Führungskräfte und Digitalisierung: Wo bleibt der Faktor Mensch?

Am 29. und 30. November findet in Wien das 10. Global Peter Drucker Forum statt. Dies nahm Rudolf J. Melzer, Gründer des Internationalen Forums für Wirtschaftskommunikation zum Anlass zu einer Diskussion über die Zukunft des Management zu laden. [...]

Diskussion über die Zukunft des Management mit Jan Trionow, Georg Kopetz, Michaela Novak-Chaid, Isabella Mader, Nana Siebert und Rudolf Melzer, Melzer PR.
Diskussion über die Zukunft des Management mit Jan Trionow, Georg Kopetz, Michaela Novak-Chaid, Isabella Mader, Nana Siebert und Rudolf Melzer, Melzer PR. (c) Melzer PR

Das 10. Global Peter Drucker Forum ist eine Art Welt-Management-Forum, das sich dieses Jahr dem Thema: „management. the human dimension“ widmet und Vortragende aus aller Welt nach Österreich ziehen wird. Der Gründer des Internationalen Forums für Wirtschaftskommunikation, Rudolf J. Melzer, nahm dies zum Anlass für eine Vorveranstaltung in Kooperation mit dem Global Peter Drucker Forum, HP und AgileExperts über die Zukunft des Management zu diskutieren.

Management-Skills für die Digitalisierung

Welche Fähigkeiten brauchen Führungskräfte bereits heute, um Technologie und menschliches Potenzial so weiterzuentwickeln und einzusetzen, dass gesellschaftlich erwünschte Zwecke erfüllt werden? – Der zentralen Frage, dass Management als Disziplin im Hinblick auf Kompetenzen der Mitarbeiter, Methoden, Technologie-Unterstützung und Innovation weiterentwickelt werden muss, ging Isabella Mader, Executive Advisor des Global Peter Drucker Forums, in ihrem Eingangsstatement nach: „Wir glauben, dass Digitalisierung und führende Technologie allein keine Garanten für Erfolg und eine wünschenswerte gesellschaftliche Entwicklung sein müssen. Deshalb führen wir die Diskussion über die Rolle von Unternehmen in der Gesellschaft, über die Weiterentwicklung der Management-Praxis und damit den Faktor Mensch.“

Michaela Novak-Chaid, CEO von HP Austria, betonte, dass die entscheidende Frage für ein Unternehmen sein muss, wie das Unternehmen attraktiv für die neuen Mitarbeitergenerationen sein kann. Dazu gäbe es bereits vielfältigste Thesen diverser Management-Ratgeber. „Die Werte des Unternehmens spielen nach wie vor eine große Rolle,“ so Novak-Chaid. HP lebe schon immer eine Kultur aus Wertschätzung und sei nach wie vor ein attraktiver Arbeitgeber, so die HP-Chefin. „Und da flache Hierarchien glaubhafter in offenen Büroumgebungen gelebt und Teamwork über Grenzen hinweg mit modernen Kollaborationstools effizient gestaltet werden kann, geht es nicht um eine akademische Denksportaufgabe. Es geht darum, die Prinzipien täglich zu leben.“

Kultur des Scheiterns als Voraussetzung für Innovation

Die Digitalisierung prägt mittlerweile den Alltag in Unternehmen. Wie gelingt es also dem Management, neue Technologien und soziale Faktoren bestmöglich einzusetzen und weiterzuentwickeln? Nana Siebert, stellvertretende Chefredakteurin der Tageszeitung Der Standard, ist überzeugt, dass digitale Transformation einen großen Einfluss auf tägliche Prozesse im Unternehmen hat: „Die Digitalisierung ändert die Taktung in Unternehmen enorm: große, nur langsam umzusetzende Transformationsprojekte weichen kleinen, schnellen Experimenten, bei denen Scheitern in die Kalkulation einbezogen werden kann.“ Eine positive Kultur des Scheiterns sei ohnehin sehr wichtig für moderne Unternehmen, denn nur so könne das Engagement der Mitarbeiter weiter gesteigert werden, so Siebert weiter: „Wenn Fehler keine Schuldzuweisungen nach sich ziehen, sondern als Lernerfahrung genutzt werden, sind Mitarbeiter engagierter. Und mehr Engagement ist die entscheidende Voraussetzung für Innovation.“

Georg Kopetz, Mitgründer und Vorstand von TTTech, sieht die Herausforderungen ans Management ähnlich wie Mader: „Als moderne Manager müssen wir uns Zeit nehmen über das Wesentliche nachzudenken. Ein Manager wird dafür bezahlt, dass er die großen Fragen seines Unternehmens sauber durchdenkt.“ Gerade im Zeitalter des digitalen Überflusses solle sich die Führungsebene an diese wesentlichen Qualitäten guten Managements viel öfter erinnern.

Digitalisierung als Nährboden für mehr Autonomie, Initiative und Kooperation

Dass Digitalisierung von allen Unternehmen viel mehr als Chance zur Weiterentwicklung guten Managements gesehen werden muss, betonte auch  der CEO von Hutchison Drei Austria, Jan Trionow: „Digitalisierung schafft mehr Chancen, mehr Wettbewerb, aber auch mehr Komplexität. Um in diesem Umfeld weiter wirtschaftlich erfolgreich zu sein, müssen sich Organisationen transformieren, hin zu mehr Kundennähe, Agilität und Nutzung neuester Technologien. Dazu braucht es auch ein Umdenken im Management, das Autonomie, Initiative und Kooperation ins Zentrum rückt.“

In dieser Agilität sieht  Mike Leber, Gründer der Agile Experts, die weltweit namhafte Kunden bei komplexen Transformationsprogrammen zu einer nachhaltigen Entwicklung von Business Agility Kompetenzen begleiten, eine große Chance für Unternehmen um in der digitalen Transformation bestehen zu können:  „Mittlerweile ist wohl unumstritten, dass wir uns bezüglich unserer Gesellschaft und Arbeitswelt in einem Paradigmenwechsel befinden. Dies bedeutet, dass die Faktoren Ungewissheit, Disruption und damit Komplexität zum Alltag unseres wirtschaftlichen Handelns gehören. Die Antwort darauf sind agile Organisationen und durchgängig agile Formen der Kollaboration. Das sind Unternehmen mit der Kompetenz eines ausgeprägten Sensoriums für Optionen, Entscheidungen unter hoher Unsicherheit und dramatisch beschleunigtem Lernen. Dies stellt Führung und bislang bewährte Management-Techniken auf den Prüfstand. Es ist Zeit die Zukunft des Managements zu gestalten.“

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