Nach Brexit-Votum: Spam-Lawine rollt durchs Web

Das Brexit-Votum der Briten hat nicht nur in Politik und Wirtschaft hohe Wellen geschlagen, sondern auch im Bereich der Cyber-Security. [...]

(c) CC0 Public Domain - pixabay.com

Wie die Sicherheitsexperten des Londoner Unternehmens Digital Shadows berichten, ist rund um das umstrittene Referendum eine regelrechte Spam-Lawine in Bewegung geraten, die darauf abzielt, Nutzer über getürkte Phishing-Mails zum Referendum und dessen befürchtete negative Konsequenzen in die Falle zu locken. Bei Mails mit „Brexit“ in der Betreff-Zeile gelte deshalb im Moment besondere Vorsicht.

„Wir haben seit dem Referendum am vergangenen Freitag einen ganz klaren Anstieg bei der Verbreitung von Mails, die mit dem Brexit-Thema in Verbindung stehen und User dazu verleiten wollen, auf bestimmte Links zu klicken, registriert“, zitiert der „Telegraph“ James Chappell, Mitgründer von Digital Shadows. Dabei werde vor allem versucht, mit den Ängsten der Menschen zu spielen. „Eine gängige Vorgehensweise der Cyber-Kriminellen ist beispielsweise das Verschicken von E-Mails mit dem Betreff ‚Brexit verursacht historischen Markteinbruch‘. Das soll beim Empfänger den Eindruck von Dringlichkeit erwecken, damit er schnell auf einen Link klickt oder ein Attachement öffnet“, schildert Chappell.

„Solche Schlagzeilen, die die ganze Welt interessieren, sind natürlich ein gefundenes Fressen für die Spam-Industrie“, meint Christian Funk, Senior-Virus-Analyst bei Kaspersky Lab, gegenüber dem Nachrichtenortal pressetext. Eine ähnliche Situation hätte es etwa auch beim Tod Michael Jacksons 2009 oder der Tsunami-Katastrophe in Japan 2011 gegeben. „Es kommt im Schnitt drei- bis viermal pro Jahr vor, dass versucht wird, solche großen internationalen Ereignisse gezielt zu missbrauchen“, betont Funk.

Auch dass die Cyber-Kriminellen bewusst versuchen, mit den Ängsten der Menschen zu spielen, sei eine durchaus gängige Masche. „Beim Thema Brexit schwingt eine starke wirtschaftliche Unsicherheit mit. Die Anleger wollen so schnell wie möglich wissen, wie es um ihre Aktien steht. Genau das wird hier ausgenutzt“, erläutert der Kaspersky-Fachmann. Sein Tipp: „Achten Sie immer genau darauf, von wem eine E-Mail kommt – gerade, wenn es um große internationale Themen geht. Klicken Sie auf keinen Fall auf Links oder angehängte Dateien.“

Die Experten von Digital Shadows sind nicht die Einzigen, denen der enorme Anstieg an Phishing-Mails zum Brexit aufgefallen ist. „Seit der Bekanntgabe der Ergebnisse des Referendums haben unsere Forscher einen Zuwachs von 392 Prozent bei Spam-Mails registriert, die Nutzer mithilfe des Schlagwortes ‚Brexit‘ in der Betreff-Zeile in die Falle locken sollen“, bestätigt auch ein Sprecher von Symantec gegenüber „BBC News“ die erhöhte Gefahrenlage. Die Zahl der schädlichen Mails, die das Unternehmen im Auftrag seiner Kunden blockiert hat, sei von 81.323 im Zeitraum zwischen dem 9. und 23. Juni auf satte 399.892 zwischen dem 24. Juni und 5. Juli nach oben geklettert. (pte)

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