Samsung Galaxy Camera im Test

Samsung präsentierte auf der IFA 2012 die Galaxy Camera, eine Digitalkamera mit Android-Betriebssystem. Ein Test. [...]

Zahlreiche Motivprogramme sollen für künstlerische Fotos sorgen. (c) Samsung
Zahlreiche Motivprogramme sollen für künstlerische Fotos sorgen.

Die Samsung Galaxy Camera basiert auf dem WLAN-Modell Samsung WB850F und bietet einen BSI-CMOS-Sensor mit 1/2,3 Zoll Größe, 21fach-Zoomobjektiv, 23 bis 483 Millimeter Brennweite, WLAN a/b/g/n und optischer Bildstabilisator. Die Samsung Galaxy Camera ist mit dem Betriebssystem http://www.computerwoche.de/k/android,3458 _blank>Android 4.1 „Jelly Bean“ ausgestattet und besitzt einen SIM-Kartensteckplatz. Durch diese direkte Anbindung an ein Mobilfunknetz tun sich für Fotografen bisher ungeahnte Möglichkeiten auf: Bilder lassen sich besonders einfach auf Social-Media-Plattformen wie Facebook oder Online-Fotoalben wie Picasa oder Flickr hochladen. Bisher war dafür immer die Verbindung zu einem WLAN nötig – die die Galaxy Camera via IEEE 802.11b/g/n ebenfalls bietet.
Ein weiterer Vorteil des Android-Betriebssystems ist die Möglichkeit, Apps aus dem Google Play Store auf die Kamera zu laden. Wie bei Ihrem Smartphone können Sie Bildbearbeitungen, Social-Media-Clients, Reiseführer-Infos, Games und andere Apps auf die Samsung Galaxy Camera packen und direkt auf der Kamera nutzen. Die Verbindung zum Play Store stellen Sie wie gewohnt her: Sie geben die Daten Ihres Google-Kontos über die Bildschirmtastatur ein, und schon kanns losgehen. Das Tippen funktionierte im Test übrigens sehr gut.
Bei der Samsung Galaxy Camera steht das Teilen der Bilder im Vordergrund. So ist ein Dropbox-Client vorinstalliert. Darüber hinaus können Sie mit „Group Cast“ Ihre Freunde an Ihrem Leben teilhaben lassen, indem sie Ihre Dokumente, Musik und Fotos in Echtzeit miterleben. Auch die Direktverbindung via All Share zu anderen Galaxy-Geräten ist möglich.
Wem die Fotofunktionen der Samsung Galaxy Camera wichtiger sind als die Vernetzungsmöglichkeiten, der kann sich über Halbautomatiken, einen manuellen Modus und eine Vielzahl an Motivprogrammen freuen. Im Menüpunkt „Intelligent“ finden Sie Belichtungsautomatiken für Motive wie „Sonnenuntergang“, „Landschaft“ oder „Nachtmodus“, aber auch „Lichtspuren“ und „Wasserfall“, das die fließende Bewegung des Wassers einfängt. Eine Vollautomatik und einen Videomodus für 1080p-Clips gibt’s auch. Die zum Teil aufwändigen Rechenarbeiten übernimmt der 1,4-GHz-Vierkern-Prozessor der Kamera. Als Speicherplatz dienen 8 GB interner Speicher, die sich per Micro-SD-Karte erweitern lassen. 
Wenig Bildrauschen, aber Auflösung und Dynamik zu gering
Obwohl der Messwert bei ISO 100 etwas erhöht war, konnte uns das Rauschverhalten der Samsung Galaxy Camera überzeugen. Ein- und Ausgangsdynamik waren mittelmäßig. Das bedeutet, dass die Kamera bei besonders kontrastreichen Motiven vereinzelt Details in den Lichtern und Schatten verliert. Der Wirkungsgrad war nur ausreichend. Allerdings ist dabei positiv zu bewerten, dass die Auflösung zwar insgesamt etwas zu niedrig ausfiel, aber immerhin gleichmäßig über den gesagten Brennweitenbereich verlief und zum Bildrand hin nur minimal nachließ. Umgerechnet ergibt der Wirkungsgrad eine Auflösung von 4 Megapixeln. Auffällig ist auch, dass das 21fach-Zoomobjektiv bei kurzer, mittlerer und langer Brennweite stark verzeichnet. Die Helligkeit ist jedoch gleichmäßig verteilt.
Sie ist schon ein rechter Brocken, die Samsung Galaxy Camera. Doch die Maße und das recht beeindruckende Gewicht haben einen Grund: Die 16-Megapixel-Kamera besitzt ein Touchdisplay, das dank seiner Größe von 4,8 Zoll und seiner HD-Auflösung (921600 Pixel) mit dem Bildschirm eines Smartphones mithalten kann. So kommt es der Bedienung der Kamera zugute, für die sich Samsung einige tolle Funktionen ausgedacht hat. Alle wichtigen Bildparameter wie ISO-Wert, Blende und Verschlusszeit lassen sich über ein einziges Menü ändern, dessen einzelne Bedienelemente einem Objektiv beziehungsweise Objektivringen nachempfunden sind. Die Auswahl der Parameter machte über das Touchdisplay richtig Spaß und ist optisch sehr gelungen. Kleiner Nachteil: Das Einstellen der einzelnen Werte und auch das Auslösen dauerten zum Teil etwas zu lange.
Alternativ zur Touch-Bedienung können Sie die Samsung Galaxy Camera auch per Sprachsteuerung bedienen, sofern Sie die Funktion in den Einstellungen aktiviert haben. Mit den Befehlen „Hallo Galaxy“ wecken Sie die Kamera, „Kamera öffnen“ startet die Kamera, und mit „Klick“, „Lächeln“, „Bitte Lächeln“ oder „Auslösen“ machen Sie ein Bild. Im Test funktionierte die Sprachsteuerung einwandfrei.
Samsung revolutioniert mit der Galaxy Camera den Kameramarkt: Eine Digitalkamera mit http://www.computerwoche.de/k/android,3458 _blank>Android eröffnet völlig neue Möglichkeiten. Die Bedienung ging gut von der Hand, was nicht zuletzt am großen, hochauflösenden Touchdisplay liegt. Leider bleibt bei der Samsung Galaxy Camera die Fotografie etwas auf der Strecke. Die Auflösung der Kamera ist zu niedrig, und auch der Dynamikumfang könnte höher sein. Einzig hinsichtlich Bildrauschens konnte das Samsung-Modell überzeugen.
* Verena Ottmann ist Redakteurin der Computerwoche.

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