Massiver Gewinneinbruch bei Sony

Sony fasst auch unter neuer Führung nicht Tritt: Im ersten Geschäftsquartal sank der Gewinn um 77 Prozent auf umgerechnet 65,4 Mio. Euro. Der Konzern kürzte daraufhin seine Jahresziele. Grund für die anhaltende Misere ist neben der Yen-Stärke und der weltweit lahmenden Konjunktur das Sorgenkind Fernsehgeschäft. [...]

(c) Fotolia

Sony, Produzent von Vaio-Laptops und Bravia-Fernsehgeräten, navigiert damit bisher ohne wirksames Rezept durch die Krise. Zwar hatte der neue Konzernchef Kazuo Hirai kurz nach Amtsantritt im April versprochen, den Konzern umzubauen, doch bisher ist die Performance für Investoren wenig überzeugend. Der Sony-Aktienkurs sank seit April um mehr als zwei Fünftel. Vor Veröffentlichung der Zahlen hatten die Titel in Tokio gut zwei Prozent fester geschlossen. Hirais Plan umfasst unter anderem den Abbau von 10.000 Jobs sowie den Einstieg in die Medizintechnik.

Sony bekam bei mobilen Geräten die zunehmende Konkurrenz durch Apple, Samsung oder Microsoft zu spüren. Für eine ganze Reihe wichtiger Produkte wie die tragbare Playstation PSP oder PS Vita-Geräte kürzten die Japaner deswegen ihre Absatzprognose. An tragbaren Kleingeräten will Sony im Gesamtjahr per Ende März 2013 nur noch zwölf Millionen Stück verkaufen, vier Millionen weniger als bisher. Auch der Absatz von Fernsehgeräten dürfte demnach mit 15,5 Millionen um zwei Millionen geringer ausfallen.

Im abgelaufenen Quartal brach bei Sony das operative Ergebnis um 77 Prozent ein auf umgerechnet 65,4 Mio. Euro, wie das Unternehmen mitteilte. Analysten hatten lediglich mit einem Rückgang um 36 Prozent gerechnet. Das Management schraubte zudem die Erwartungen für das Gesamtjahr zurück: Demnach wird nur noch mit einem operativen Gewinn von 1,35 Mrd. Euro gerechnet statt bisher mit 1,87 Mrd. Euro.

Auch die europäische Schuldenkrise bekommt der Konzern zu spüren. Europa ist für Sony traditionell wichtiger als für Sharp oder Panasonic, da es dort ein Fünftel seiner Umsätze erzielt – die Konkurrenz nur rund die Hälfte. „Die wirkliche Sorge ist die Euro-Zone“, sagen auch Experten. „Wir müssen den Sicherheitsgurt schließen und uns auf Turbulenzen einstellen“, sagte Yuuki Sakurai, Analyst bei Fukoku Capital Management.

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