Österreichische KMU orten Kommunikations-Defizite in IT-Abteilungen

Mängel in der Kommunikation sind der Hauptgrund für firmeninterne Probleme mit IT-Abteilungen in Österreich. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Studie des Marktforschungs-Unternehmens Telemark Marketing im Auftrag der FHWien der WKW. [...]

Sebastian Eschenbach, Leiter des Department of Digital Economy der FHWien der WKW. (c) FHWien der WKW
Sebastian Eschenbach, Leiter des Department of Digital Economy der FHWien der WKW. (c) FHWien der WKW

Um die Anforderungen an IT-Ausbildungen zu erheben, beauftragte die FHWien der WKW, die Fachhochschule für Management und Kommunikation, das Marktforschungs-institut Telemark Marketing mit einer Studie. Dafür wurden rund 200 GeschäftsführerInnen und HR-Verantwortliche in ganz Österreich mittels Telefoninterview befragt. Der Großteil der Befragten (82 Prozent) ist in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) mit bis zu 200 MitarbeiterInnen tätig.

Digitale Transformation führt zu Paradigmenwechsel

Die Ergebnisse der Umfrage verdeutlichen, dass interne Schwierigkeiten mit IT-Abteilungen häufig ihren Grund in mangelhafter Kommunikation haben. „In 55 Prozent der Fälle ist die Kommunikation der Grund für Probleme in der Zusammenarbeit mit der eigenen IT“, konkretisiert Marktforscher Robert Sobotka von Telemark Marketing das Ergebnis. „Soft Skills wie Kommunikationsfähigkeit werden von allen Mitarbeitern der IT erwartet und nicht nur vom IT-Leiter“, so Sobotka. Vor dem Hintergrund der Digitalisierung und der damit einhergehenden wachsenden Zahl von Projekten mit IT-Implikationen wird Management-Knowhow von den Befragten als immer wichtiger betrachtet – und zwar sowohl in der IT-Abteilung als auch in anderen Fachabteilungen von Unternehmen: „61 Prozent der interviewten Geschäftsführer und Personal-Verantwortlichen finden es notwendig, dass diese Fähigkeit vorhanden ist“, informiert Sobotka weiter. Auf der anderen Seite wird IT-Kompetenz zunehmend nicht nur in der IT benötigt, sondern auch in anderen Abteilungen eines Unternehmens wie z. B. im Marketing, der Einkaufsabteilung und der Logistik. „55 Prozent der Studienteilnehmer zufolge benötigen Fachabteilungen wie Marketing, Personal oder Rechnungswesen mehr IT-Knowhow“, präzisiert Marktforscher Sobotka.

Neuer Studiengang

„Digitale Technologie ist aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Technisches Knowhow verbunden mit wirtschaftlichem Denken sowie Kommunikationsgeschick eröffnet den Studierenden die Möglichkeit, ganz vorn im Wirtschaftsleben mitzuspielen“, sagt Lorena Skiljan, Gründerin von Blockchain Austria, die an der Entwicklung des Studiengangs beteiligt war.

„Die Digitale Transformation hat etwas von einer Geschäftsreise in ein Land, dessen Sprache und Kultur man nicht versteht. Entsprechend schwierig ist die Verständigung mit der Bevölkerung – den IT-Fachleuten“, konstatiert Sebastian Eschenbach, Leiter des Department of Digital Economy der FHWien der WKW. Was es brauche, seien – um im Bild der Geschäftsreise zu bleiben – Fremdsprachenkenntnisse und Kommunikationsfähigkeit. Genau diese Kompetenzen vermittelt der neue Studiengang, der digitale Technologie mit wirtschaftlicher Anwendung verknüpft.

Berufsbegleitendes Bachelor-Studium

Der Bachelor-Studiengang Digital Business wird berufsbegleitend angeboten. „Wir wenden uns damit an Menschen, die sich beruflich bereits mit der Digitalisierung beschäftigen oder dies planen“, betont Sebastian Eschenbach. Das Studium nimmt daher auf die Bedürfnisse Berufstätiger Rücksicht: Die Hälfte des Unterrichts wird online abgehalten.

„Viele Berufsfelder befinden sich durch die digitale Transformation im Umbruch“, erklärt Michael Heritsch, CEO der FHWien der WKW. „Dem daraus entstehenden Bedarf an Mitarbeitern, die die Digitalisierung mitgestalten können, tragen wir mit dem kompetenzübergreifenden Studiengang Digital Business Rechnung.“


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