Ausblick 2018: Christoph Kranzler, Geschäftsführer der TIM AG

Die COMPUTERWELT hat 32 heimische Geschäftsführer um ihre Einschätzung zum Geschäftsjahr 2018 gebeten. [...]

Christoph Kranzler ist Geschäftsführer der TIM AG.

Was war Ihr spannendstes Kundenprojekt 2017?
Eine große österreichische Technolgieschmiede hat sich von der traditionellen 3-tier Infrastruktur verabschiedet und sich für eine Software Defined Hyper-Converged-Infrastruktur entschieden. Da war nicht nur die Entscheidungsfindung über welchen HCI-Anbieter spannend sondern auch die wechselseitigen technischen und kaufmännischenVergleiche zur traditionellen Infrastruktur. Nicht nur innerbetrieblich eine spannende Diskussion, sondern auch eine Herausforderung für die Systemhäuser, die hinter den unterschiedlichen Lösungen gestanden sind, weil diese neuen, modernen Technologien nicht mit traditionellen Maßstäben messbar und vergleichbar sind.

Mit welchem Thema/welchen Themen sollten sich Anwender 2018 unbedingt beschäftigen und warum?
Unsere „Wettervorhersage für 2018 sieht zunehmende Bewölkung voraus“. Auch Gartner und IDC reporten bereits Marktrückgänge in den 3-Tier Datacenterlösungen zugunsten des Wachstums der software defined Datacenter und HCI-Infrastrukturen. Da alle namhaften Hersteller an diesem Thema nicht vorbeikommen und speziell den großen Cloudanbietern wie Amazon Web Services/AWS und Azure Paroli bieten müssen sind nun die Hybrid-Cloud Lösungen bzw. Cloud-Like On-Premise Architekturen mittlerweile so erwachsen geworden, dass Kunden diese wohlwollend evalieren. Heiss-debattierte Themen wie DSVGO und IoT sehen wir nicht so relevant für das IT-Marktwachstum 2018, aber auch hier ist Lösungsbedarf beim Kunden gefragt und bietet Spezialisten eine gute Chance.

Wie sind Ihre Erwartungen bezüglich des kommenden Jahres und wie begründen Sie Ihre Einschätzung?
Eine noch stärkere Konzentration Richtung Lösungsanbieter statt auf „Boxenschieber“. Stärkerer Fokus auf Player, die sich „Ihren“ Platz im Markt geschaffen haben mit möglichst hohen Skills und Kenntnissen und frühzeitig in Aus- und Weiterbildung investiert haben. Den Systemhaus-Kunden empfehlen wir, sich Ihre Partner genau anzusehen und deren Kompetenz „abzuklopfen“, heute ist schon fast jeder Eingriff in bestehende EDV oder IT-Neuanschaffungen ein „geschäftskritischer“ Vorgang, der enormen Schaden beim Kunden generieren kann. Empfehlungen einholen, mit Referenzkunden reden und nicht nur die technische Anschaffung selbst zu analysieren und auch nicht nach dem Billigstbieter-Prinzip zu entscheiden ist wichtiger denn je.

Wie lautet Ihr IT-Wunschzettel an die neue Regierung?
Die neue Regierung ist durch steuerliche Anreize das Outsourcing von ganzen DL-Abteilungen und damit die Abwanderung von Spezialisten nach Osteuropa oder Asien zu verhindern: die lokalen Lohnkosten sind ungleich höher und verzerren den Wettbewerb. Weiters ist die „Internetzifizierung“ –also der Breitbandausbau- flächendeckend über ganz Österreich seit Jahren ein uneingelöstes Versprechen der Politik, schlechter Internetzugang schwächt die Konkurrenzfähigkeit der gesamten Wirtschaft.

Mit welchen Herausforderungen rechnen Sie im kommenden Jahr?
Channel Partner sind durch den stetigen Wandel in der IT Herausforderungen gewohnt. Die Problematik zeigt sich mehr in der Geschwindigkeit des Wandels. Kunden wie auch Systemhäuser sind dadurch verunsichert und mitunter „überfordert“ saubere Entscheidungen / Planungen zu treffen. Daher bietet TIM als Value Add Distributor spezielle Workshops an um Resellern entsprechende Entscheidungs- und Planungshilfen an die Hand zu geben und Ihre Kunden dabei zu unterstützen. Weiters unterstützen wir VARs durch Vertriebstrainings, Lösungs-PoCs unter natürlich durch die fokussierten entsprechenden spezifischen Zertifizierungstrainings.

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