„Flash allein ist noch keine Lösung“

Wenn es Verzögerungen bei der Bereitstellung und Aktualisierung von Anwendungsdaten gibt, und User warten müssen, wird die Schuld gerne beim Speichersystem gesucht. Warum das nur zum Teil richtig ist, verrät Gavin Cohen von Nimble Storage im Interview. [...]

Gavin Cohen
Gavin Cohen

Laut http://www.computerwelt.at/news/hardware/storage/detail/artikel/115959-mind-the-gap-app-data-gap-kostet-jaehrlich-75mrd-dollar/ - external-link>dem „Mind the Gap Report“ von Nimble Storage verlieren Unternehmen durch Verzögerungen bei der Bereitstellung und Aktualisierung von Anwendungsdaten allein in den USA jährlich 7,5 Mrd. Dollar. Der Anbieter von Predictive-Flash-Speichersystemen nennt das den „App-Data Gap“. Als Schuldigen sehen viele Anwenderunternehmen in diesem Fall das Speichersystem. Doch das ist nur zum Teil gerechtfertigt.

Gavin Cohen, Head of Product Marketing bei Nimble Storage, erklärt im Interview mit Computerwelt.at, was hinter dem Begriff „App-Data-Gap“ steckt und wie man dagegen angehen kann.

In ihrer aktuellen Studie über die Verfügbarkeit von Services wie geschäftskritische Anwendungen und Daten haben Sie den Begriff „App-Data-Gap“ entworfen. Können Sie in wenigen Worten erklären, was sich dahinter verbirgt?

Mit App-Data-Gap meinen wir ganz konkret die verspätete oder fehlgeschlagene Verfügbarkeit von Anwendungen, vor allem geschäftskritische Anwendungen wie SAP, Salesforce und anderen. Dieser Performance-Engpass führt zu einem Flaschenhals, der Auswirkungen auf die Produktivität hat und damit Unternehmen daran hindert, erfolgreich zu sein. Verzögerungen bei der Datenverarbeitung behindern Prozesse und frustrieren Mitarbeiter. IT-Leiter müssen ständig mit forensischen Analysen nachforschen, wo die Probleme liegen und was letztlich dafür sorgt, dass Daten und Anwendungen nicht schnell genug verarbeitet werden. Dies kostet Zeit und Geld, dass für andere Aufgaben sinnvoller eingesetzt werden könnte.

Für die Studie haben Sie 3.000 IT-Experten in verschiedenen Ländern befragt, was waren die wichtigsten Unterschiede zwischen den Ländern? Konnten Sie irgendwelche gravierenden Änderungen zwischen beispielsweise der DACH-Region und dem Rest der Welt feststellen?

Zunächst etwas zur Datenerhebung. Wir haben 519 IT-Experten aus der DACH-Region, 637 aus den USA, 492 aus Großbritannien, 758 aus Asien und 523 aus Australien befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass die IT-Experten nicht in allen Ländern die gleichen Erfahrungen machen. Das mag einerseits sicherlich auch kulturell bedingt sein, andererseits aber auch durch die digitale Infrastruktur. In der DACH-Region sind die wenigsten Befragten empfänglich für das Problem: 33 Prozent hatten bislang noch keine Berührung mit der verspäteten Verfügbarkeit von Anwendungen und Daten. Verglichen mit ihren Pendants in Australien (26 Prozent) oder Asien (25 Prozent), den USA (23 Prozent) oder Großbritannien (23 Prozent) sind das die besten Ergebnisse. Global gesehen, glauben 73 Prozent der Befragten, dass sub-optimale Performance von Anwendungen sie von ihrer Bestleistung abhält. Über die Regionen hinweg sind davon sowohl IT-Spezialisten als auch Nicht-IT-ler betroffen. Generell lässt sich festhalten, dass Mitarbeiter in den USA (80 Prozent) und Asien (84 Prozent) fordernder und abhängiger von ihrer IT-Infrastruktur sind als in DACH (59 Prozent) oder Großbritannien und Australien (66 Prozent). Genauer lässt sich sogar die unproduktive Zeit bemessen. 56 Prozent der in den USA Befragten sagten, dass sie mehr als zehn Prozent ihres Arbeitstages verlieren, weil sie darauf warten, dass die Technologie ihnen die Informationen zur Verfügung stellt, die sie benötigen. In der DACH-Region sieht man das Problem gelassener und nur 30 Prozent gaben an, mehr als zehn Prozent ihrer Zeit zu verlieren. In Großbritannien ist diese Anzahl mit 42 Prozent höher, Australien liegt ähnlich mit 39 Prozent.

Können Sie erklären, warum IT-Experten bei der Verfügbarkeit an den Storage als eine Lösung und nicht als einen Verursacher des Problems denken sollen? Denn oftmals wird ja zunächst beim Speicher nach dem Schuldigen gesucht?

Mit der Einführung von Flash in die Speichersysteme haben sich die Möglichkeiten die Performance von Anwendungen zu beschleunigen deutlich erhöht, aber Flash allein ist noch keine Lösung. Der einzige Weg, der dem Storage-Admin hilft die Lösung für dieses Problem zu finden, ist, wenn vorausschauende Analysen und Machine Learning eingesetzt werden. Aus den Sensorendaten der gesamten IT-Infrastruktur lassen sich Trends und Vorhersagen herauslesen, um auftretende Probleme frühzeitig zu erkennen und die Hindernisse aus dem Weg zu räumen.

Daraus abgeleitet, was sind ihre Empfehlungen, um das App-Data-Gap-Problem zu beheben?

Der traditionelle Ansatz, um dem Problem Herr zu werden, ist auf der Betriebsebene Erfahrungswerte bzw. Best Practises für jede Software und Hardware zu entwickeln, Monitoring Tools zu implementieren und Spezialisten abzustellen, die alle Prozesse rationalisieren. Die Alternative diese Lücke zu schließen, ist, vorausschauende Analysen auszuwerten, die sich aus zwei Quellen speisen, zum einen die Data Science und zum anderen dem maschinellen Lernen (Machine Learning). Beides ist wichtig, um die Performance und Verfügbarkeit von Anwendungen zu optimieren. Diese Technologien wurden so geschaffen, um Performance-Engpässe frühzeitig zu erkennen, zu minimieren und zu beseitigen. Diese „Gesundheitschecks“ der IT-Infrastruktur helfen bei der Fehleranalyse und unterstützen den IT-Leiter dabei sich auf die wirklich wichtigen Dinge zu konzentrieren. Unternehmen profitieren in der Folge von schnelleren Daten und Anwendungen für ihre Mitarbeiter und ihre Kunden gleichermaßen.

ZUR PERSON

Gavin Cohen arbeitet seit August 2015 als Head of Product Marketing bei Nimble Storage. Er startete 2012 bei dem Unternehmen als Head of APAC Marketing and Technology und war später als Senior Director of Strategy and Market Development tätig. Davor war er für NetApp sowie das von NetApp übernommene Unternehmen Alacritus tätig.

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