unternehmen im Bereich Netzwerküberwachung und SDN.

Den Zahlen nach: 18,8%, was laut Crehan Research Aristas Anteil am Markt für High-Speed-Switching für Rechenzentren in der ersten Hälfte des Jahres 2019 entspricht. (Cisco lag bei 46,6%).

Ausblick: Arista ist nicht dafür bekannt, Übernahmen zu tätigen, daher wird es interessant sein zu sehen, wie gut das Unternehmen Big Switch’s Big Cloud Fabric (BCF) Software integriert, die auch auf Hardware von Anbietern läuft, die mit Arista konkurrieren, wie z.B. Dell und HPE. Arista verfügt nicht über ein Sicherheits- oder SD-WAN-Angebot, und das könnte sich mit der Zeit zu einer Schwäche entwickeln, vor allem, wenn der Markt für Unternehmensrechenzentren stagniert und wenn Anbieter von hyperskalierten Clouds auf White-Box-Switches ausweichen. Arista hat jedoch Möglichkeiten, seine Einnahmen in Bereichen zu steigern, in denen es in der Vergangenheit nicht stark vertreten war, wie z.B. Campus-Switching und WLAN.

3. Juniper bettet KI in Cloud-, Wi-Fi- und SD-WAN-Umgebungen ein

Warum sie hier sind: Juniper hat im Laufe der Jahre zahlreiche Übernahmen getätigt, und nur wenige, wenn überhaupt, haben den nötigen Funken gesprüht, um dem Unternehmen viel Schwung in die Zukunft zu geben. Diesmal ist es vielleicht anders. Juniper kaufte 2019 den Drahtlos-Innovator Mist Systems für 405 Millionen US-Dollar und beginnt nun mit der Einführung von Produkten, die die Fähigkeiten von Mist im Bereich der künstlichen Intelligenz nutzen. Mist ist insofern einzigartig, als es über einen KI-gesteuerten virtuellen Assistenten namens Marvis verfügt, der die Verarbeitung natürlicher Sprache nutzt, um Einblicke in die Wi-Fi-Benutzererfahrung zu gewähren und eine präskriptive Anleitung zur schnellen Fehlerbehebung zu bieten.

Power-Moves: Juniper hat sich zum Ziel gesetzt, die Mist-basierte KI in Cloud-, Rechenzentrums-, Wi-Fi- und SD-WAN-Umgebungen zu implementieren.

Den Zahlen nach: 97%. The Gap berichtete von einer 97%igen Verbesserung der Fehler im Kassensystem in seinen 1.500 Geschäften durch den Einsatz von Marvis.

Ausblick: Juniper zeigt sich als führend im Magic Quadrant von Gartner für Rechenzentrumsnetzwerke und als führend in der neuesten Forrester Wave für Rechenzentrums-Hardwareplattformen für softwaredefinierte Netzwerke (SDN). Doch Juniper hat sich schwer getan, diese technische Führungsposition in ein nachhaltiges Umsatzwachstum umzuwandeln. Da sich das Pendel nach der Pandemie in Richtung WLANs, Fernzugriff, SD-WANs, Netzwerkautomatisierung und COVID-19-bezogenes Tracking und Tracing in Gebäuden bewegt, bringt die Übernahme von Mist Juniper in eine starke Position.

4. VMware setzt Geschäftsabschlüsse mit Carbon Blackund Pivotal fort

Warum sie hier sind: VMware ist auf dem Vormarsch. Ende 2019 schloss das Unternehmen zwei bedeutende Übernahmen ab: das Endpoint-Protection-Unternehmen Carbon Black und Pivotal Software, eine Cloud-Anwendungsplattform, die es Entwicklern ermöglicht, Anwendungen über mehrere Clouds hinweg zu containerisieren und zu verwalten. Es stimmt zwar, dass VMware keine Router oder Switches verkauft, aber diese Güter verlieren zunehmend an Bedeutung, da die physische Hardwareschicht durch SDN oder NFV von der Steuerungsebene entkoppelt wird. VMware positioniert sich als ein Unternehmen, das Unternehmen durch seine Servervirtualisierung, Hybrid-Cloud-Management und Platform-as-a-Service-Angebote bei der Umstellung auf Hybrid-Clouds unterstützt. Es ist auch führend im Bereich SD-WAN.

