Investoren überreagieren bei Firmenskandalen

Ethisch engagierte Investoren überreagieren zu oft auf Skandale um Unternehmen, an denen sie Anteile halten. Sie sind vor allem um die Bereiche Umwelt, Gesellschaft und Politik besorgt. [...]

Idealistische Anleger dürfen nicht sofort Anteile verkaufen. Das hilft nur skrupellosen Käufern. (c) Pixabay

Erleiden Firmen in diesen Bereichen Skandale, neigen sie dazu, ihre Aktien sofort zu verkaufen, was ihnen jedoch nur finanzielle Nachteile bringt und Investoren mit weniger Skrupeln in die Hände spielt. Letztere kaufen die Anteile sofort wieder billig auf, wie eine Studie der Monash Business School ergibt.

Kühlen Kopf bewahren

„Es gibt eine gewaltige und statistisch signifikante Überreaktion auf solche Skandale. Investoren, denen ethisches Handeln wichtig ist, fürchten dadurch Schaden für ihr ganzes Portfolio“, sagt Forschungsleiterin Bei Cui. Sie empfiehlt Anlegern, bei Skandalen einen kühlen Kopf zu bewahren und mit dem Verkauf ihrer Anteile ein paar Monate zu warten.

Für die Studie haben die Forscher öffentliche Skandale um größere Unternehmen aus 23 verschiedenen Ländern von 2000 bis 2018 untersucht. Diese Daten haben sie mit der Entwicklung von 40.000 Aktien aus diesen Ländern verglichen. Es zeigte sich, dass Investoren bei solchen Skandalen zu übereilten Verkäufen ihrer Anteile neigten.

Furcht vor weiteren Eklats

Laut den Forschern nehmen Investitionen in ethisch orientierte Fonds momentan stark zu. Sie könnten sogar eine sichere Anlage in der Coronavirus-Krise sein. Anleger würden bei Firmenskandalen lieber schnell aussteigen, um ihren eigenen Ruf nicht zu ruinieren, außerdem würden sie weitere Eklats fürchten. Jedoch ist das Cui zufolge keine gute Strategie. Auch wenn der Aktienkurs der betroffenen Unternehmen meist unter Skandalen leidet, erholt sich dieser im Schnitt nach etwa 90 Tagen wieder. Investoren sollten also gut überlegen, ob sie ihre Anteile sofort verkaufen sollten.


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