Digitale Transformation: Traditionelle Jobs werden von der Bildfläche verschwinden

Technische Erfindungen führten in der Geschichte oftmals zur Erhöhung der Geschwindigkeit bzw. Produktivität und gleichzeitig auch zur Umgestaltung der wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse. [...]

Viele traditionelle Jobs wird es bald nicht mehr geben. (c) Archiv
Viele traditionelle Jobs wird es bald nicht mehr geben.

So befinden wir uns auch nun in einer Art Umbruch und die digitale Transformation stellt uns alle sowohl betriebs- als auch volkswirtschaftlich vor zahlreiche Herausforderungen. So wie im Zeitalter der Industrialisierung des 19. Jahrhunderts werden auch nun viele „traditionelle“ Jobs definitiv von der Bildfläche verschwinden – und das ist in einer gewissen Art und Weise auch gut so, denn wir nutzen heute schließlich auch nicht mehr Pferdekutschen als Transportmittel.

Dafür entstehen viele neue Berufsfelder und -Bilder. Wir sollten also vielmehr von einer Verlagerung, als von einem Abbau von Arbeitsplätzen sprechen. Aus meiner Sicht kann man die digitale Transformation nur meistern, wenn man das Bildungswesen und die heutigen und zukünftigen Arbeitnehmer auf diese Digitale Revolution entsprechend vorbereitet.
Meiner Meinung nach hat das traditionelle Modell der Bildung, dass man in jungen Jahren für sein ganzes kommendes Leben lernt, längst ausgedient: Eine permanente Aus- und Weiterbildung als Reaktion auf die zunehmend höhere Geschwindigkeit der technischen Entwicklung muss gefördert werden. Hinzu kommt auch, dass die soziale Kompetenz und Kreativität stärker gefördert und konsequent weiterentwickelt werden muss.
Auch Themen wie Flexibilisierung und Liberalisierung des Arbeitsmarktes und der Arbeitszeit müssen seitens des Gesetzgebers neu überdacht und an die modernen Gegebenheiten angepasst werden. Die Digitalisierung ist schließlich kein rein technisches Thema, vielmehr hat sie tiefgreifende Auswirkungen auf unseren Alltag und unser soziales Verhalten. In Bezug auf eine Flexibilisierung und Liberalisierung des Arbeitsmarktes halte ich ein bedingungsloses Grundeinkommen für ein theoretisches Konstrukt, welches in der Praxis nicht den gewünschten Erfolg bringen wird.

Als Unternehmer bin ich davon überzeugt, dass Arbeit dazu beiträgt, unsere Zukunft zu erobern und neu zu gestalten und demnach ein Grundbedürfnis des Menschen darstellt. In der Theorie vielversprechende, jedoch in der Praxis offensichtlich nicht so umsetzbare Ideen haben zur Zeit der industriellen Revolution bereits Marx und Engels aufgezeigt. In der Schweiz hat im letzten Jahr eine Volksabstimmung über ein Grundeinkommen gezeigt, dass die Bevölkerung mit großer Mehrheit dagegen ist. Finnland geht einen Schritt weiter und testet das Grundeinkommen zur Zeit in der Praxis. Dafür wurden 2.000 Arbeitslose zufällig ausgewählt und dieser Test soll Aufschluss, ob das Grundeinkommen das soziale System vereinfacht und mehr Menschen ohne Jobs wieder eine Arbeit bekommen.
*Der Autor Tomas Jiskra ist CEO TTP Europe.

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