Heimische Technologie macht den Nil zur modernsten Wasserstraße des Nahen Ostens

Mit einer Kommunikationszentrale in Kairo und zwanzig Basisstationen entlang des Nil werden 960 km des ägyptischen Flussabschnitts in Zukunft mit modernster Technik überwacht. [...]

Hermann Mattanovich (Mitglied des Vorstands, Frequentis AG) und Abdelazim Mohamed Ali (Chairman RTA, River Transportation Authority Egypt) unterzeichnen die erfolgreiche Werkabnahme. (c) Frequentis AG/APA-Fotoservice/Rastegar
Hermann Mattanovich (Mitglied des Vorstands, Frequentis AG) und Abdelazim Mohamed Ali (Chairman RTA, River Transportation Authority Egypt) unterzeichnen die erfolgreiche Werkabnahme. (c) Frequentis AG/APA-Fotoservice/Rastegar

Die Auftragserteilung erfolgte bereits 2009: Die ägyptische River Transport Authority (RTA) beauftragte Frequentis mit einem innovativen Informationssystem, das für die Optimierung des Transportaufkommens auf dem Nil sorgt. Als Partner mit im Boot ist die Oesterreichische Kontrollbank AG (OeKB), die mit Unterstützung des Bundesministeriums für Finanzen (BMF) eine Soft-Loan-Finanzierung bereitgestellt hat. Die Anfang November erfolgte Werkabnahme in der Frequentis-Firmenzentrale markiert einen wichtigen Meilenstein für den Projektabschluss.

Der Nil ist die Lebensader Ägyptens. 10.000 Schiffe transportieren pro Tag Güter des täglichen Lebens, Menschen und Maschinen von Assuan bis Kairo. Zum Ausbau dieses Transportweges setzte die River Transport Authority auf Technologie von des österreichischen High-Tech Unternehmens Frequentis. Mit einer Kommunikationszentrale in Kairo und zwanzig Basisstationen entlang des Nil werden 960 km des ägyptischen Flussabschnitts in Zukunft mit modernster Technik überwacht.

River Information System

In Form eines „River Information System“ unterstützt das System den Schiffsverkehr durch Sprach- und Datenkommunikation. Das erlaubt es, Schiffe zu lokalisieren und über eine grafische Darstellung alle wichtigen Informationen auf einen Blick zu erkennen. So können kritische Situationen – z.B. zu geringer Abstand zweier Schiffe – früh erkannt und notwendige Schritte eingeleitet werden. Gleichzeitig ermöglicht das RIS Nile System es, Verkehrsflüsse und Schleusendurchsetzung effizienter und damit wirtschaftlicher zu gestalten. „Auch Notrufe können über die Lokalisierung am Arbeitsplatz des Disponenten unmittelbar einem Schiff zugeordnet werden; Rettungsmaßnahmen so ohne Zeitverlust gestartet werden,“ unterstreicht der Direktor von Frequentis Maritime, Khashayar Saravandi-Rad, die Leistungsfähigkeit des Systems.

Nach mehreren Verschiebungen ist der baldige Abschluss des Projekts jetzt im Fokus des ägyptischen Transportministeriums. So zeigte sich der Verkehrsminister Hisham Arafat beim Besuch einer Frequentis-Delegation Anfang September in Kairo beeindruckt vom Funktionsumfangs des Informationssystems und unterstrich die Bedeutung der raschen Umsetzung der noch offenen Projektarbeiten. Die erfolgreiche Werkabnahme Anfang November in der Frequentis-Firmenzentrale in Wien, im Beisein von RTA-Chairman Abdelazim Mohamed Ali, belegt den raschen Fortschritt.

Zielsetzung ist es, das ägyptische Fluss-Informationssystem bis Ende 2019 in Betrieb nehmen zu können. Nach Projektabschluss wird es möglich sein, alle Schiffsbewegungen auf dem Nil von Kairo bis Assuan zu managen und den reibungslosen Ablauf des Schiffsverkehrs innerhalb des schiffbaren Flussweges sicherzustellen.

Soft Loans für nachhaltige Projekte

Zur Unterstützung von Entwicklungsländern vergibt die OeKB im Auftrag des BMF zinsgestützte Kredite, sogenannte Soft Loans. Mittels Bundeshaftungen und österreichischer Budgetmittel werden so Regierungen von Entwicklungsländern in die Lage versetzt, nachhaltige Projekte österreichischer Exporteure zu besonders günstigen Konditionen zu finanzieren.

„Neue und weniger entwickelte Märkte bieten für österreichische Unternehmen große Chancen. Soft Loans sind zweckgewidmet für nachhaltige Projekte, die von heimischen Exporteuren umgesetzt werden und der Allgemeinheit in weniger entwickelten Ländern zugutekommen. Damit gelingt es uns, diese Regionen bei ihrem infrastrukturellen Aufbau und ihrer wirtschaftlichen Entwicklung zu unterstützen. Darüber hinaus bedeutet ein solches Projekt für österreichische Unternehmen oftmals den Markteintritt. Empfängerländer und österreichische Unternehmer profitieren dabei gleichermaßen“, so OeKB-Vorstandsmitglied Helmut Bernkopf über den Mehrwert von Soft-Loan-Finanzierungen.

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