„FM Code“: Individuelle Handgeste als Passwort

Das System "FMCode" kann anhand der Bewegungen, die ein Finger in der Luft ausführt - etwa eine Unterschrift oder eine Form - die Identität eines Nutzers erkennen. [...]

"FM Code" kann berechtigte User bestimmten Gesten zuordnen.
"FM Code" kann berechtigte User bestimmten Gesten zuordnen. (c) asu.edu

Die smarte Technologie, die Wissenschaftler der Arizona State University entwickelt haben, könnte zukünftig Passwörter ersetzen und das Entsperren von Geräten sicherer machen. Das neue System verwendet Algorithmen, die von einem tragbaren Sensor oder einer Kamera mit Daten versorgt werden. Es kann Benutzer bereits identifizieren, nachdem das Gestenpasswort nur ein paar Mal vorgeführt wurde. Im Gegensatz zu normalen Passwörtern sind den Entwicklern zufolge Fingerbewegungen in der Luft nicht immer gleich. Daher kann das neue System die verschiedenen Geschwindigkeiten und Formen erkennen, aber trotzdem falsche Versuche herausfiltern. Das soll bereits nach ein paar Mal Vorzeigen funktionieren, da die meisten User ihren individuellen Code voraussichtlich nicht hunderte oder tausende Male vorführen wollen.

Hierbei setzten die Experten maschinelles Lernen ein. Das Team entwarf Klassifikatoren, die Imitationen identifizieren können, während kleinere Abweichungen vom tatsächlichen Benutzer toleriert werden. Dann bauten die Entwickler ein konnektives neuronales Netzwerk auf, um Fingerbewegungssignale mit Datenerweiterungsmethoden zu katalogisieren, die das bei der Einrichtung des Systems benötigte Training beschränken.

Gut, aber noch einiges zu verbessern

Gesteninteraktionen könnten den Experten aus Arizona zufolge besonders dann sehr nützlich sein, wenn eine Tastatur unpraktisch ist, etwa bei der Verwendung eines VR-Headsets. Das gilt auch für Situationen, in denen Kontakte mit der Umgebung minimalisiert werden müssen, zum Beispiel für die Hygiene in einem Operationssaal. Obwohl FM Code sehr sicher wirkt, beschäftigen sich die Entwickler derzeit mit Angriffen, bei denen ein Gestenpasscode aufgezeichnet und später wieder abgespielt wird.

In einer Studie befragte das Team aus Arizona Teilnehmer, wie sie über das neue System im Gegensatz zu anderen Login-Methoden denken. Während die meisten Befragten FM Code für sehr sicher hielten, fanden die Benutzer es im Allgemeinen eher kompliziert zu verwenden und vergleichsweise zeitraubend. Die Entwickler gehen jedoch davon aus, dass sich die Hardware zukünftig deutlich verbessern wird und auch das Bekanntwerden immer weiterer Sicherheitslücken dazu führen könnte, dass das System von der Allgemeinheit besser akzeptiert wird.

Interessierte finden das Paper „FMCode: A 3D In-the-Air Finger Motion Based User Login Framework for Gesture Interface“ im Internet unter https://arxiv.org/pdf/1808.00130.pdf.


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