Online-Betrüger nehmen Piraten ins Visier

Wer das Finale der sechsten Staffel "Game of Thrones" illegal via Torrent bezieht, muss sich nicht nur vor echten Piraten-Jägern in Acht nehmen. [...]

(c) CC0 Public Domain - pixabay.com

Offenbar haben es Online-Betrüger auf Filesharer abgesehen. Wie „TorrentFreak“ berichtet, erhalten derzeit ISPs gehäuft gefälschte Meldungen über Copyright-Verstöße. Diese sind so professionell gemacht, dass Provider die vermeintlichen Abmahnungen teils an betreffende Kunden weiterleiten – obwohl es eigentlich eine Phishing-Attacke ist.

Die Cyber-Kriminellen verschicken falsche Abmahnungen, in denen sie sich als Vertreter von Rechteinhabern ausgeben. Aktuell wird die HBO-Serie „Game of Thrones“ missbraucht, die auch in Filesharing-Kreisen sehr beliebt ist. Die angeblichen Beschwerden über Copyright-Verstöße sind in gut wirkendem Juristen-Englisch gemacht und ergehen offenbar an ISPs in den USA, Großbritannien und Australien. Einem Mitarbeiter eines Providers zufolge betreffen sie zudem Kunden, über die es regelmäßig Filesharing-Beschwerden gibt. Die Betrüger dürften also gezielt tatsächliche Online-Piraten ins Visier nehmen.

Manche ISPs haben die täuschend echt wirkenden E-Mails an jene Kunden weitergeleitet, gegen die Filesharing-Vorwürfe erhoben werden. Den Opfern wird darin angeboten, doch einen Vergleich mit dem Rechteinhaber einzugehen, um rechtliche Konsequenzen zu vermeiden. Dazu sollen sie binnen 72 Stunden eine Webseite besuchen, die in Wirklichkeit aber eine Phishing-Falle ist. Denn über die Seite versuchen die Kriminellen, zusätzliche verwertbare Daten der betroffenen Nutzer abzugreifen.

„Die Benachrichtigungen sind falsch und stammen nicht von uns. Es ist ein Phishing-Scam“, bestätigt auch die Firma IP-Echelon. Sie geht im Auftrag von HBO tatsächlich gegen Online-Piraterie vor und hatte zuletzt auch intensiv an ISPs Beschwerden über „Game of Thrones“-Piraten verschickt. Allerdings versucht sie dabei nicht, Nutzer zu außergerichtlichen Einigungen zu drängen – das machen zumindest derzeit nur die Betrüger. Dem Antipiraterie-Unternehmen zufolge gehen US-Behörden den betrügerischen Phishing-Abmahnungen nach. (pte)

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