Digitale Transformation – welche Themen sollten Unternehmen ab 2020 angehen?

Zscaler stellt zehn Prognosen für das nächste Jahrzehnt auf. [...]

Multi-Cloud-Strategien sind auf dem Vormarsch, sodass der Markt eine Diversifizierung an Cloud Service Providern erleben wird. (c) sdecoret - Fotolia
Multi-Cloud-Strategien sind auf dem Vormarsch, sodass der Markt eine Diversifizierung an Cloud Service Providern erleben wird. (c) sdecoret - Fotolia

Die Strategieexperten für Netzwerkinfrastruktur und Cloud-Sicherheit von Zscaler haben zehn Transformationsprognosen aufgestellt, mit denen sich Unternehmen ab 2020 beschäftigen sollten. Mit Blick auf das folgende Jahrzehnt kommen auf Unternehmen grundlegende Veränderungen in den IT-Architekturen zu, die von der ‚Cloudifizierung‘ begünstigt werden: Wenn das Internet zum neuen Unternehmensnetz wird, muss eine No-Network Strategie greifen. Zusätzlich rückt die nahtlose und sichere Benutzererfahrung als wichtige Voraussetzungen für den digitalen Arbeitsplatz in den Mittelpunkt.

Einfache Benutzerführung: Der Anwender im Mittelpunkt

Für IT-Abteilungen wird es von oberster Priorität sein, Infrastrukturen bereitzustellen, die eine schnelle und problemlose Nutzung ermöglichen. Nur so können Unternehmen eine neue Generation von ‚Digital Native‘-Mitarbeitern anziehen, die mit Facebook, Instagram & Twitter groß geworden ist. Mit 5G und ‚Always-On‘-Technologien in Sichtweite, wird es im nächsten Jahrzehnt entscheident sein, Anwendern einen sicheren und benutzerfreundlichen Zugriff auf all ihre Apps für den Arbeitsalltag zu bieten – unabhängig davon, ob diese in der Cloud oder im Rechenzentrum vorgehalten werden.

Mehr Cloud-Anbieter: Anwendungen können überall liegen

Die Akzeptanz der Cloud wird sich weiter durchsetzen und zum ‚Mainstream‘ aufgrund der gebotenen Vorteile für den Geschäftsbetrieb werden. Heutzutage ist es möglich, Anwendungen an kostengünstigere und effizientere Standorte außerhalb des Rechenzentrums zu verlagern. Wenn sich Applikationen überall befinden können, eröffnet sich für Unternehmen zudem die Möglichkeit jederzeit zu entscheiden, ob sie den Standort einzelner Anwendungen ändern wollen, ohne durch einen Anbieterwechsel die Bereitstellung für den Endbenutzer zu beeinträchtigen.

Nähe zum Anwender: Abhängigkeit von Unternehmensnetzwerken schwindet durch Wachstum von SASE

Die bisherige Abhängigkeit vom Rechenzentrum als Herzstück des Unternehmensnetzwerks macht in einer Welt wenig Sinn, wo zunehmend Anwendungen in die Cloud wandern und Benutzer an jedem Standort sowie von vielen verschiedenen Geräten aus Zugriff einfordern. Secure Access Service Edge (SASE) wird dramatische Auswirkungen auf die firmeninterne IT haben, da Unternehmen nun keine Netzwerkanbindungen mehr bereitstellen müssen. Die Services existieren getrennt von der internen Netzwerkfunktionalität. In Zukunft wird das Internet zum neuen Netzwerk avancieren, über das die Mehrzahl aller Geschäfte abgewickelt wird und damit die Abhängigkeit vom eigenen Netz an Bedeutung verlieren.

Vom Netzwerk zum Anwendungszugriff: Das RAS-VPN geht in Rente

Ein Nebeneffekt des Wachstums von SASE wird die geringere Abhängigkeit von Remote-Access Virtual Private Networks (RAS-VPN) sein. Das VPN fungierte stets als eine Erweiterung des physischen Netzwerks für mobile Mitarbeiter oder Drittparteien, die von externen Standorten aus zugreifen mussten. Wenn dieser Netzwerkkontext im Unternehmen aufgrund der Verlagerung von Anwendungen in die Cloud nicht mehr relevant ist, wird auch ein RAS-VPN nicht mehr erforderlich sein.

Unsichtbar: Zero Trust Network Access setzt die IT-Infrastruktur nicht mehr dem Internet aus

Zero-Trust-Technologien werden ab 2020 stärker in den Fokus rücken und damit die Überarbeitung der Sicherheits-Infrastruktur erforderlich machen. Zero Trust Network Access (ZTNA), auch als Software-defined Perimeter (SDP) bezeichnet, ermöglicht die Nutzung von Anwendungen auf Basis eines sicheren Tunnels zwischen dem authentifizierten Benutzer und einer bestimmten Applikation. Da Anwendungen und IP-Adressen nicht mehr dem Internet ausgesetzt sind, werden sie für unbefugte Dritte unsichtbar.

