Dropbox, OneDrive, Google Drive – Cloud-Speicher im Vergleich

Cloud-Speicher boomen. Per Webinterface und Apps für die meisten Geräte sowie Betriebssysteme hat man damit stets Zugriff auf seine Daten. [...]

Und wie bei Google lassen sich bei Microsoft auch online Mails, Termine, Kontakte und Notizen managen. Besondere Tools oder Online-Dienste wie Evernote werden kaum benötigt.

Welcher der Dienste ist nun besser? Sowohl Google als auch Microsoft bieten 15 GB kostenlos an und verlangen für 100 GB Speicher knapp zwei Euro/US-Dollar. Microsoft legt den Schwerpunkt hierbei auf seine Office-Anwendungen, Google mehr auf die Gesamtintegration seiner Dienste – auf „Google Fotos“ kommen wir noch ausführlich zurück. Erwähnen möchten wir hier schließlich auch die neue und frisch wirkende Präsentations-App Sway.

Eine interessante Offerte ist die Kombination von vollwertigem Office und mehr Speicherplatz. Unter der Bezeichnung Office 365 Personal respektive Office 365 Home bietet Microsoft für 69 Euro pro Jahr (Home: 99 Euro) das aktuelle Office 2016 plus 1000 GB Online-Speicher (Home: 5000 GB und fünf Geräte) an. In Anbetracht des Kaufpreises von 279 Euro für eine Einzellizenz der weniger umfangreichen Desktop-Version „Office Home & Business 2016“ eignet sich das Mietmodell vor allem für Familien.

Fotos und Videos erfordern sehr viel Speicherplatz in der Cloud

Ursprünglich konzipiert war Dropbox als Tool zum Synchronisieren zwischen verschiedenen Endgeräten, nicht aber zum dauerhaften Speichern. Auch wenn sich die Online-Speicher aus verschiedenen Gründen weiterhin nicht zum Sichern von Daten eignen, sind Fotos und Videos eine gewisse Ausnahme. Denn zum einen werden Bilder und Filme mittlerweile oft mit Geräten aufgenommen, die über eine Online-Anbindung verfügen und neue Inhalte spätestens im WLAN-Netz übertragen. Zum anderen zeigt man Fotos und Videos natürlich gerne her und teilt sie mit anderen. Dafür eignen sich Online-Plattformen ideal, da der Besitzer sie hier nur einmal hochladen muss. Das dauerhafte Speichern von Bild-und Filmmaterial erfordert jedoch viel Platz. Dateigrößen von fünf MB im JPEG-Format sind Standard, die zwei GB Dropbox-Standardspeicher sind also schon mit 400 Aufnahmen belegt. Und selbst die 15 GB bei Microsoft oder Google reichen jeweils nur für rund 3000 Bilder.

Vor diesem Hintergrund und weil die Preise für Online-Speicher gesunken sind, hat das Foto-Online-Portal Flickr schon vor einiger Zeit sein Limit auf 1000 GB hochgesetzt. Jedes Bild darf dort maximal 50 MB groß sein, Videos sind bis zu Full-HD-Auflösung (1080p) und bis zu einer Länge von drei Minuten erlaubt. Finanziert wird das Ganze durch Werbung, der werbefreie Account kostet bei gleicher Größe 50 US-Dollar pro Jahr.

Google geht noch einen Schritt weiter: Seit Mitte 2015 gewährt der Suchmaschinenkonzern Nutzern von Google Fotos unbeschränkten Speicherplatz. Theoretisch lässt sich dort also das gesamte (Foto-)Leben abspeichern. Erlaubt sind derzeit Bilder bis maximal 16 MB sowie Filme bis Full-HD. Zudem arbeiten im Hintergrund eine Reihe von Werkzeugen, die das Sortieren, Bearbeiten und Erstellen von Collagen sowie „Geschichten“ automatisieren. Praktisch ist auch die Motiverkennung, ohne dass man eigene Schlagwörter vergeben müsste.

Auf der anderen Seite gewährt dieser Einsatz von Algorithmen Google äußerst detaillierte Einblicke in die Privatsphäre. Diese gehen weit über Suchanfragen, Mailinhalte oder Standortdaten hinaus: Sind meine Schuhe abgetragen, brauche ich vielleicht neue. Zeigen meine Selfies touristische Highlights, liegt weitere Reisewerbung geradezu auf der Hand. Werbung war und ist das Kerngeschäft von Google, coole kostenlose Dienste gegen private Informationen, so lautet auch weiterhin der Deal. Ein paar Tipps zu Google Fotos geben wir in unserem Ratgeber zum Thema. Einige automatische Foto-Sortierfunktionen erlaubt ebenfalls Carousel von Dropbox , bei der Anmeldung gibt es als Bonus zusätzlich drei GB Speichervolumen.

