Radar und Hologramme: Bedienkonzepte der Zukunft

Die Touchscreens von Smartphone & Co. haben das Bedienkonzept von elektronischen Geräten radikal verändert. Doch am Horizont tauchen neue Konzepte auf, die mindestens das gleiche revolutionäre Potenzial haben. [...]

Hologramm (c) CC0 Public Domain - pixabay.com
Neue Konzepte für die Bedienung elektronischer Geräte klopfen bereits an die Tür.

Raimund Hahn, CEO der http://www.rhino-inter-group.com/ - external-link>Rhino Inter Group und Chairman im http://www.diplomatic-council.org/ - external-link>Diplomatic Council, einem globalen Think Tank, der die Vereinten Nationen berät, ist sich beispielsweise sicher: Neue Sensoren und Engines werden den Smartphones und Smartwatches der Zukunft Fähigkeiten verleihen, an die heute noch kaum jemand denkt. Der deutsche Unternehmen verfügt eigenen Angaben zufolge über direkte Drähte zu weltweiten Entwicklungslabors.

Eine ganze Reihe von Sensoren seien heute schon reif für den Einbau, sagt Hahn, und nennt als Beispiel Rauchmelder: „Smartphones könnten Leben retten, wenn sie nachts neben dem Bett liegend bei Feuer Alarm schlagen“, nennt er einen konkreten Nutzen neuer Sensoren. Er fügt hinzu: „Und wäre das Phone in der Lage, den Luftdruck zu messen, könnte es die lokale Wetterlage viel besser vorhersagen.“ Als „brachliegenden Sensor“ bezeichnet Hahn auch die in den Geräten verbaute Kamera. „Eine Kamera kann viel mehr als nur einfach Bilder knipsen“, sagt er und erklärt: „Die Kamera kann die Umgebung beobachten und vor aufkommenden Gefahren warnen, Gesichter erkennen, den Augenbewegungen folgen und vieles mehr. Die nächsten Jahre werden der Kamera zahlreiche neue Anwendungen verschaffen.“

RADAR-ON-A-CHIP

Raimund Hahn sieht auch komplett neue Sensoren und Image Engines voraus. „Radar und Hologramme klingen heute noch exotisch, aber sie werden in einigen Jahren zur Standardausrüstung jedes besseren Smartphones gehören und in Smartwatches Einzug halten“, prognostiziert er und verweist beispielhaft auf das Projekt Soli von Google, das Fingergesten per Radar erfasst. „Durch Radar lassen sich Handbewegungen und Fingergesten derart präzise erkennen, dass man damit ohne Weiteres eine Smartwatch steuern kann, ohne die Uhr überhaupt zu berühren“, sagt der Chairman des Diplomatic Council.

Bei der diesjährigen Google-Konferenz I/O http://www.computerwelt.at/news/hardware/smartphone-tablet/detail/artikel/115794-project-soli-die-kleine-revolution-der-gestensteuerung/ - external-link>wurden erstmals Prototypen von zwei Konsumprodukten vorgestellt, die präzise, einfach und ohne direkte Berührung per Handbewegungen bedient werden können. Auf der Konferenz in Mountain View wurde gezeigt, wie dieses Konzept bei einer Smartwatch von LG und einem Lautsprecher von Harman genutzt wird. Knöpfe oder Schalter werden damit überflüssig. Googles Entwicklungsabteilung ATAP arbeitet bei Soli mit dem Halbleiterhersteller Infineon zusammen, dem es gelungen ist die notwendige Technolgie komplett auf Chipgröße zu integrieren, kleiner als ein Fingernagel.

Neben den „Bastlern“ von LG und Harman haben auch einige andere, ausgewählte Developer 2015 eine Alpha-Version von Soli erhalten und für diverse Spielereien genutzt, die aufzeigen in welche Richtung die Entwicklung gehen könnte. Diesen Herbst können sich auch andere Unternehmen um ein Soli-Entwicklerkit bewerben – Goolge nennt diese Pakete „Beta Dev Kits“. Diese Radio-Detection-and-Ranging-Technik könnte nach Informationen von Raimund Hahn schon in wenigen Jahren serienreif sein.

HOLOPORTATION

Ähnlich weit fortgeschritten ist die Hologramm-Technologie, die bewegliche 3D-Szenarien in den Raum stellt. Hierfür verweist Hahn beispielhaft auf das HoloLense-Konzept von Microsoft, das mittels Augmented Reality die tatsächliche Umgebung durch dreidimensionale Objekte anreichert. Die Technologie ist schon soweit entwickelt, dass man einen Gesprächspartner per 3D-Scan ins Sichtfeld „holoportieren“ kann.

http://www.computerwelt.at/news/hardware/peripherie/detail/artikel/116137-microsoft-hololens-ar-brille-im-profi-einsatz/ - external-link>Für Microsoft ist HoloLens derzeit ein Profi-Produkt, ob es jemals eine Consumer-Variante geben wird ist noch offen. Die aktuelle Entwicklerversion, deren Kostenpunkt bei 3.000 Dollar liegt, braucht im Gegensatz zu früheren Prototypen keine Kabel mehr, die ganze notwendige Elektronik inklusive einem kleinen Computer ist integriert. Jedoch wird sie bislang nur an ausgewählte Partnerunternehmen und Entwickler vergeben. Die Technologie selbst wird aber mit großer Sicherheit nicht verschwinden, sondern als Basis für künftige Produkte dienen.

„Es klingt heute noch wie Science Fiction, aber natürlich wird das Smartphone oder die Smartwatch in der Zukunft auf einen Fingerschnipp hin eine dreidimensionale Szene oder einen Gesprächspartner aus der Entfernung in den Raum vor sich holoportieren können“, ist Hahn überzeugt und ergänzt: „Die Teleportation mag noch länger auf sich warten, aber die Holoportation wird sich in den nächsten Jahren zusehends durchsetzen.“ (rnf)

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