Das Internet als modernes Verkehrsnetz: Neue Wege, neue Bewegungsmuster

Mit dem fortschreitenden Wandel moderner Geschäfte hin zu Cloud-Technologien wird der internet-bezogene Datenverkehr weiter steigen. Bereits jezt zeigt die Zscaler Security Cloud im Vergleich zum Vorjahr ein Wachstum der Internet-Datenströme um bis zu 50 Prozent.

Infolge dieses Wandels steigt nicht nur der Bandbreitenbedarf für MPLS-Netzwerkinfrastrukturen, sondern die damit einhergehenden Kosten. Dieser Umstand herkömmlicher Hub- & Spoke Architekturen wird Unternehmen dazu zwingen, ihre Netzwerkarchitekturen zu überdenken und Direct-to-Internet-Verbindungen an jedem Standort zu evaluieren.

Risikoreduktion durch Multi-Cloud-Strategien: Diversifikation von Anwendungs-Standorten

Multi-Cloud-Strategien sind auf dem Vormarsch, sodass der Markt eine Diversifizierung an Cloud Service Providern erleben wird. Neben den Hauptakteuren – AWS, Azure und Google – werden sich Nischenanbieter etablieren, da sich in aller Regel die Anwendung eine passende Cloud selbst aussucht. Cloud-Architekten werden lernen, ihren internen Geschäftsfeldern für die Wahl der Cloud einen Dienstleistungs-Katalog verschiedener Anbieter zur Verfügung zu stellen. Zusätzlich gilt es, die Sicherheitsarchitektur umzugestalten, um den nahtlosen und sicheren Zugriff auf Multi-Cloud-Umgebungen zu ermöglichen.

Silos aufbrechen: Der CDO als kritische Stabsstelle für den Geschäftsbetrieb

Chief Digital Officers (CDO) werden das traditionelle Rollenmodell des Chief Information Officers (CIO) ablösen und Unternehmen bei ihrer Digitalisierung unterstützen. Dafür ist es wichtig, einen umfassenden Blickwinkel einzunehmen und veraltete Strukturen abzuschaffen, sowie Silos aufzubrechen. Es ist unabdingbar, dass Netzwerkarchitekten und Sicherheitsexperten an einem Strang ziehen, um fundamentale, architektonische Veränderungen zu implementieren.

Digitalsierung erfordert Teamwork: Unternehmen werden zunehmend in Transformationsteams investieren

Transformationsinitiativen geraten im Jahr 2020 weiter in den Fokus von CXOs. Aber selbst mit der richtigen Vision kommen Projekte zum Erliegen, wenn die Unternehmen nicht über die notwendigen Ressourcen verfügen. Die größte Herausforderung bei der Durchführung derartiger Projekte besteht nicht mehr darin, das Management vom Schritt ins digitale Zeitalter zu überzeugen, sondern das Personal mit den entsprechenden Erfahrungswerten an Bord zu holen.

Vom early zum late Adopter: Steigender Leistungsdruck auf Cloud-Nachzügler

Da die Einführung der Cloud an Fahrt gewinnt und die Mehrheit aller Unternehmen diese, zumindest bis zu einem gewissen Grad, für sich entdeckt hat, müssen Nachzügler befürchten, in Rückstand zu geraten. Um dem Leistungsdruck am Markt stand und mit der Konkurrenz Schritt halten zu können, werden sich anfängliche Skeptiker ab 2020 der Cloud zuwenden. Unternehmen, die auf ausgereifte Lösungen und bewährte Anpassungsstrategien gewartet haben, werden schneller in die Cloud einsteigen, und dadurch kürzere Adaptionszyklen realisieren können.


Mehr Artikel

Günter Neubauer, Geschäftsführer von OMEGA (c) OMEGA/Mario Pernkopf
Interview

Den Blick auf die Zukunft gerichtet

Im Interview mit der COMPUTERWELT erzählt OMEGA-Geschäftsführer Günter Neubauer wie sich sein Unternehmen nicht zuletzt dank eines hochmotivierten Teams schnell auf die Auswirkungen der Coronakrise einstellen konnte und wie ihn der durch die Pandemie hervorgerufene Digitalisierungsschub trotz aller wirtschaftlichen Herausforderungen optimistisch in die Zukunft blicken lässt. […]

Be the first to comment

Leave a Reply

Your email address will not be published.


*