Der perfekte Online-Speicher für alle Zwecke existiert nicht, zu unterschiedlich sind die persönlichen Anforderungen. Während die Fotofunktion bei Google wirklich gut funktioniert und der Internetkonzern dafür unbegrenzten Speicherplatz zur Verfügung stellt, gehen manchen Benutzern die Eingriffe in die Persönlichkeitsrechte allerdings zu weit.

Fazit: Den perfekten Cloud-Speicher gibt es nicht!

Nicht dass die Office-Online-Apps von Google schlecht wären – im Gegenteil, häufig sind sie völlig ausreichend. Microsoft setzt genau hier seinen Schwerpunkt. Auch der Cloud-Speicher Onedrive funktioniert meistens tadellos, zumal das Desktop-Tool das Online-Laufwerk wie einen Ordner in Windows einbindet. Dass Microsoft neben Onedrive mit Docs eine zusätzliche Plattform zum Veröffentlichen ins Leben gerufen hat, dürfte dagegen bei vielen Anwendern eher für Verwirrung sorgen.

Wer mehr Speicherplatz benötigt, der fährt auf jeden Fall mit Microsoft besser: Denn hier kostet ein TB (1000 GB inklusive vollwertigem Office-2016-Paket 69 Euro pro Jahr, während Google für den gleichen Speicherplatz inklusive Steuern umgerechnet beinahe 130 Euro verlangt. Dropbox liegt mit jährlich 99 Euro in der Mitte und besticht durch einfaches Handling, Zuverlässigkeit sowie zahlreiche Zusatz-Tools von externen Entwicklern. Mit 400 Euro für 1000 GB ist der Speicherplatz bei Amazon richtig teuer und damit für Privatanwender lediglich in der Gratis-Variante attraktiv.

Die Verfügbarkeit der Apps für Mobilgeräte, die Sicherheit sowie der Datenschutz sind weitere Aspekte, die für die Auswahl des Online-Speichers entscheidend sein können. Wichtig ist aus Gründen des Datenschutzes zum einen der Serverstandort und zum anderen die Verschlüsselung. Verschlüsseln auf dem Client lässt sich mit einem Tool wie Boxcryptor prinzipiell jeder Cloud-Speicher, die kostenlose Version dieses guten Programms beschränkt sich aber auf einen Online-Dienst. Bereits implementiert in der Software ist die End-to-End-Verschlüsselung nur beim Cloud-Dienst Mega, der zudem 50 GB gratis speichert.

In Bezug auf den Datenschutz haben die deutschen Anbieter die Nase vorne. Beim Berliner Unternehmen Strato lässt sich unterschiedlich viel Platz mieten: 100 GB kosten derzeit 3,59 Euro pro Monat, 1000 GB gibt es für 9,99 Euro. Bucht man einen 24-Monate-Vertrag, reduzieren sich die Kosten auf 75 Prozent. Ebenfalls in Deutschland speichern die Deutsche Telekom und United Internet (GMX, Web.de), die 25 respektive zehn GB kostenlosen Cloud-Speicher zur Verfügung stellen. Voraussetzung ist jeweils lediglich ein Freemail-Konto beim Anbieter. Allerdings ist bei GMX, Web.de und bei der Telekom bei 100 GB Schluss.

Der Autor Peter Stelzel-Morawietz ist Redakteur von PC-Welt.


Mehr Artikel

Stijn Bannier, Digital Product Manager, Open API.
News

Air France-KLM erklimmt mit API neue Höhen

Air France-KLM hat mit TIBCO Cloud Integration und TIBCO Cloud Mashery Software eine API-geführte, kundenzentrierte Strategie umgesetzt. Sie verknüpfte ihre riesige Anwendungs- und Datenumgebung, um Partnern, Entwicklern und Endbenutzern ein reibungsloses Erlebnis zu bieten – und dem Unternehmen die Fähigkeit zur agilen Veränderung. […]

Palo Stacho, Mitgründer und Head of Operations bei Lucy Security (c) Lucy Security
Kommentar

Die fünf Mythen von simulierten Phishing-Nachrichten

Das Schweizer Unternehmen Lucy Security hat in einer weltweiten Onlinestudie „Nutzen und Herausforderungen von Cybersecurity-Awareness 2020“ im Juni 2020 Unternehmen nach dem praktischen Nutzen und den Herausforderungen von Cybersecurity-Awareness befragt. Aufgrund dieser Studie räumt Palo Stacho, Mitgründer und Head of Operations bei Lucy Security, mit fünf Mythen auf. […]

Be the first to comment

Leave a Reply

Your email address will not be published.


*