Power-Moves: Die rege Übernahmeaktivität von VMware zeigt keine Anzeichen einer Verlangsamung. Im Januar kündigte VMware Pläne zur Übernahme von Nyansa an, einem schnell wachsenden Innovator im Bereich der KI-basierten Netzwerkanalyse. Im Mai kaufte es die native Cloud-basierte Sicherheitsplattform Octarine. Und in diesem Monat erwarb VMware Lastline, einen Anbieter von Cloud-basierten Diensten zur Erkennung von Bedrohungen.

Den Zahlen nach: 4,8 Milliarden Dollar, das ist der Gesamtbetrag, den VMware für Pivotal (2,7 Milliarden Dollar) und Carbon Black (2,1 Milliarden) aufgebracht hat.

Ausblick: Trotz des düsteren wirtschaftlichen Umfelds kündigte VMware solide Gewinne für das erste Quartal in Höhe von 386 Millionen US-Dollar an, mit einem Umsatz von 2,73 Milliarden US-Dollar, was einem Anstieg von etwa 12% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Pat Gelsinger, CEO von VMware, führte das gute Quartal auf die durch die Coronavirus-Pandemie ausgelöste Verlagerung der Arbeit auf die Telearbeit zurück. Vor nicht allzu langer Zeit sah VMware noch wie ein Unternehmen aus, das in einem Datencenter-Virtualisierungs-Wettlauf feststeckte und Gefahr lief, bei der Migration von Unternehmen zu Cloud-Plattformen ins Hintertreffen zu geraten. Heute scheint VMware sein Mojo zurück zu haben und setzt seine Innovationstätigkeit fort, sowohl intern als auch durch Übernahmen. Im März brachte VMware VMware Tanzu auf den Markt, eine Reihe von Produkten und Dienstleistungen zur Automatisierung des modernen, auf Kubernetes basierenden Anwendungs-Lebenszyklus, und lieferte auch ein umfassendes Upgrade seines vSphere-Virtualisierungsportfolios.

5. Extreme befasst sich mit Wi-Fi 6, Cloud-Management, KI und Netzwerkautomatisierung

Warum sie hier sind: Extreme Networks hat einen ehrgeizigen, extremen Wandel vollzogen, der seine Wurzeln in der Erkenntnis des Unternehmens hat, dass es in der neuen Welt der Cloud, Automatisierung, SD-WAN und IoT nicht ausreicht, nur auf der Stelle zu treten. Im Jahr 2016 kaufte Extreme das Wireless LAN-Geschäft von Zebra Technologies. Im Jahr 2017 übernahm Extreme das Netzwerkgeschäft von Avaya und kaufte auch das Switching-, Routing- und Analysegeschäft von Brocade. Heute hat Extreme einen Umsatz von fast 1 Milliarde Dollar und ist bereit, mit den Großen in aufstrebenden Bereichen wie Wi-Fi 6, Cloud-basiertes Netzwerkmanagement, KI und Netzwerkautomatisierung zu konkurrieren.

Power-Moves: Letzten August kaufte Extreme Aerohive Networks, ein führendes Unternehmen in den Bereichen Cloud-verwaltete drahtlose LAN-Dienste, KI und maschinelles Lernen.

Den Zahlen nach: 272 Millionen Dollar, das ist der Betrag, den Extreme für Aerohive bezahlt hat.

Ausblick: Gartner zählt Extreme zusammen mit Cisco und Aruba zu den führenden Unternehmen in der Kategorie der kabelgebundenen und drahtlosen LAN-Zugangsinfrastruktur, das ist also eine gute Grundlage. Aber Extreme muss seine Übernahmen in eine nahtlose Plattform integrieren und seine Strategie umsetzen, „unser Portfolio zu clouden und weiterhin neue Produkte einzuführen“, wie CEO Ed Meyercord im jüngsten Ertragsbericht des Unternehmens sagte.

