Fast drei Viertel der Entscheider zählen auf datenbasierte Erkenntnisse aus der HR-Abteilung

69 Prozent aller europäischen Entscheider verlassen sich auf die gesammelten Datenbestände der Personalabteilung und die dadurch entstehenden Erkenntnissen. Dies geht aus einer neuen Umfrage des Payroll- und Personaldienstleister SD Worx hervor. [...]

Deutsche Unternehmen sind im europäischen Vergleich in einer Vorreiterrolle. (c) jackfrog - Fotolia
Deutsche Unternehmen sind im europäischen Vergleich in einer Vorreiterrolle. (c) jackfrog - Fotolia

In der Umfrage wurden Entscheidungsträger aus dem Personalwesen und anderen Wirtschaftssektoren befragt. Die drei Geschäftsfelder, in denen am häufigsten auf die Analyse und Auswertung von Personaldaten geachtet wird, sind: Mitarbeiterkosten (45 Prozent), Mitarbeiterzufriedenheit und -bindung (45 Prozent) sowie Produktivität (42 Prozent). Allerdings gibt es einige Hindernisse bei der internen Nutzung von Personaldaten, die drei größten davon sind: mangelnde Kommunikation zwischen der Personalabteilung und weiteren Bereichen des Unternehmens (29 Prozent), die damit verbundenen Kosten (27 Prozent) und marode Strukturen, die Innovationfähigkeit des Unternehmens hemmen (27 Prozent).

53 Prozent der Teilnehmer gaben an, dass Entscheidungsträger nun eher gewillt seien, die Daten aus der Personalabteilung in ihre Entscheidungsfindung mit einfließen zu lassen als noch vor zwei Jahren. Diese Tendenz soll sich laut 56 Prozent der Befragten in den nächsten zwei Jahren noch weiter verstärken.

Durch datengestützte Prognosen können Unternehmen ihr Humankapital proaktiv stärken und ein nachhaltigeres Geschäftsmodell entwickeln. Deutsche Unternehmen sind im europäischen Vergleich in einer Vorreiterrolle. Insgesamt 46 Prozent aller deutschen Entscheider nutzen verschiedene Datenquellen, um sich Zusammenhänge besser zu erschließen zu können. Im Vergleich: in Belgien und Frankreich nutzen zusammengerechnet nur 26 Prozent Unternehmen diese Möglichkeit. Darüber hinaus steht Deutschland, mit 68 Prozent an zweiter Stelle bei der Nutzung von grundlegenden Personaldaten, Einzig die Niederlande (78 Prozent) konnten sich bei der Nutzung von Personaldaten vor Deutschland positionieren. Auf dem letzten Platz befindet sich Deutschland bei der Mitarbeiterbefragung, nur 42Prozent der Unternehmen beziehen durch diese Methodik Daten.

Die Verbesserung von Personalplanung mit Hilfe von Daten aus der Personalabteilung

Deutschland führt bei der Nutzung von personalbezogenen Daten in allen Geschäftsbereichen. Die Entscheider nutzen das HR-Analytics zur Verbesserung der Personalbesetzung (55 Prozent) und Kapazitätssteigerung (37 Prozent). Zum Vergleich, in Frankreich nutzen nur 29 Prozent bzw. 23 Prozent der Befragten die Daten zur Verbesserung der Stellenbesetzung. Dafür werden in Deutschland vergleichsweise wenig Daten genutzt, um auf die Fehlzeiten der Mitarbeiter einen positiven Einfluss (25 Prozent) zu nehmen.

Man kann eine gesunde Nachfrage nach Insights aus der Personalabteilung beobachten: 43 Prozent der Entscheider in allen untersuchten europäischen Ländern gaben an, derartige Erkenntnisse mindestens einmal pro Woche anzufordern. Der Hauptgrund für diese Anfragen ist, die Abwesenheit von Mitarbeitern (44 Prozent) gefolgt von hohen Personalkosten (40 Prozent) und der Produktivität (40 Prozent). Das beweist, dass Entscheidungsträger um den Wert dieser HR-Analytics aus den Personalabteilungen wissen.

Die Studie ergab auch, dass Entscheidungsträger in ganz Europa glauben, dass die Personalabteilungen mit dem der Verarbeitung und Analyse von Daten vertraut sind (69 Prozent). 59 Prozent sind der Ansicht, dass sich die technologische Infrastruktur verbessert hat und dadurch die Nutzung von HR-Daten erleichtert worden ist. Etwa zwei von drei Befragten sind der Meinung, dass ihre Personalabteilungen die Fähigkeiten und Kompetenzen zur Weiterverwertung der datenbasierten Insights haben. Die beiden wichtigsten Fähigkeiten, um Personaldaten effektiv verwerten zu können sind die Analyse (40 Prozent) und das Changemanagement (34 Prozent). In 53 Prozent der Fälle werden den Mitarbeitern dafür zusätzliche Schulungsmöglichkeiten angeboten.

Mark Eger, CEO SD Worx Group, sagt: „Diese Untersuchung ist vielversprechend, da sie die wachsende Bedeutung der Rolle der Personalabteilungen in den Unternehmen zeigt. Wir haben uns von der Diskussion über den Wert von Personaldaten und deren Bedeutung für das ganze Unternehmen dahin entwickelt, dass die anderen Abteilungen die Vorteile der Daten erkennen und sie für strategische Entscheidungen nutzen. Wir dürfen fest damit rechnen, dass diese Tendenz mit verbesserter Technologie und erweitertem internen Wissen noch stärker wird.“

Auch SNCB, die Belgische Bahn nutzt die Personaldaten in vollem Umfang, um die Zufriedenheit und das Engagement der Mitarbeiter zu fördern. Petra Blanckaert, Head of Human Resources & CEO Office bei der SNCB, erklärt, wie das Unternehmen eine führende Rolle übernehmen will: „Wir verlangen von unseren Mitarbeitern einen hohen Einsatz bei unserem Streben nach Pünktlichkeit und Kundenzufriedenheit. Gleichzeitig wollen wir aber auch in ihre Zufriedenheit und ihr Wohlbefinden investieren. Anfang dieses Jahres haben wir unsere 18.000 Mitarbeiter nach ihrer Zufriedenheit, ihrem Engagement und ihrer Motivation gefragt. Mithilfe eines umfangreichen Fragebogens wollen wir so Verbesserungspotenziale ermitteln. Diese Daten haben uns geholfen, uns auf das zu konzentrieren, was für die Mehrheit unserer Mitarbeiter wichtig ist und sicherzustellen, dass unser Ansatz breite Unterstützung findet. So können wir Prioritäten richtig setzen. Blanckaert weiter: „Die Auswertung der Ergebnisse hilft uns unserem partizipativen Ansatz zu konkretisieren. bei dem wir in Arbeitsgruppen Aktionspläne erstellen. Mit den Personaldaten ist es uns möglich, allen Mitarbeitern auch gezieltes Feedback zu den Ergebnissen zu geben – der Grad an Details und die Zuverlässigkeit sorgen für Anerkennung und Beteiligung der Mitarbeiter.“


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