Kapsch hilft Italiens historische Innenstädte zu bewahren

Kapsch TrafficCom hat in der Stadt Prato in der Toskana ein neues System zur Kontrolle der verkehrsberuhigten Zone in Betrieb genommen. Seit Anfang Juli 2015 regelt das neue elektronische Kontrollsystem (Automated Access Control System) Zufahrten zur Innenstadt. [...]

Zufahrtsbegrenzung in Prato durch automatisierte Erkennung der Nummernschilder. (c) Kapsch
Zufahrtsbegrenzung in Prato durch automatisierte Erkennung der Nummernschilder.

Diese Lösung ersetzt die alten Genehmigungen auf Papierbasis und die manuelle Steuerung. Realisiert wurde die Automatisierung durch ein neues Zentralsystem und eine Verwaltungssoftware sowie Kameras an den sechs Toren, die die Zugangspunkte zum Stadtzentrum markieren. Die Zufahrtsbeschränkung zur Innenstadt besteht rund um die Uhr. Das bedeutet: Die einzigen, denen die Zufahrt gestattet ist, sind Lizenzhalter wie Anwohner, Ladenbesitzer, Menschen mit Behinderung, öffentliche Versorgungsbetriebe, Instandhaltungspersonal oder Hotelgäste.

Die Umstellung auf eine elektronische Zugangskontrolle bringt mehrere Vorteile. Sie gewährleistet eine höhere Effizienz sowohl bei der Durchsetzung der Regulierung als auch bei der Zahlung im Falle von Verstößen. Die Kameras erfassen das Kennzeichen des Fahrzeugs beim Durchfahren der Zugangspunkte. Die gewonnenen Bilder werden automatisch mit einer Liste der zugelassenen Fahrzeuge verglichen. Gibt es eine Diskrepanz zwischen Berechtigung und Nummernschild, leitet das System die Daten zur Bearbeitung an die örtlichen Behörden weiter. Vor Inbetriebnahme der neuen Technologie durchlief das System einen einmonatigen Testlauf. Zum einen wurden in der Zeit Feinjustierungen vorgenommen. Zum anderen sollten sich die Anwohner mit dem automatisierten Betrieb vertraut machen. Die Zahl der Verstöße nahm bereits im Verlauf des Testmonats stark ab – nach Angaben der örtlichen Polizei, spricht diese Entwicklung für ein erhöhtes Bewusstsein und Akzeptanz der  Zugangsbeschränkung in der Bevölkerung.   

Ziel der Zufahrtslösung in Prato – ähnlich wie in vielen anderen italienischen Städten – ist nicht, möglichst hohe Summen durch Verkehrssünder zu sammeln. Vielmehr geht es um den Schutz des historischen Erbes der Stadt und der Umwelt. Die Anwohner schätzen die höhere Lebensqualität und die Beschränkungen sind auch für die touristische Attraktivität der historischen Innenstädte von Bedeutung. Aufgrund dieses Erbes und der besonderen Struktur der Innenstädte war Italien weltweit eines der ersten Länder, das Regelungen für verkehrsberuhigte Zonen erlassen hat. Heute gibt es in Italien über hundert städtische Zonen mit absolutem Fahrverbot und rund weitere 170 mit reglementierter Zufahrt. Kapsch war das erste Unternehmen, das für diese Zonen ein automatisiertes System entworfen, geplant und implementiert hat. Das erste wurde 1994 in Bologna installiert. Seitdem hat sich Kapsch an ähnlichen Projekten in rund 35 italienischen Städten beteiligt; darunter Rom, Neapel, Turin, Ravenna, Salerno, Piacenza, Bergamo, Bardonecchia und jetzt auch Prato. (pi)


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