6. NVIDIA blickt über das Gaming hinaus auf Full-Stack-Netzwerke für Unternehmensdatenzentren

Warum sie hier sind: Es ist immer wieder faszinierend zu beobachten, wie ein Störfaktor auftaucht und versucht, eine Branche aufzurütteln, insbesondere eine Branche, in der seit Jahrzehnten die gleiche Handvoll Unternehmen an der Spitze des Berges steht. NVIDIA verfügt über die bewährten technischen Kniffe und die finanziellen Mittel, um die Netzwerkindustrie zu stören, indem es vielleicht eine neue Ära einleitet, die auf Open Source basiert. Wenn Sie sich NVIDIA nur als einen GPU-Hersteller für Gaming-Geräte vorstellen, denken Sie daran, dass das Unternehmen im vergangenen Jahr einen beachtlichen Umsatz von einer Milliarde Dollar in der Enterprise- und Cloud-Computing-Branche erwirtschaftet hat, indem es die GPUs für die Netzwerkausrüstung von Rechenzentren zur Verfügung stellte. NVIDIA kaufte im vergangenen Jahr InfiniBand und den Ethernet-Switch-Hersteller Mellanox und hat soeben Pläne für den Kauf von Cumulus Networks bekannt gegeben, das einen Switch für Rechenzentren verkauft, der mit dem offenen Netzwerkbetriebssystem Cumulus Linux vorinstalliert geliefert wird. Wenn man alles zusammenzählt, kann NVIDIA ein Full-Stack-Rechenzentrums-Netzwerkangebot für Hochleistungs-Workloads und KI für Unternehmen bereitstellen.

Power-Moves: Im April schloss NVIDIA die Übernahme von Mellanox ab. Anfang Mai kündigte NVIDIA seine Pläne zur Übernahme von Cumulus an.

Den Zahlen nach: 6,9 Milliarden Dollar, das ist der Betrag, den NVIDIA für Mellanox bezahlt hat.

Ausblick: In den frühen Tagen von Linux begann der eigentliche Aufschwung, als Firmen wie SuSe und Red Hat aufkamen, um Support und Dienstleistungen auf Unternehmensebene anzubieten. Das ist es, was Cumulus, das in Gartners neuestem Magic Quadrant für Rechenzentrumsnetzwerke als Visionär aufgeführt ist, für offene Netzwerke bietet. Cumulus vertreibt auch seine eigenen Netzwerk-Management-Tools. Die Herausforderungen für NVIDIA sind zweifacher Art: Erstens ist das Vorhandensein der Komponenten für einen vollständigen Netzwerk-Stack nicht dasselbe wie die Bereitstellung eines vollständig integrierten Stacks. Und zweitens könnten Unternehmen, die mit Open-Source-Servern experimentierten, einen Server nehmen, ihn isolieren und für die Anwendungsentwicklung oder eine andere unkritische Funktion einsetzen. Die Einführung von Open-Source-Switches in einem Produktionsnetzwerk ist für viele Unternehmen immer noch ein Sprung.

7. Aruba (HPE) liefert KI-gestützte Edge-Netzwerkplattform

Warum sie hier sind: Vor fünf Jahren, als HP mitten in den Wirren der Aufspaltung in zwei Unternehmen steckte, verschlang das Unternehmen den WLAN-Führer Aruba für 3 Milliarden Dollar. Die Frage, die damals in aller Munde war, lautete: „Wie soll das funktionieren?“ Wie sich herausstellte, hat es ziemlich gut funktioniert. Und das aus einem entscheidenden Grund. Wie der Präsident von Aruba, Keerti Melkote, erklärt: „Als sie (HPE) Aruba übernommen haben, haben sie das HP Networking-Team in Aruba rückwärts integriert. Anstatt Aruba in eine Organisation zu integrieren, die bereits existiert, hieß es also, man müsse über den Markt und die Innovation anders reflektieren. Sie wollten das große Unternehmen mit dem kleinen Unternehmen verschmelzen“. Die Ergebnisse sprechen für sich, denn Aruba hat seine Position als Hauptkonkurrent von Cisco auf dem WLAN-Markt gefestigt.

Den Zahlen nach: 65,000. Das ist die Zahl der einzigartigen Kunden, die Aruba Central nutzen, die Plattform des Unternehmens, die die Netzwerkverwaltung für kabelgebundene, drahtlose und WAN-Netzwerke und bald auch für 5G- und Edge-Computing vereinheitlicht.

