Früherer IBM-Chef John Akers verstorben

Der frühere IBM-Chef John Fellows Akers ist am vergangenen Freitag im Alter von 79 Jahren an den Folgen eines Schlagsanfalls verstorben. [...]

John F. Akers (c) IBM
John F. Akers

Der frühere Jagdfliegerpilot war von 1985 bis 1993 CEO (Chief Executive Officer) der IBM und nach Einschätzung des IBM-Kenners und Analysten Bob Djurdjevic „der letzte der Großen Big-Blue-Mohikaner“, Manager, welche die ursprünglichen IBM-Unternehmenswerte hochhielten wie den Respekt für den einzelnen Mitarbeiter.

Akers war 1960, vier Jahre vor der Einführung des legendären und wegweisenden Großrechnersystems System/360 zur IBM gekommen und legte eine Vertriebskarriere mit insgesamt 16 Beförderungen hin. Dabei legte er stets Wert auf ein ordentliches Auftreten in klassischer „IBM-Uniform“ aus blauem Anzug, weißem Hemd und gestreifter Krawatte.

Unter Akers‘ Ägide als CEO kamen der PC und Zulieferer für diese neue Plattform wie Microsoft und Intel empor. IBM, das den ersten Personal Computer für Unternehmen angeboten hatte, verlor die Kontrolle über diesen Markt an PC-Nachbauer wie zuerst Compaq. Auch das zunächst noch gemeinsam mit Microsoft entwickelte IBM-Betriebssystem „OS/2“ mit grafischer Oberfläche hatte am Markt keine Chance gegen Windows.

In den 80er Jahren brachen die Mainframe-Verkäufe von IBM ein. Akers musste den ersten operativen Verlust der Unternehmensgeschichte vermelden und reagierte mit Umbaumaßnahmen und Stellenabbau, die Abschreibungen von über 15 Milliarden Dollar zu Folge hatten. Das reichte allerdings nicht aus, um den Konzern wieder auf Kurs zu bringen.

Akers musste dann abtreten, der Verwaltungsrat setzte Louis Gerstner von Nabisco als Nachfolger und Sanierer ein. Der griff hart durch mit Fabrikschließungen sowie einer Abkehr von der Hardware und stärkerer Ausrichtung auf Software und Services. Bei den Anlegern kam das gut an; die IBM-Aktie stieg laut „Wall Street Journal“ von einem Tief von 40 Dollar im Jahr 1993 bis zum Mai 1997 auf mehr als 175 Dollar.

Samuel Palmisanso, der in jungen Jahren Akers als Vorstandsassistent unterstützt hatte, wurde dann 2002 als Nachfolger von Gerstner der achte CEO von IBM. Im Nachruf, den IBM am Wochenende für John Akers in Netz stellte, schreibt Palmisano: „Die Menschen mochten John Akers, weil sie wussten dass er sich um sie kümmerte – als Mitarbeiter, als Menschen und als IBMer.“

* Thomas Cloer ist leitender Redakteur der deutschen Computerwoche.


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