Moderne Digitaltechnologie für den Katastrophenschutz

Im Rahmen einer Katastrophenschutzübung in Murau stand vergangene Woche die Erprobung der Zusammenarbeit von militärischen und zivilen Einsatzkräften sowie den Freiwilligen-Organisationen im Mittelpunkt. Dabei kam erstmals eine neue digitale Kommunikationsplattform für das Krisen- und Katastrophenmanagement zum Einsatz. [...]

Im Rahmen der groß angelegten Übung konnte die neuartige digitale Kommunikationsplattform, die unter der Leitung des AIT Austrian Institute of Technology entwickelt wurde, eine erste Feuerprobe in Echtzeit ablegen. Mit der Plattform wird der nahtlose Informationsaustausch von sowohl militärischen als auch zivilen IT-Systemen ermöglicht. (c) Fotolia/adam121
Im Rahmen der groß angelegten Übung konnte die neuartige digitale Kommunikationsplattform, die unter der Leitung des AIT Austrian Institute of Technology entwickelt wurde, eine erste Feuerprobe in Echtzeit ablegen. Mit der Plattform wird der nahtlose Informationsaustausch von sowohl militärischen als auch zivilen IT-Systemen ermöglicht. (c) Fotolia/adam121

Im Rahmen einer Katastrophenschutzübung in Murau stand vergangene Woche die Erprobung der Zusammenarbeit von militärischen und zivilen Einsatzkräften sowie den Freiwilligen-Organisationen im Mittelpunkt. Bei dieser ganz speziell gestalteten Übung (Annahme: regionale Naturkatastrophe ausgelöst durch einen Föhnsturm) kam erstmals eine neue digitale Kommunikationsplattform für das Krisen- und Katastrophenmanagement zum Einsatz.

Ablöse von Insellösungen

Der Hintergrund: Im Krisen- und Katastrophenmanagement sind über die letzten Jahrzehnte in der Informationstechnologie Insellösungen entstanden, die sehr spezifisch Informationen für die jeweilige Organisation beschreiben, interpretieren und darstellen. Dadurch war es bisher eine besondere Herausforderung, dass unterschiedliche Organisationen auf Basis unterschiedlicher IT-Systeme Informationen untereinander austauschen.

Im Rahmen der groß angelegten Übung konnte die neuartige digitale Kommunikationsplattform, die unter der Leitung des AIT Austrian Institute of Technology entwickelt wurde, eine erste Feuerprobe in Echtzeit ablegen. Mit der Plattform wird der nahtlose Informationsaustausch von sowohl militärischen als auch zivilen IT-Systemen ermöglicht. Die Plattform wurde im Rahmen des vom Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie finanzierten Projekts „Interpreter“ im Sicherheitsforschungsprogramm KIRAS entwickelt.

„Damit wird das österreichische Krisen- und Katastrophenmanagement auf eine neue und moderne Ebene mit internationaler Relevanz gehoben“, betont Harald Eitner, Leiter der Fachabteilung für Katastrophenschutz und Landesverteidigung. „Die moderne Technologie verbessert die Zusammenarbeit von Einsatzkräften, Freiwilligen-Organisationen und den Bürgerinnen und Bürgern für die effektive Bewältigung von Katastrophen.“

Bezirkshauptmann Florian Waldner, der während der Übung als Einsatzleiter des behördlichen Führungsstabes fungierte, erklärte nach Übungsende: „Ich danke allen, die die Durchführung der Katastrophenschutzübung in Murau ermöglicht und an dieser aktiv teilgenommen haben. Unsere Einsatzorganisationen sind Garant dafür, dass Katastrophenhilfe im Zusammenwirken mit perfektionierter Arbeit des Bundesheeres und der behördlichen Stellen unter Einbindung elektronisch vernetzter Informationen bestens funktioniert.“

Von Seiten des Österreichischen Bundesheeres bilanziert der stellvertretende Militärkommandant der Steiermark, Oberst Ernst Trinkl, positiv: „Die zivil-militärische Zusammenarbeit ist eine Kernaufgabe im breitgefächerten Aufgabenspektrum des Militärkommandos Steiermark. Das ist umso wichtiger, denn bei der Bewältigung von Katastrophen müssen Abläufe und Prozesse zwischen den agierenden Einsatzorganisationen harmonisiert und synchronisiert ablaufen. Diese Übung trägt auch zur optimalen Zielvorstellung bei, dass bei Katastrophenfällen die handelnden Repräsentanten der einzelnen Einsatzorganisationen einander kennen und die bereits vorhandene fundierte Basis der Zusammenarbeit beruhend auf Vertrauen und Fachkompetenz weiter gefestigt wird.“

Neuer Standard im Krisen- und Katastrophenmanagement

Helmut Leopold, Leiter des Centers für Sicherheitsforschung am AIT, betont: „Durch die enge Kooperation zwischen Forschungseinrichtungen, Unternehmen und Behörden wird es möglich, modernste Digitaltechnologien höchst effektiv zum Nutzen von Behörden aber auch der gesamten Bevölkerung international beispielgebend in Österreich zu entwickeln und auch einzusetzen. Mit dem KIRAS-Projekt ,Interpreter‘ setzt Österreich einen neuen Standard im modernen Krisen- und Katastrophenmanagement.“

Die spezielle technologische Architektur der neuen Plattform umfasst sichere Kommunikation und flexiblen Datenaustausch von Einsatzkräften mit der Bevölkerung als wichtigen Bestandteil einer modernen Kommunikationslösung. Durch eine solche moderne und flexible Kommunikationsplattform können bisher getrennte Kompetenzen einfach gebündelt, und eine höchst sichere und effiziente Zusammenarbeit der verschiedenen Organisationen in Krisenfällen mit den Bürgerinnen und Bürgern sichergestellt werden. Das ermöglicht es künftig, Großereignisse und Katastrophen noch schneller zu bewältigen und Hilfe noch rascher und punktgenauer an die richtigen Stellen zu senden.

Geballte Information

Ivan Gojmerac, Experte für IT im Krisen- und Katastrophenmanagement und Projektleiter am AIT, unterstreicht: „Die Besonderheit der neuen Kommunikations– und Interoperabilitätslösung liegt in ihrer Fähigkeit, unterschiedliche Systeme aus dem Krisen- und Katastrophenmanagement, wie zum Beispiel multiple Führungsinformationssysteme und mobile Medienwerkzeuge zusammenzuschalten, um dadurch die Gewinnung eines verdichteten, gemeinsamen Lagebilds in Echtzeit zu ermöglichen. Die Vernetzung der bestehenden IT-Systeme im Krisen- und Katastrophenmanagement in Kombination mit den neuesten Errungenschaften in mobilen Multimediatechnologien ermöglicht ein einsatztechnisch und wirtschaftlich optimales Zusammenspiel von Mensch, Organisation und Technologie auch in besonders schwierig zu bewältigenden Lagen.“

An der zweitägigen Übung in Murau nahmen insgesamt 64 Personen von Bundesheer, Polizei, Rotem Kreuz, Feuerwehr, Berg- und Naturwacht, Baubezirksleitung Obersteiermark-West, KIT Land Steiermark sowie der Katastrophenschutzabteilung des Landes Steiermark teil.


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