Experten für barrierefreies Webdesign geehrt

Bundesministerin Sophie Karmasin ehrte die österreichweit ersten "Certified WebAccessibility Experts" – Experten für barrierefreies Webdesign. [...]

Bundesministerin Sophie Karmasin ehrte die österreichweit ersten "Certified WebAccessibility Experts" (c) Aigner - BMFJ
(v.l.n.r.): Markus D. Klemen

Stephen Hawking ist einer der bedeutendsten Wissenschaftler unserer Zeit. Seine Theorien zum Universum haben das Bild, das wir uns von der Welt machen, verändert. Seit 1968 ist Hawking auf einen Rollstuhl angewiesen, er kann seine Hände nicht bewegen, er kann nicht mehr sprechen – und dennoch ist er in der Lage, zu forschen und brillante Theorien zu entwickeln. An Hawkings Beispiel erläutert Alfed Harl, Obmann des Fachverbands Unternehmensberatung, Buchhaltung und IT der Wirtschaftskammer Österreich, gerne die Bedeutung von barrierefreiem Zugang ins World Wide Web. „Hawkings Leistung wurde nur dank sehr weitreichender Barrierefreiheit möglich. Das soll ein Ansporn für uns sein. Jeder Mensch soll die Möglichkeit haben, das Web zu nützen. Dafür wollen wir in Österreich die Voraussetzungen schaffen.“

Die österreichweit ersten „Certified WebAccessibility Experts“ nahmen am 24.Februar ihr Zertifikat in feierlichem Rahmen von der Bundesministerin für Familien und Jugend, Sophie Karmasin, entgegen. Gemeinsam mit UBIT-Fachverbandsobmann Alfred Harl, incite-Geschäftsführer Alfons Helmel, Klaus Höckner, Geschäftsführer der Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs, und OCG-Präsident Markus Klemen betonte die Bundesministerin die Wichtigkeit dieser Zertifizierung für die Digitalisierung und die barrierefreie Alltagsgestaltung: „Barrierefreiheit ist Teil eines Gesamtkonzepts – es geht hier nicht nur um bauliche Maßnahmen sondern auch darum, unsere digitalen Lebenswelten allen Nutzerinnen und Nutzern verfügbar und attraktiv zu machen. Das Zertifikat ist daher ein wichtiger Schritt für mehr Qualität in diesem Themenbereich, und durch den gemeinsamen Austausch können wir die noch bestehenden Herausforderungen besser meistern“.

BARRIEREFREIES INTERNET

Barrierefreies Webdesign bedeutet Webseiten schon bei Planung und Entwurf so zu gestalten, dass sie jeder sie nutzen. Denn oft wird nicht berücksichtigt, auf welche Art und Weise Menschen deren Inhalte konsumieren. Barrieren können etwa für blinde Menschen fehlende Texte zur Beschreibung von Grafiken sein, für sehbehinderte User eine unglückliche Auswahl der Farbkombinationen, oder allgemein unklar strukturierte Webseiten und nicht bedienbare Navigationsmechanismen, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Werden solche „Patzer“ vermieden, wird allen Menschen das Surfen im Netzerleichtert.

Gerade für Menschen mit Behinderung ist der Zugang zum Internet von besonderer Bedeutung. Er bietet beispielsweise Erleichterungen im Alltag, eröffnet neue Perspektiven im Berufsleben und ermöglicht die Führung eines selbstbestimmten Lebens. Alfred Harl: „Nach zehnjähriger Übergangsfrist, die die bauliche Barrierefreiheit betroffen hat, müssen Unternehmen seit 1.1.2016 vollständig barrierefrei sein, d. h. auch einen barrierefreien Zugang zu Websites ermöglichen.“ Alfons Helmel ergänzt: „Gefordert sind hier IT-Experten mit entsprechendem Qualitätsnachweis. Dieser wird durch die Zertifizierung ‚Certified WebAccessibility Expert‘ der UBIT-Akademie incite gewährleistet und schafft Transparenz am Markt.“

DER LEHRGANG

An drei intensiven Einzeltagen liefert der incite-Lehrgang „WebAccessibility – Barrierefreies Webdesign“ wichtiges Experten-Know-how, um Websites professionell barrierefrei zu gestalten. Dieser Lehrgang wurde gemeinsam mit der Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs und der Österreichischen Computergesellschaft (OCG) entwickelt.

Lehrgangsleiter Klaus Höckner bestätigt den wichtigen Beitrag des Lehrgangs: „Barrierefreiheit wird meist nur mit Gebäuden assoziiert. Durch zugängliche Websites, Dokumente, Programme und Apps wird das Tor zu einer selbstbestimmten und eigenverantwortlichen Lebensweise für Menschen mit Behinderungen weit aufgestoßen.“ Das ergänzt OCG-Präsident Markus Klemen: „Digitale Inklusion ist uns als OCG ein wichtiges Anliegen, darum haben wir uns auch gerne in das Vorhaben eingebracht. Die Zertifizierungsmöglichkeit ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung“. (pi/rnf)


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