Mitarbeiter verlieren durch IT-Ausfälle jährlich zwei Wochen an Arbeitszeit

IT-Probleme und Mängel in der digitalen Arbeitsumgebung können Unternehmen Millionen US-Dollar durch verlorene Arbeitszeit kosten. Zu diesem Schluss kommt eine Studie von Nexthink. Der massive Anstieg von Home Office Arbeitsplätzen aufgrund der aktuellen Krise könnte dazu führen, dass IT-Teams noch weniger Einblick in die IT-Herausforderungen haben, mit denen Mitarbeiter konfrontiert sind. [...]

Für ein Unternehmen mit 10.000 Mitarbeitern können IT-Ausfälle jährlich rund 25 Millionen US-Dollar kosten. (c) pixabay

Die Situation ist laut der Studie brisanter, als IT-Führungskräften bewusst ist: Da Mitarbeiter nur wenig mehr als die Hälfte ihrer technischen Probleme am Arbeitsplatz an die IT-Abteilungen melden, haben diese keinen Einblick in die tatsächlichen Herausforderungen innerhalb ihrer Organisation. Für ein Unternehmen mit 10.000 Mitarbeitern kann dies Kosten von wöchentlich fast einer halben Million US-Dollar bedeuten oder jährlich rund 25 Millionen US-Dollar.

The Experience 2020 Report: Digital Employee Experience Today, durchgeführt vom Marktforschungsinstitut Vanson Bource, zeigt, dass Mitarbeiter bei IT-bezogenen Problemen im Schnitt jedes Mal etwa 28 Minuten verlieren. Für Deutschland liegt dieser Wert mit 25 Minuten etwas niedriger.

Die Studie macht zudem deutlich, dass IT-Entscheider davon ausgehen, dass Mitarbeiter mit etwa zwei IT-Problemen pro Woche konfrontiert sind und damit im Jahr rund 50 Stunden an Zeit verlieren. Da jedoch nur gut die Hälfte der IT-Probleme gemeldet wird, sind die realen Zahlen wohl knapp doppelt so hoch – es geht an die 100 Stunden oder umgerechnet über zwei Wochen pro Jahr. Dies führt zu einem Teufelskreis: Mitarbeiter versuchen, ihre IT-Probleme selbst zu lösen, statt sich an die IT-Abteilung zu wenden, die zu wenig Einblick in die tatsächliche Art und Weise der Nutzung bereitgestellter Technologien hat.

Diskrepanz zwischen IT-Abteilungen und Mitarbeitern

Es besteht eine deutliche Diskrepanz zwischen IT-Abteilungen und Mitarbeitern, die zu 84 Prozent der Ansicht sind, dass ihr Unternehmen durchaus mehr zur Verbesserung der digitalen Arbeitsumgebung unternehmen könnte. Die wichtigsten Anliegen sind dabei für die Befragten aus Deutschland eine verbesserte Effizienz im Tagesgeschäft (54 Prozent), höhere Motivation und Engagement der Mitarbeiter (48 Prozent) und positive Effekte auf die Profitabilität (41 Prozent). Dagegen gehen die IT-Führungskräfte davon aus, dass die Mitarbeiter zu 90 Prozent mit der Technik am Arbeitsplatz zufrieden sind.

Die Ironie liegt darin, dass innovative IT-Führungskräfte das Problem noch verschärfen – durch die Einführung neuer Technologien und digitale Transformationsprojekte, ohne eine genaue Vorstellung vom Erfolg dieser Maßnahmen zu haben. Kann die ITAbteilung nicht messen, wie neue Technologien den Alltag der Mitarbeiter beeinflussen, können diese die digitale Arbeitsumgebung weiter beeinträchtigen. Weitere Ergebnisse der Nexthink-Studie sind:

  • Bleiben IT-Probleme unerkannt, wird es nur schlimmer: 79 Prozent der Befragten gaben an, dass nicht gemeldete IT-Vorfälle immer zu noch größeren Problemen führen.
  • Die digitale Benutzerfreundlichkeit ist für das gesamte Unternehmen wesentlich: 82 Prozent erachten digitale Benutzerfreundlichkeit als sehr wichtig bis hin zu erfolgsentscheidend.
  • Es fehlt an Erfolgskontrollen von IT-Rollouts: Im Schnitt haben nur 56 Prozent der IT-Abteilungen Einblicke in den Erfolg von Rollouts neuer Technologien; 58 Prozent können deren Akzeptanz und Nutzung einschätzen und 45 Prozent wissen um die Probleme, die Mitarbeiter mit deren Einsatz haben.
  • IT-Probleme am Arbeitsplatz sind üblich: 61 Prozent der Befragten gaben an, dass IT-Ausfälle zum Alltag in ihrem Unternehmen gehören.

„In vielen Unternehmen sind IT-Probleme an der Tagesordnung“, sagt Jürgen Rohr, Area Vice President Deutschland bei Nexthink. „Allein die vielen kleinen Unzulänglichkeiten in der IT sind für Mitarbeiter fast zur Gewohnheit geworden – seien es die endlosen Minuten beim Booten des Rechners, instabile Internetverbindungen, Programmabstürze oder plötzlich startende Updates. Solche Dinge werden oft als unvermeidlich angesehen, kosten Zeit und Nerven, doch niemand erfasst sie, keine Meldung geht an die ITAbteilung. Die Produktivität bei Einzelnen wie auch über ganze Prozesse hinweg sinkt sowie auch die Bereitschaft für Innovationen – die womöglich weitere Probleme bringen. Dies beeinträchtigt ab einem gewissen Maß die Unternehmenskultur und letztlich den Unternehmenserfolg insgesamt. Hinzu kommt, dass derzeit viele von Zuhause aus arbeiten – die Probleme sind aktuell wohl noch größer, als es die vorliegende Studie zeigt.“


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