Malvertising: Digitaler Fingerabdruck hilft Angreifern

IT-Experten von Malwarebytes warnen vor Cyber-Angreifern, die ihre Machenschaften auf den Rechnern ihrer Opfer verschleiern. Dabei geht es um "Malvertising", also das Verbreiten schädlicher Programme über Werbeanzeigen. Hierbei wird neuerdings sogar das Dateisystem der befallenen Computer ausgelesen, um einen eindeutigen digitalen Fingerabdruck zu erstellen. Über diesen wird dann festgestellt, ob das System gut geschützt ist oder nicht. [...]

(c) CC0 Public Domain - pixabay.com

„Malvertising ist normalerweise vom Prinzip her sehr simpel: Sein einziger Zweck ist es, einen Nutzer auf eine schädliche Webseite zu leiten“, zitiert das Branchenportal „TechNewsWorld“ Jerome Segura, Senior Security Researcher bei http://de.malwarebytes.org/ - external-link>Malwarebytes. Die neueste Malvertising-Welle unterscheide sich aber deutlich davon: „Anstelle, dass man Sie einfach auf eine Malware-Seite umleitet, wird nun ein digitaler Fingerabdruck Ihres Rechners erstellt. Auf diese Weise wollen die Angreifer herausfinden, ob Sie ein gut geschützter User, ein Sicherheitsforscher oder ein leichtes Opfer sind“, erläutert Segura.

„Malvertising ist kein neues Phänomen, aber eines, das an Bedeutung zunimmt“, stellt Christian Funk, Senior-Virus-Analyst bei Kaspersky Lab, gegenüber dem Nachrichtenportal pressetext fest. Grund sei, dass es eine Möglichkeit darstellt, Schadsoftware sehr effizient zu verbreiten. „Auch als Experte kann man nicht in 100 Prozent der Fälle alle Malware-Fälle aufspüren. Cyber-Kriminelle greifen auf immer neue Tricks zurück, um ihre Machenschaften zu verschleiern“, betont der Fachmann, der Usern zum Installieren einer aktuellen Anti-Virensoftware rät. „Ohne guten Schutz ist man solchen Angriffen als Anwender hoffnungslos ausgeliefert“, so Funk.

Die häufigste Art von Schadsoftware, die über Malvertising verbreitet wird, ist laut Malwarebytes Ransomware. Das sind Programme, mit deren Hilfe ein Eindringling eine Zugriffs- oder Nutzungsverhinderung der Daten sowie des gesamten Computersystems erwirkt. Private Daten werden dabei verschlüsselt oder der Zugriff darauf verhindert. Für eine Entschlüsselung oder Freigabe verlangen die Angreifer dann ein Lösegeld. „Als Sicherheitsexperte würde ich allerdings allen Betroffenen raten, das geforderte Lösegeld nicht zu bezahlen, da dadurch nur die gesamte Untergrund-Kriminalität im Web weiter angefeuert wird und noch mehr Ransomware verschickt wird“, unterstreicht Segura abschließend. (pte)

Twitter: choose like or share
LinkedIn: choose like or share
Google+ choose like or share
https://computerwelt.at/news/malvertising-digitaler-fingerabdruck-hilft-angreifern/
RSS
Email
SOCIALICON
Werbung

Mehr Artikel

Die Sicherheits-Initiative muss bei den Führungskräften verankert sein und von diesen vorangebracht und auch vorgelebt werden. (c) philipimage - Fotolia
Knowhow

Durchgängige Sicherheitskultur muss Top-Management einschließen

Mitarbeiter stellen eine potenzielle Schwachstelle für die IT-Sicherheit dar. Eine sicherheitsorientierte Unternehmenskultur soll die Antwort darauf sein, vielfach bleibt sie aber auf halbem Weg stehen. Wie der Aufbau einer solchen Kultur gelingen kann, erläutert NTT Security (Germany), das auf Sicherheit spezialisierte Unternehmen und „Security Center of Excellence“ der NTT Group. […]

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden .