Gastkommentar: Big Data – Dashboard statt Report

Im Informationszeitalter sind Daten der wichtigste Rohstoff. Innovative Geschäftsmodelle und neue Steuerungs- und Vermarkungsszenarien setzen die schnelle Verarbeitung von großen Datenbeständen voraus, beispielsweise Maschinensteuerungen oder Medien-Portale. Aber nicht nur Internet-affine, sondern auch "herkömmliche" Industrien setzen verstärkt auf Daten, wie etwa die Medizintechnik oder die Automobilindustrie beim "autonomen Fahren". Dabei liefern immer mehr Geräte hochwertige Daten in großen Mengen, etwa Geo-Daten mit denen sich Verweildauer und Reisewege ermitteln lassen. [...]

Diethelm Siebuhr
Diethelm Siebuhr

Kein Wunder, dass die Unternehmen eine rasante Zunahme ihrer Datenbestände feststellen. Insbesondere bei unstrukturierten Daten ist ein exponentielles Wachstum zu verzeichnen. In einer ersten Phase waren Unternehmen vor allem damit beschäftigt, die riesigen Datenmengen zu speichern und zu verwalten. Wertvoll sind Daten aber erst, wenn man auch in der Lage ist, sie richtig auszuwerten.

Und gerade hier hakt es noch. Lange Zeit war die IT geprägt von relationalen Datenbanken, mit denen in der Big-Data-Welt jedoch nur wenig auszurichten ist. Anders als Data-Warehouse-Lösungen erlauben es Big-Data-Systeme, die Daten zunächst schemafrei zu speichern, so dass sie für unterschiedliche Analysen bereitstehen; es ist also nicht notwendig, die Daten vorab zu bereinigen oder zu strukturieren. Auch das Resultat ist anders: Data Warehouses erzeugen Berichte, Big Data liefert Einblicke zur Beurteilung in Echtzeit – das Dashboard ersetzt den Report. Die hohe Flexibilität erlaubt es auch, Datenquellen Dritter, beispielsweise Twitter in die Analysen zu integrieren, ohne dass an der Datenorganisation Änderungen vorgenommen werden müssten.

Die meisten Unternehmen beschäftigten sich bereits mit dem Thema Big Data und erkennen Potentiale etwa in Kundensupport, Vertrieb und Marketing. Aus derartigen Daten lassen sich aber auch Anomalien und Sicherheitsbedrohungen in Echtzeit erkennen. Allerdings fehlt vielen Anwendern das Verständnis für diese neue Herausforderung. Big Data ist daher prädestiniert für die Zusammenarbeit mit Spezialisten und Providern, die dafür Infrastruktur und Know-how bereitstellen können. Nur so können sich Anwender einen Startvorteil sichern.

* Diethelm Siebuhr ist CEO derNexinto Holding in Hamburg.


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