Lukrative Startups zögern Börsengang hinaus

Viele hoch bewertete Startups entscheiden sich gegen einen schnellen IPO. So gibt es heute bereits 49 Venture-Capital-unterstützte Unternehmen mit einen Firmenwert von einer Mrd. Dollar und mehr, die den Gang an die Börse meiden. [...]

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Zum Vergleich: Noch vor einem Jahr lag die Zahl der privaten Unternehmen mit Mrd.-Bewertung, in denen auch US-Venture-Capital involviert war, bei 28, berichtet das Wall Street Journal.

Obwohl die Zahl der privat gehaltenen Unternehmen signifikant gestiegen ist, bleibt die Zahl der IPOs gegenüber dem Vorjahr gleich. 2014 waren es bislang sieben solcher Firmen, die den Gang an die Börse gewagt haben. Eine davon ist der Business-Software-Entwickler AppDynamics, der im Juli 70 Mio. Dollar eingesammelt hat.

AppDynamics-Gründer Jyoti Bansal sieht sich von Investoren nicht unter Druck gesetzt, da diese weiter der Ansicht sind, dass der Firmenwert steigen wird. „Niemand ist an Liquidität interessiert“, so Bansal. Solange die Einkünfte steigen, seien Investoren bereit zu warten. Für die Firma ist der Fluss von Kapitalgebern derzeit so groß, dass sie sich gerne die Kosten und die intensiven Prüfungen eines IPO erspart.

Einzelne Investoren, die sich jedoch zu lange hinhalten lassen, verlieren nicht selten: „Mehr und mehr der Werterhöhungen der Unternehmen passieren am privaten Markt. Wenn man den Zugang bekommt, erhält man den Löwenanteil des Wachstums“, so Scott Kupor, Venture Capitalist bei Andreesen Horowitz. Die meisten dieser hoch bewerteten Firmen würden letztlich ihren Weg an die Börse finden – schon alleine deswegen, weil die Venture-Kapitalisten ihr Investment irgendwann liquidieren wollen.

Viele der Unternehmen brauchen den öffentlichen Zugang, um mit den erhaltenen Mitteln andere Unternehmen zu akquirieren. Der Börsengang hilft auch dabei, Mitarbeiter der ersten Stunde zu belohnen, die als Anreiz beim Eintritt in die Firma Aktienoptionen erhalten haben, die sie dann bei einem Börsengang einlösen können.

Es muss nicht immer ein IPO sein, wie Bill Maris, Gründer von Google Ventures, beschreibt. Große Private-Equity-Firmen wie Berkshire Hathaway erwerben die schnell wachsenden und profitablen Hightech-Unternehmen und ermöglichen so einerseits den Venture-Kapitalisten einen positiven Exit und ersparen den Unternehmern andererseits die Auflagenlast eines Börsen-Listings. (pte)


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