Reality-TV-Show im Silicon Valley

Der auf Reality-TV-Formate spezialisierte US-Kabelsenders Bravo TV will mit "Silicon Valley" einen bisher ungeahnten Einblick in die Entstehungsgeschichte neuer Start-up-Unternehmen bieten. Die Mitarbeiter von Apple, Google und Co sind von diesen Plänen nicht sehr begeistert. [...]

(c) flickr.com/cytech

„Wenn Reality-TV-Produzenten auf eine Branche oder eine bestimmte Community aufmerksam werden und glauben, damit beim Massenpublikum gute Einschaltquoten zu erzielen, dann scheint es dort spannend zu sein“, meint Tripwolf-Sprecher Bernhard Lehner. Start-ups hätten alles, was erfolgreiche Soaps brauchen: Dramen, Spannung, zwischenmenschliche Konflikte, Aufopferung, gemeinsame Erfolge, überbordende Freude, Verzweiflung und absolute Traumkarrieren. „Da ist für jeden etwas dabei“, ist Lehner von der Massentauglichkeit der geplanten US-Produktion überzeugt

„Im Namen aller Privatunternehmer, die alles riskiert haben, um etwas aufzubauen: Ich fühle mich beleidigt“, zitiert die New York Times Francisco Dao, Gründer von 50 Kings, einer privaten Community von Technologie- und Medieninvestoren. „Jetzt kommt der Horror des Reality-Fernsehens auch nach Silicon Valley“, heißt es in einem Blog-Eintrag. Auch der Mitbegründer des beliebten Social-Bookmarking-Dienstes Digg, Kevin Rose, ist offensichtlich kein Freund des Bravo-TV-Vorhabens. „Bitte bleibt in LA!“, so der Aufruf an die Produzenten der Show, den er an über eine Mio. seiner Twitter-Follower verteilt hat.

Die betroffenen Mitarbeiterinnen in Silicon Valley befürchten, durch die Ausstrahlung der Serie zur „Lachnummer der Branche“ zu werden. „Dadurch wird die schwierige und wichtige Arbeit, die wir hier im Tal leisten, trivialisiert und heruntergemacht“, so der allgemeine Tenor. „Ich kann diese Kritik zwar nachvollziehen, glaube aber nicht, dass diese Serie tatsächlich ein Problem für die Start-up-Gründer werden kann. Das sind hart arbeitende Menschen, die ab und an Party machen, damit sie nicht völlig in Arbeit ersticken“, so Lehner.

„Glaubt mir, in der IT-Branche gibt es auch ohnehin genügend Leute, die sich selbst zu einer Lachnummer machen“, kontert Randi Zuckerberg, die für Bravo TV die Produktion der geplanten Serie leitet. Bei der Betrachtung des Nachnamens fällt dabei sofort die Übereinstimmung mit dem Facebook-Grüder Mark Zuckerberg auf. Diese kommt nicht von ungefähr: Randi ist die Schwester von Mark und hat bis zum vergangenen Sommer noch bei dessen Social-Network-Firma gearbeitet. „Wenn wir mehr Leute dazu inspirieren können, den unternehmerischen amerikanischen Traum zu verfolgen, kann das nur gut sein“, so die ehemalige IT-Fachkraft, die nun offenbar die Seiten gewechselt hat.

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