Gastkommentar: Das unbekannte Risiko einbeziehen

Am verganenen Donnerstag brachte die neue Schadsoftware "Gauss" eine neue Qualität in die Reihe der Super-Trojaner seit Stuxnet, Duqu und Flame: Erstmals waren nachweislich Daten privater Bankkunden Ziel einer mutmaßlich staatlich initiierten Cyberattacke. [...]

(c) ISF
Steve Durbin
Betroffen sind rund 2.500 Kunden im Nahen Osten. Diese Zahl ist nicht hoch. Wesentlich höher als die Zahl der Betroffenen dürfte jdeoch der Schaden für das Vertrauen von Kunden weltweit in die Sicherheitsstrategie ihrer Bank sein. Eine aktuelle Studie hat unlängst gezeigt, dass der Verlust ihrer Bankdaten für 60 Prozent der Verbraucher der schlimmste Datenverlust überhaupt wäre.
Wie können sich Banken – aber auch alle anderen Unternehmen – vor einer so unvorhersehbaren und hochentwickelten Attacke wie Gauss schützen? Die Antwort ist einfach: Sie müssen sich auch auf das Unvorhersehbare vorbereiten.
Wir stellen jedoch fest, dass sich das Risikomanagement von Unternehmen meist darauf konzentriert, sich gegen bekannte Bedrohungen abzusichern. Entwicklungen wie Gauss zeigen jedoch, dass das nicht mehr ausreicht. Die Gefahr eines hochentwickelten Angriffs ist real. Die entscheidende Frage ist, welche Auswirkungen er haben wird. Deshalb empfehlen wir Unternehmen, ihre Risikomanagement-Strategien anzupassen und auch das unbekannte Risiko mit einzubeziehen. Der Austauch mit anderen Unternehmen, auch aus anderen Branchen, kann ihnen dabei helfen, rechtzeitig die entscheidenden Informationen zu gewinnen, so das vermeintlich Unvorhersehbare früher zu erkennen und – basierend auf Best Practices – Strategien für den Umgang damit zu implementieren. Austausch und Offenheit sind deshalb keine Schwäche, sondern die entscheidende Stärke im Cyberwar.
*Steve Durbin ist Global Vice President des Information Security Forums.

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