Kritik an neuen Tarifen von „Drei“

"1 + 1 = 3", plakatiert der Mobilfunker "Drei" in ganz Österreich. Will heißen, Kunden sollen durch die Fusion mit Orange keineswegs, wie im Vorfeld etwa von Wettbewerbshütern befürchtet, Nachteile erleiden, sondern profitieren. Die neuen Tarife geraten nun aber ins Visier von Verbraucherschützern. [...]

Drei-Chef Jan Trionow (c) apa
Drei-Chef Jan Trionow

Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) findet die tariflichen Botschaften „irreführend“. Erst beim Blick ins Kleingedruckte stelle sich nämlich heraus, dass sich die Tarife (je nach Leistung 15, 30 oder 65 Euro pro Monat) nach zwei Monaten um zwei Euro verteuern können, berichtete das ORF-Magazin „heute konkret“ am Mittwoch. Der Grund: Nach zwei Monaten fielen Gratis-Serviceleistungen wie die „Schutzengelfunktion“, die vor Überschreitung von Freibetragsgrenzen warnt, oder die Gratis-Anruferkennung weg.

Konsumenten, die ihre Rechnungen nicht monatlich kontrollieren, werde das gar nicht auffallen, kritisierte VKI-Expertin Nadya Böhsner. Sie findet es irreführend, wenn ein Tarif im Internet mit 15 Euro beworben werde, dann aber im Endeffekt zwei Euro mehr zu bezahlen seien. Generell wünsche sich der VKI mehr Transparenz.

„Drei“ wies die Vorwürfe zurück und sprach gegenüber „heute konkret“ von Zusatzleistungen, die eben zwei Monate gratis seien. Das werde auch im Rechtstext ausgeschildert. „Kunden stimmen den Paketen mit ihrer Unterschrift im Vertrag zu.“ Außerdem bekämen Privatkunden nach zwei Monaten per SMS die Möglichkeit, ihre Zusatzpakete „ganz einfach abzubestellen, bevor sie kostenpflichtig werden.“ (apa)

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