MIT-Forscher basteln an VR-Genuss ohne Kabel

Wissenschaftler des Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben einen Weg gefunden, wie sich die Verwendung von modernen VR-Brillen à la Oculus Rift und HTC Vive ohne lästige Kabel bewerkstelligen lässt. [...]

User mit VR-Brille: Kabel stören das VR-Erlebnis. (c) flickr.com/Nan Palermo
User mit VR-Brille: Kabel stören das VR-Erlebnis.

Hierfür haben sie ein neuartiges System namens „MoVR“ entwickelt, das die riesigen Datenmengen, die beim Genuss von VR-Anwendungen auf PCs oder Spielekonsolen anfallen, kabellos vom Ausgangsgerät zum Headset streamt. Um das zu ermöglichen, verzichten sie auf eine herkömmliche WLAN-Anbindung und setzen stattdessen auf den kabellosen Millimeterwellen-Übertragungsstandard (mmWave).

WLAN reicht nicht aus
„Die heute erhältlichen Top-End-VR-Headsets wie Oculus Rift oder HTC Vive projizieren über ein Kabel, das zu einem Computer oder einer Spielekonsole führt, High-Definition-Videosignale direkt vor die Augen. Durch das Kabel wird aber die Bewegungsfreiheit der Nutzer deutlich eingeschränkt und es kann sich unter ihren Füßen verfangen“, erklärt Omid Abari gegenüber dem „NewScientist“. „Das ist extrem nervig, wenn man gerade ein Spiel spielt“, betont der Forscher und PhD-Student vom MIT.

Ursache für dieses Problem sei der Umstand, dass der herkömmliche WLAN-Standard einfach nicht ausreiche, um die riesigen Datenmengen, die beispielsweise bei VR-Spielen auftreten, zwischen Ausgabegerät und Brille hin- und herzuschleusen. „Ein unkomprimierter Videostream verbraucht jede Sekunde mehrere Gigabyte an Daten. Existierende Übertragungsstandards wie WLAN kommen mit solchen Datenraten nicht zurecht und wenn man die Daten komprimiert, dauert dieser Prozess einige Millisekunden, was den immersiven Effekt für die User zerstört und dazu führen kann, dass ihnen schlecht wird“, so Abari.

mmWave schafft Bandbreite
Den Ausweg aus dieser Misere hat der Wissenschaftler aber bereits gefunden: Er setzt anstelle von WLAN auf Millimeterwellen zur Übertragung der enormen Datenmengen. „mmWave nutzt ein höheres Band des Frequenzspektrums als WLAN. Wenn man auf diese höheren Frequenzen wechselt, hat man eine sehr große Bandbreite zur Datenübertragung zur Verfügung“, betont Abari. Doch dabei gibt es ein Problem. „Die mmWave-Signale müssen zu einem kleinen Strahl gebündelt werden, was sehr leicht dazu führt, dass ein User das Signal blockiert, wenn er etwa seine Hand zwischen den Signalgeber und das Headset streckt.“

Um solche störenden Blockaden zu vermeiden, funktioniert MoVR wie ein Spiegel, der mmWave-Signale in verschiedenen Winkeln um ein Hindernis herumschicken kann. „MoVR ist in der Lage, das Signal so umzuleiten, dass es störungsfrei den Receiver auf dem Headset erreichen kann“, verspricht Abari, der sein System kürzlich erstmals auf der „HotNets-Konferenz“ in Atlanta vorgestellt hat. Ob und wann die interessante Entwicklung in den Handel kommen wird, steht im Moment aber noch nicht fest

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