Power-Moves: Aruba hat gerade die Aruba Edge Services Platform (ESP) angekündigt, eine neue Cloud-basierte Plattform, die KI nutzt, um die Belastung der IT-Abteilungen durch alltägliche Aufgaben in praktisch allen Netzwerkbereichen zu reduzieren, einschließlich Identitäts- und Zugriffsmanagement für Remote-Mitarbeiter und automatisiertes Onboarding von „kopflosen“ Internet of Things (IoT)-Geräten.

Ausblick: Die Pandemie hat zweifellos den normalen Geschäftsverlauf durcheinander gebracht, aber Aruba ist in einer guten Verfassung, um von der zunehmenden Abhängigkeit von externen Mitarbeitern und von anderen Trends wie Edge-Computing und IoT zu profitieren, die die Übertragung von Daten sowohl über WLAN- als auch über LAN-Infrastrukturen erfordern.

8. Dell treibt die Automatisierung von Rechenzentren voran

Warum sie hier sind: Mit einer Deep Bench, die PCs, Server, Speicher und Netzwerk umfasst, besteht die Stärke von Dell darin, Unternehmen eine Lösung für alle Herausforderungen ihrer IT-Infrastruktur aus einer Hand zu bieten. Ganz gleich, ob ein Unternehmen sein Rechenzentrum modernisieren, sich auf eine Hybrid-Cloud-Reise begeben, sich in fortschrittliche Datenanalysen vertiefen oder VDI implementieren möchte – Dell hat die Antwort. Das Unternehmen hat die Speicherressourcen aus der EMC-Übernahme vor vier Jahren und die Hybrid-Cloud-Management- und NFV-Funktionen von VMware (an dem Dell einen Anteil von 86,6 % hält) erfolgreich in ein Unternehmen eingebracht, das im vergangenen Jahr einen Umsatz von 92 Milliarden US-Dollar erzielte.

Power-Moves: Wie wäre es mit Addition durch Subtraktion? Die jüngste Machtentfaltung von Dell bestand darin, sich vom alten Sicherheitsanbieter RSA zu trennen, den Dell im Rahmen des EMC-Deals übernommen hatte. Dell sagte, der Schritt ziele auf eine Vereinfachung seines Produktportfolios ab.

Nach den Zahlen: 2,075 Milliarden Dollar. Das ist der Betrag, den ein Konsortium von Investoren für RSA bezahlt hat. Der Deal umfasst sowohl die RSA-Produktlinien als auch die RSA-Konferenz.

Ausblick: Dell kann zu Recht eine marktführende Position in einer Reihe von Speicher-, Server-, Cloud-Management-, Virtualisierungs-, SD-WAN- und hyperkonvergierten Infrastrukturmärkten für sich beanspruchen. Die Herausforderung für Dell besteht darin, Kunden bei der Verbindung all dieser Punkte zu unterstützen. Zu diesem Zweck kündigte Dell vor kurzem PowerOne an, das die besten Komponenten in den Bereichen Computer, Speicher und Netzwerke aufnimmt, sie über seine PowerOne Fabric miteinander verbindet und sie über eine Automatisierungsengine namens PowerOne Controller verwaltet.

9. Nutanix erweitert Hyperkonvergenz-Technologie mit Cloud-Services

Warum sie hier sind: Der schnell wachsende Markt für hyperkonvergierte Infrastruktur (HCI) hat sich in ein Zwei-Team-Rennen zwischen Dell (34% Marktanteil) und Nutanix (13%) verwandelt. Nach den Q1-Zahlen von IDC ist der Markt für hyperkonvergierte Systeme im Vergleich zum Vorjahr um solide 8,3 % gestiegen. Längerfristig jedoch scheint die Handschrift in Bezug auf das Wachstum der Rechenzentrums-Hardware in der Schwebe zu sein. Die Unternehmen verlagerten bereits Ressourcen in die Cloud, und die Pandemie scheint diese Verlagerung zu beschleunigen. Die gute Nachricht für Nutanix ist, dass das Unternehmen bei der strategischen Verlagerung von Hardware auf Software und von der Vor-Ort-Umgebung auf die Cloud gut vorangekommen ist.

