Jeder vierte Österreicher online selbstsicherer und kontaktfreudiger als im persönlichen Kontakt

Kaspersky-Umfrage: 34 Prozent, die sich „einsam fühlen“, sind mindestens fünf Stunden am Tag online. [...]

Mehr als jedem fünften (21 Prozent) befragten Österreicher fällt die eigene Selbstdarstellung online leichter als im persönlichen Kontakt. (c) Pixabay
Mehr als jedem fünften (21 Prozent) befragten Österreicher fällt die eigene Selbstdarstellung online leichter als im persönlichen Kontakt. (c) Pixabay

Es war nie einfacher, Menschen online zu treffen. Von Dating-Apps über soziale Medien bis hin zu beliebten Foren und Video-Tools – Millionen von Menschen schließen und halten regelmäßig Freundschaften über das Internet. Tatsächlich zeigt eine Befragung von Kaspersky: Jedem vierten (25 Prozent) österreichischen Nutzer fällt es – laut eigener Aussage – leichter, online neue Freundschaften zu schließen als im realen Leben.

Mehr als jedem fünften (21 Prozent) befragten Österreicher fällt die eigene Selbstdarstellung online leichter als im persönlichen Kontakt. Eine ähnliche Anzahl (23 Prozent) von Menschen bestätigt zudem, sich im virtuellen Raum kontaktfreudiger und selbstbewusster zu fühlen als bei persönlichen Treffen.

Digitale Freundschaften kein Ersatz für reale Kontakte

Dieser Anstieg der Online-Beziehungen hat jedoch auch dazu geführt, dass sich viele Menschen isoliert und einsam fühlen, da sie nicht so sehr darauf bedacht sind, mit anderen Menschen persönlich in Kontakt zu treten.

Die Untersuchung von Kaspersky ergab, dass über ein Drittel (34 Prozent) der Befragten, die zur Freundschaftspflege soziale Medien und Online-Foren nutzen und sich laut Befragung „einsam fühlen“ mindestens fünf Stunden pro Tag online sind. Dies könnte darauf hindeuten, dass diejenigen, die mehr Zeit im Internet verbringen, sich eher einsamer fühlen als diejenigen, die nicht so aktiv online sind.

Die Kaspersky-Studie zeigt außerdem, dass 14 Prozent der Österreicher der Meinung sind, dass die emotionale Verbindung, die sie mit Online-Bekanntschaften haben, stärker ist als mit Freunden, die sie persönlich treffen.

Kathleen Saxton, Psychotherapeutin und Gründerin von Psyched, ist der Ansicht, dass das Vertrauen der Menschen in die Technologie als eine Form der Sucht angesehen werden könnte, die möglicherweise eine Rolle bei der Verstetigung von Einsamkeit spielt. „Kann Technologie in der Konsequenz emotional abhängig machen? Während einige Menschen unter ,normalen‘ Umständen vielleicht übermäßig auf Technologie zurückgreifen, werden Videoanrufe und Messenger-Dienste oft als Rettungsanker angesehen, die Menschen helfen, sich weniger einsam zu fühlen“, kommentiert Kathleen Saxton. „Die Bandbreite der verwendeten Plattformen ist größer geworden und viele fühlen sich selbstsicherer, wenn Ösie diese nutzen. Viele Menschen nutzen Online-Dienste deshalb, um menschliche Interaktion und damit mehr Freude in das eigene Leben zu bringen.“

„Technologie hat zweifellos eine entscheidende Rolle bei der Verbesserung des sozialen Lebens der Menschen gespielt. Es stehen viel mehr Apps und Online-Kanäle zur Verfügung, um mit Anderen in Verbindung zu bleiben“, kommentiert David Emm, Principal Security Researcher bei Kaspersky. „Diese Plattformen können zwar von großem Nutzen sein, aber wir dürfen auch die Herausforderungen nicht außer Acht lassen, die sie mit sich bringen können. Es ist wichtig zu bedenken, dass Menschen, denen wir online begegnen, nicht unbedingt die sind, die sie vorgeben zu sein. Wenn man jemanden online trifft, empfiehlt Kaspersky wachsam zu sein und sensible Informationen, wie finanzielle und persönliche Daten, für sich zu behalten.“


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