Homeoffice-Erwartungen: New Work – gekommen, um zu bleiben

Corona wird die Arbeitsmodelle dauerhaft verändern, hat eine IDC-Studie gezeigt. Doch während die Mitarbeitenden die Employee Experience nach ihren Bedürfnissen ausrichten wollen, setzt das Management mehr auf Technik. [...]

Was wird wirklich wichtig im New Work? Darüber gehen die Ansichten teilweise weit auseinander (c) pixabay.com

Die Ansichten darüber, wie ein hybrides Arbeitsmodell künftig aussehen soll, gehen gerade in Europa zwischen Management und Mitarbeitern zum Teil weit auseinander. Zu diesem Ergebnis kommt eine von Unisys in Auftrag gegebene Umfrage, für die die Marktforscher von IDC weltweit über 1.100 Führungskräfte und Mitarbeiter in 15 Ländern befragt haben – in Australien, Belgien, Brasilien, Chile, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Kanada, Kolumbien, Malaysia, Mexiko, Niederlande, Neuseeland, Singapur und den USA.

Zwei Drittel der Mitarbeiter in Europa bezeichneten familienfreundliche Arbeitsbedingungen als wichtig, aber nur 49 Prozent der Arbeit­geber halten diesen Punkt für bedeutsam. Noch größer ist die Diskrepanz beim Punkt Mitarbeiter- und Teamförderung: Gut die Hälfte der Beschäftigten halten diese Themen für entscheidend für eine gute Employee Experience, bei den Führungskräften sind es nur 31 Prozent. Zum Vergleich: In Nordamerika fällt dieser Unterschied deutlich geringer aus mit 63 Prozent der Mitarbeiter und 51 Prozent der Unternehmen. Für 55 Prozent der Entscheidungsträger, aber nur für 43 Prozent der Beschäftigten ist die neueste Technologie der Schlüssel für eine perfekte Employee Experience.

Auch in der Bewertung des Homeoffice liegen die Meinungen auseinander. So befürchten 38 Prozent der Führungskräfte Probleme bei der Kommunikation und der Zusammenarbeit, wenn Teams im Homeoffice arbeiten. Diese Sorgen teilt aber nur knapp ein Viertel der Beschäftigten. Ebenfalls 38 Prozent der Manager glauben, aufgrund von Homeoffice zu wenig Einblick in die Arbeit ihrer Teams zu haben. Aber nur sieben Prozent der Mitarbeiter sind dieser Ansicht. 38 Prozent der Führungskräfte sehen Schwierigkeiten beim Zugang zu Daten und Informationen. Aufseiten der Angestellten glauben hier nur elf Prozent der Befragten an ein Problem. Den Umgang mit ungewohnten und neuen Technologien aufgrund von Remote Work identifizieren 41 Prozent der Business-Leader, aber nur zehn Prozent der Beschäftigten als Herausforderung.

Keine Probleme mit der Produktivität im Homeoffice

Trotz aller Bedenken konzedieren zwei Drittel der befragten Manager, die Arbeit aus dem Homeoffice sei genauso produktiv oder sogar produktiver als im Präsenzbetrieb. Darauf aufbauend planen 42 Prozent der Betriebe, gezielt in Technik für New-Work-Szenarien investieren zu wollen. Am meisten Potenzial für die kommenden fünf Jahre sehen die Unternehmen im 5G-Mobilfunk (48 Prozent), dem Internet of Things (46 Prozent), künstlicher Intelligenz (52 Prozent) und modernen Sicherheitsplattformen (40 Prozent).

Der Anteil der Belegschaft, die künftig remote oder im Homeoffice arbeitet, wird deutlich höher liegen als in Vor-Corona-Zeiten (c) Unisys / IDC

„Das Jahr 2020 hat rasante Anpassungen von Technologien, Prozessen und Richtlinien gebracht, mit denen die meisten Unternehmen jetzt hybride Arbeitsweisen unterstützen“, stellt Holly Muscolino, Research Vice President, Content Strategies and the Future of Work bei IDC, fest. Weltweit seien fast 40 Prozent der Belegschaften gezwungen gewesen, praktisch über Nacht auf Remote Work umzusteigen. Vieles davon werde auch in Nach-Corona-Zeiten bleiben, glaubt die Analystin. „Eine Rückkehr zu den Geschäftsmodellen von 2019 wird es für die meisten Unternehmen nicht geben.“ Mitarbeiter im Homeoffice werden weiterhin fast ein Viertel der weltweiten Belegschaft ausmachen. Die hybride Mannschaft – im Homeoffice, vor Ort, im Außendienst und zwischen den Standorten wechselnd – sei gekommen, um zu bleiben.

*Martin Bayer: Spezialgebiet Business-Software: Business Intelligence, Big Data, CRM, ECM und ERP; Betreuung von News und Titel-Strecken in der Print-Ausgabe der COMPUTERWOCHE.


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