Pay-TV verliert Kampf gegen Streaming

Weltweite Umfrage: Drei Viertel wollen ihr Bezahl-Abo in den nächsten fünf Jahren kündigen. [...]

Fernbedienung: Pay-TV verliert gegen Streaming. (c) pixabay.com, Gadini

Drei von vier TV-Konsumenten wollen in den kommenden fünf Jahren ihr Pay-TV-Abonnement kündigen. Für viele Zuschauer ist das Bezahlfernsehen zu teuer geworden. Streaming stellt für sie die kostengünstigere und attraktivere Alternative dar, wie eine weltweite Umfrage der britischen Videoprodukionsfirma Grabyo ergibt.

„Das Pay-TV-Angebot lebte immer stark von Exklusivrechten an lukrativen Sportübertragungen und Erstausstrahlungen von großen Filmen. In der Medienlandschaft findet aber durch das Streaming eine Verlagerung statt. Erstens übernehmen Streaming-Anbieter viele von den Übertragungsrechten, zweitens sind ihre Angebote vergleichsweise deutlich günstiger. Pay-TV steht deshalb massiv unter Druck“, erläutert Medienpsychologe Jo Groebel vom Deutschen Digital Institut.

Medienlandschaft im Wandel

Grabyo hat 13.000 Konsumenten aus elf Ländern befragt, darunter Deutschland sowie die USA, Frankreich und Italien. Von den Befragten wollen 74 Prozent in den kommenden fünf Jahren kein Pay-TV mehr. Davon meinen 26 Prozent, dass Pay-TV im Vergleich zum Streaming zu teuer ist. In Europa will ein Viertel der Befragten bald das Pay-TV-Abo kündigen, 19 Prozent haben das bereits getan, und 23 Prozent hatten nie vorgehabt, sich Pay-TV anzuschauen. Dagegen haben 54 Prozent der europäischen Befragten einen Netflix-Account, 40 Prozent schauen über Amazon Prime.

„Im Jahr 2020 werden wir erst die wahren Auswirkungen der Streaming Wars auf die Sehgewohnheiten sehen. Rundfunkanstalten und Rechteinhaber müssen ein Publikum ansprechen, das sich immer weiter vom traditionellen Fernsehen entfernt. Flexibilität, Zugänglichkeit und der Preis sind für Kunden am wichtigsten, die Strategie einer Videoplattform muss das reflektieren“, sagt Grabyo-CEO Gareth Capon.


Mehr Artikel

Be the first to comment

Leave a Reply

Your email address will not be published.


*