Power-Moves: Das Unternehmen fügte seinem Desktop-as-a-Service-Angebot, das während der Pandemie zu einem Kassenschlager wurde, neue Funktionen hinzu.

Den Zahlen nach: 15.000, das ist die Anzahl der Nutanix-Kunden weltweit.

Ausblick: Der Wachstumsplan von Nutanix konzentriert sich auf die Erweiterung des Produktportfolios über die HCI-Geräte hinaus sowie auf die Umstellung auf die Abrechnung von Abonnements im Cloud-Stil. Gartner drückt es so aus: „In den letzten zwei Jahren hat sich Nutanix von einem Anbieter von HCI-System-Appliances und Datendiensten zu einem Anbieter eines breiten Portfolios von Softwarelösungen und Cloud-Diensten entwickelt. Dazu gehören Database-as-a-Service, Application Self-Service und Application Life-Cycle Management, Objektspeicherung, Dateispeicherdienste und ein Disaster Recovery Service. Künftig besteht die Strategie von Nutanix darin, Unternehmen bei der Verwaltung von Remote-Mitarbeitern zu unterstützen, ihre Rechenzentren zu vereinfachen und zu modernisieren und ihre Anwendungen über Cloud- und On-Prem-Plattformen zu verwalten.

10. Huawei kämpft weiter gegen Sanktionen, politischen Druck

Warum sie hier sind: Der in China ansässige Netzwerkanbieter Huawei befindet sich mitten in einem Machtkampf epischen Ausmaßes zwischen der US-amerikanischen und der chinesischen Regierung. Wie episch? So episch, dass die Redaktion des Wall Street Journals am 9. Juni in einer Kolumne vor „dem Ausmaß der Ereignisse“ warnte, da die Vorschriften des Handelsministeriums drohen, „die Lieferketten für Computertechnologie zwangsweise von China abzukoppeln, ein Schritt, der die Aufspaltung zumindest eines Teils der Weltwirtschaft in zwei Einflusssphären beschleunigen wird“. Bloomberg veröffentlichte kürzlich eine Story mit dieser Schlagzeile: „Eine leise Panik wächst in den US-Vorstandsetagen wegen des Huawei Bans“. Ohne auf die Komplexität einzugehen, würde die US-Politik, die im August in Kraft treten soll, amerikanischen Unternehmen, die mit der Regierung Geschäfte machen, verbieten, Huawei-Technologie in irgendeinem Teil ihrer globalen Lieferkette einzusetzen. Das könnte zum Beispiel so interpretiert werden, dass ein US-Unternehmen keine Geschäfte mit einem Lieferkettenpartner in Indien machen könnte, wenn dieses indische Unternehmen einen Telekommunikationslieferanten hat, der einige Huawei-Geräte tief in seinem Netzwerk vergraben hat.

Power-Moves: Der CEO von Huawei, Ren Zhengfei, sagte der Unternehmensführung im Februar: „Das Unternehmen ist in den Kriegszustand eingetreten“.

Den Zahlen nach: 10 und 30 (ungefähr). Laut IDC ist der Umsatz mit Ethernet-Switches im Jahr 2019 um 7,8% gestiegen, was Huawei einen Marktanteil von 9,6% für das Gesamtjahr beschert. Der Umsatz von Huawei mit Routern für Unternehmen und Service Provider stieg im Gesamtjahr um 4,1%, was einem Marktanteil von 29,8% entspricht.

Ausblick: Am 15. Mai verbot das Handelsministerium in einem vom Lieferkettenverbot getrennten Schritt alle Verkäufe von fortschrittlicher Halbleitertechnologie von amerikanischen Lieferanten an Huawei. New Street Research beschrieb auf diese Weise die aktuelle Situation von Huawei: „So wie die Dinge stehen, hat Huawei noch 12 Monate zu leben. Ohne Spitzenchips kann Huawei keine wettbewerbsfähige Netzwerkausrüstung verkaufen, und es gibt keine Alternative zu Herstellern, die mit US-Technologie arbeiten, um solche Chips herzustellen.

*Neal Weinberg ist freiberuflicher Tech-Autor und -Redakteur.


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